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Universität © ninastoessinger auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Ungleichbehandlung erntet Kritik

Studium für Ukrainer auch ohne Schulabschluss möglich

Schüler aus der Ukraine können in Deutschland ein Studium auch ohne Schulabschluss aufnehmen. Das hat die Kultusministerkonferenz beschlossen, um Benachteiligungen zu vermeiden. Im Netz stößt die Entscheidung auf Kritik: Nicht europäische Schüler und Akademiker müssten bei „minus 0“ anfangen.

Donnerstag, 21.04.2022, 16:00 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 21.04.2022, 11:56 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Geflüchtete Schüler aus der Ukraine können sich auch ohne Sekundarschulabschluss in Deutschland für ein Studium bewerben. Grund für eine entsprechende Entscheidung der Kultusministerkonferenz (KMK) sei, dass für die Schüler in diesem Jahr wegen des Krieges in der Ukraine keine staatlichen Abschlussprüfungen stattfinden, teilte die KMK am Mittwoch in Berlin mit. „Den betroffenen Schülerinnen und Schülern soll hierdurch kein Nachteil entstehen“, sagte KMK-Präsidentin Karin Prien (CDU).

Auch ukrainischen Studierenden im ersten Studienjahr soll ein Wechsel nach Deutschland leicht gemacht werden. Auch wenn das Studienjahr nicht abgeschlossen wurde, ist die Aufnahme des Studiums an einer deutschen Hochschule möglich.

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Scharfe Kritik im Netz

In sozialen Netzwerken werden die Erleichterungen für ukrainische Schüler und Studierende kritisch kommentiert. Hana Corrales etwa fragt im Kurznachrichtendienst Twitter, wo dieser „Tatendrang“ der Politik sei, wenn es um nicht-europäische Geflüchtete gehe, die ihr Abitur oder Medizinstudium anerkennen lassen wollen. „Warum muss ein syrischer Arzt bei minus 0 anfangen, Abitur und C1 Deutsch lernen und ein Ukrainer nicht?“, fragt sie und ergänzt: „Dieses Land unterstellt Geflüchteten aus afrikanischen und arabischen Ländern pauschal geringere Lernfähigkeit und Kompetenzen. Jeden Tag ein neues Ding, dass ihr euch leistet.“

Eine andere Twitter-Nutzerin mit dem Namen „Nesrin“ berichtet von einem syrischen Bekannten, von dem erwartet worden sei, „dass er in die zerbombte Heimatstadt zurückreist und sich dort von den Behörden Dokumente ausstellen lässt damit man schaut, ob der Abschluss anerkannt werden kann“.

Dreistufiges Plausibilisierungsverfahren

Grundsätzlich ist mit dem ukrainischen Sekundarschulabschluss II der Hochschulzugang in Deutschland über das Studienkolleg möglich. Studieninteressierte mit Studienleistungen bewerben sich direkt bei einer deutschen Hochschule.

Für Studienbewerber, die fluchtbedingt den Nachweis der im Heimatland erworbenen Hochschulzugangsberechtigung nicht erbringen können, ist der Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 03. Dezember 2015 unverändert gültig. Der Beschluss sieht ein dreistufiges Plausibilisierungsverfahren bei fehlenden oder unvollständigen Nachweisen vor. (epd/mig)

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