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Museum (Archiv) © Scott Webb on Unsplash

Religio-Museum

Ausstellung über Muslime in Deutschland

Eine Ausstellung gibt anhand von zwölf Interviews und zahlreichen historischen Objekten Einblick in muslimische Lebenswelten in Deutschland. Gezeigt werden auch Verflechtungen zwischen „christlichem Abendland“ und „islamischem Morgenland“.

Mittwoch, 04.05.2022, 15:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 04.05.2022, 15:09 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Das westfälische Museum für religiöse Kultur „Religio“ in Telgte bei Münster befasst sich ab Donnerstag in einer Ausstellung mit der Vielfalt des Islams. Im Mittelpunkt der Themenschau „Er gehört zu mir. Muslimische Lebenswelten in Deutschland“ stehen zwölf Muslime verschiedenen Alters sowie mit unterschiedlicher Zuwanderungsgeschichte und Glaubensrichtung, wie das Museum am Mittwoch mitteilte. In Interviews gäben sie Einblick in ihre jeweilige religiöse Praxis, erzählten von ihren Wünschen und Hoffnungen.

Seit Ende des 20. Jahrhunderts sei die gesellschaftliche Diskussion über Migration und Integration häufig von Fremdzuschreibungen, Vorurteilen und Stereotypen geprägt, hieß es. Mit der Ausstellung wolle das Religio-Museum Menschen muslimischen Glaubens selbst zu Wort kommen zu lassen, erklärte Museumsleiterin Anja Schöne. Ziel sei es, mit diesem Perspektivwechsel für eine differenzierte, vorurteilsfreie Betrachtung dieser Religion zu sensibilisieren.

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Zwischen „christlichem Abendland“ und „islamischem Morgenland“

Die Sonderschau beginnt demnach mit einer Einführung in die grundlegenden Werte des Islam. Die zwölf Interviews in Form von Video-Einspielungen nehmen einen eigenen Ausstellungsbereich ein. Kritische Debatten werden in einer eigenen Erzählspur aufgegriffen. Eine Zeitleiste zeigt die Verflechtungen zwischen „christlichem Abendland“ und „islamischem Morgenland“ durch die Jahrhunderte auf, wie es hieß.

Historische Objekte aus ethnologischen Museen und muslimischen Sammlungen – darunter eine kostbare Speiseschüssel aus dem 16./17. Jahrhundert aus Afghanistan, Tücher zur Einbalsamierung und Amulette – machten das Thema zudem anschaulich. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat den Angaben zufolge wertvolle Korane und die Erstausgabe von Goethes West-östlichem Divan beigesteuert.

Audioführung in türkischer und arabischer Sprache

Zur Sonderausstellung, die bis 28. August zu sehen ist, wurde eine Audioführung in türkischer und arabischer Sprache entwickelt. Sie soll auch künftig für die ständige Ausstellung des Religio-Museums zur Verfügung stehen.

„Er gehört zu mir. Muslimische Lebenswelten in Deutschland“ wird unter anderem von NRW-Kulturministerium, der Kulturstiftung der Länder, der NRW-Stiftung und der Kurt und Lilly Ernsting Stiftung (Coesfeld) gefördert. Schirmherrin der Ausstellung ist die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, Aydan Özoğuz (SPD). (epd/mig)

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