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Fußball © See-ming Lee 李思明 SML @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Novum in Deutschland

Fußballspiel nach Rassismus-Eklat abgebrochen

Rassismus ist in deutschen Fußball-Stadien keine Seltenheit. Jetzt wurde ein Fußballspiel wegen eines rassistischen Vorfalls abgebrochen. Ein Zuschauer hatte Affenlaute von sich gegeben. Die Reaktion der Vereine löst im Netz eine Welle der Solidarität aus.

Montag, 20.12.2021, 5:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 19.12.2021, 20:09 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Nach rassistischen Äußerungen von der Tribüne ist am Sonntag die Drittliga-Partie zwischen dem MSV Duisburg und dem VfL Osnabrück abgebrochen worden. Nachdem der Spieler der Osnabrücker Mannschaft, Aaron Opoku, von den Rängen im Duisburger Stadion aus beleidigt worden war, unterbrach der Schiedsrichter das Spiel, wie beide Vereine auf Twitter mitteilten. Daraufhin verließen beide Teams den Platz. Ein Zuschauer hatte Affenlaute von sich gegeben.

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„Ein bitterer Nachmittag für den Fußball in Duisburg!“, twitterte der MSV. Die Partie sei beendet, nachdem der VfL Osnabrück sich nicht mehr in der Lage gesehen habe, anzutreten. „Wir verstehen das vollumfänglich und nehmen die Situation, wie sie ist“, erklärte der Verein.

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„Nazis raus“

MSV-Präsident Ingo Wald erklärte: „Jeder Fan sollte dahinterstehen, dass sich so etwas nicht gehört.“ Das sei grundsätzlich immer eine Minderheit. Diese Minderheit zerstöre jedoch möglicherweise den Fußball.

Der Verein VfL Osnabrück twitterte: „Wir gemeinsam gegen Rassismus. Aaron wir stehen hinter Dir!“ Auf den Rängen wurde nach Angaben der Vereine nach dem Vorfall „Nazis raus“ skandiert. Der Stadionsprecher spielte den antifaschistischen Song „Schrei nach Liebe“ von der Band „Die Ärzte“. VfL Osnabrück bedankte sich daraufhin „bei allen Fans, egal ob lila-weiß, blau-weiß oder welchen Farben auch immer, für die Reaktionen im Stadion und im Anschluss auf welcher Plattform auch immer“.

Solidarität im Netz

Auch im Netz gab es zahlreiche Reaktionen. Mehrere Fußballvereine zeigten sich im Kurznachrichtendienst Twitter solidarisch mit dem Spieler und den Vereinen und lobten die Reaktionen im Stadion.

Im deutschen Fußball ist Rassismus keine Seltenheit. Immer wieder fallen rassistische Zurufe aus den Zuschauerrängen. Zu einem Spielabbruch war es bisher aber nicht gekommen. (epd/mig)

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