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Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) © nancy-faeser.de

Städtetag sieht Probleme

Faeser bedankt sich für Hilfe bei Aufnahme von Ukraine-Geflüchteten

Mehr als 967.000 Geflüchtete aus der Ukraine hat Deutschland seit Beginn des Krieges vor einem halben Jahr zumindest zeitweise aufgenommen. Während Innenministerin Faeser die Hilfsbereitschaft lobt, sieht der Städtetag noch große Herausforderungen. Immer mehr Ukrainer benötigten staatliche Hilfe.

Dienstag, 23.08.2022, 15:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 24.08.2022, 6:03 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Ein halbes Jahr nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) den Deutschen für ihre Hilfe bei der Aufnahme von Geflüchteten gedankt. „Ich bin sehr stolz auf die Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft in unserem Land“, erklärte Faeser am Dienstag in Berlin. Seit Beginn des Krieges am 24. Februar sind nach Angaben des Ministeriums mehr als 967.000 Vertriebene aus der Ukraine registriert worden. Immer mehr melden sich nach Angaben des Deutschen Städtetags mit der Bitte um Unterstützung bei den Behörden.

Wie das Innenministerium mitteilte, wurden bis Sonntag 967.546 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Deutschland gemeldet. Weit überwiegend sind es ukrainische Staatsbürgerinnen. Viele kamen mit ihren Kindern. 36 Prozent der Flüchtlinge seien Kinder und Jugendliche. Das Ministerium weist allerdings auch darauf hin, dass viele der Vertriebenen bereits wieder zurück- oder weitergereist sein können.

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Faeser: Das war ein humanitärer Kraftakt

„Viele in unserer Gesellschaft sind über sich hinausgewachsen, um Geflüchteten zu helfen“, sagte Faeser. Das sei ein humanitärer Kraftakt, der große Solidarität mit der Ukraine zeige.

Ukrainische Geflüchtete haben seit Juli Anspruch auf reguläre Sozialleistungen. Nach Angaben des Städtetags werden die inzwischen auch benötigt. Aktuell kämen weniger Geflüchtete aus der Ukraine in den Städten neu an als noch vor einigen Wochen, sagte der Hauptgeschäftsführer des kommunalen Spitzenverbands, Helmut Dedy, dem „Evangelischen Pressedienst“. Gleichzeitig würden aber immer mehr ukrainische Geflüchtete um Unterstützung bitten, die bisher bei Freunden, Bekannten und Engagierten privat untergebracht waren.

Städtetag: Immer mehr Ukrainer brauchen staatliche Hilfe

„Viele Ukrainerinnen und Ukrainer brauchen inzwischen finanzielle Unterstützung, eine Unterkunft und eine Aufenthaltserlaubnis, weil ihr Visum abgelaufen ist“, sagte Dedy. Er sprach von einer sehr angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt sowie bei Kita- und Schulplätzen. Die Städte in Deutschland seien in vielen Bereichen gefordert, um den Menschen zu helfen.

In der Ukraine wird ein halbes Jahr nach Kriegsbeginn, am 24. August, der Nationalfeiertag begangen. Dazu gratulierte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Deutschland und Europa stünden an der Seite der Ukrainer, die in dem vor einem halben Jahr von Russland begonnenen Krieg ihr Land und ihre Freiheit verteidigten, versicherte Steinmeier in einem am Dienstag in Berlin veröffentlichten Schreiben an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Die Ukraine, die früher eine Teilrepublik der Sowjetunion war, hatte am 24. August 1991 ihre Unabhängigkeit erklärt. (epd/mig)

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