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„N-Wort“

Mehr als 500 neue Wörter in Online-Duden aufgenommen

Über Sprache wurde in diesem Jahr so viel diskutiert, wie seit der Rechtschreibreform 1996 nicht mehr. Um mehr als 500 neue Wörter wurde der Online-Duden erweitert. Darunter ganz viele Pandemie-Wörter, aber auch Begriffe aus gesellschaftlichen Diskussionen.

Von Montag, 20.12.2021, 5:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 19.12.2021, 14:02 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Von „boostern“, „Long Covid“ und „Piks“ bis zu „woke“ und „trans“: Die Duden-Redaktion hat in diesem Jahr mehr als 500 neue Wörter in den Online-Duden aufgenommen. Das war etwa ein Viertel mehr als in früheren Jahren, wie die Duden-Chefredakteurin Kathrin Kunkel-Razum dem „Evangelischen Pressedienst“ sagte. „2021 war ein sehr sprachbewegtes Jahr, in dem so viel über Sprache diskutiert wurde wie seit der Rechtschreibreform 1996 nicht mehr“, erklärte sie. Das habe sich zum einen in der Entwicklung des Wortschatzes gezeigt, vor allem in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. Prägend seien zum anderen aber auch bestimmte gesellschaftliche Diskussionen gewesen, etwa über Political Correctness oder das Gendern.

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„Vor allem auf dem Gebiet Corona, Medizinversorgung und Epidemiologie hatten wir in diesem Jahr wie auch schon 2020 eine große Dynamik“, sagte Kunkel-Razum. Die Redaktion habe einen hohen Informationsbedarf zur korrekten Schreibweise neuer oder plötzlich für die Allgemeinheit relevant gewordener Begriffe verzeichnet wie „PCR-Test“ oder „Boosterimpfung“. Deshalb seien Wörter zum Teil schneller in den Online-Duden eingetragen worden als sonst üblich. Etwa ein Fünftel der 2021 neu eingefügten Begriffe habe einen Corona-Bezug.

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Auch beim Thema Politische Korrektheit gab es nach Angaben der Duden-Chefredakteurin viel Bewegung. So seien in das Online-Wörterbuch etwa Ausdrücke aufgenommen worden wie „N-Wort“ (als Vermeidungsbegriff für eine „stark diskriminierende Bezeichnung für Menschen mit dunkler Hautfarbe“), „Systemsprenger“ und „Systemsprengerin“ (verhaltensauffällige oder psychisch kranke Person, „die kaum oder nicht in vorhandene Betreuungs- und Behandlungssysteme integriert werden kann“) oder „woke“ („in hohem Maß politisch wach und engagiert gegen insbesondere rassistische, sexistische, soziale Diskriminierung“).

Wörter aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen

Hinzu kamen Wörter aus sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen, die teils auch „wortbildnerisch interessant“ waren, wie Kunkel-Razum sagte. Als Beispiel nannte sie das Verb „podcasten“, das sich erst aus dem zugehörigen Substantiv entwickelt habe – „das gleiche Modell wie bei whatsappen“. Zu neuen Substantiven zählten etwa „Rudelsingen“ („gemeinsames Singen vieler Menschen“), „On-off-Beziehung“ („Liebesbeziehung mit häufigen Trennungsphasen“) und „Stadtradeln“ („Kampagne zur Förderung des Radverkehrs in Städten“).

Die über das Jahr auf „Duden online“ neu erfassten Wörter schaffen es laut Kunkel-Razum in aller Regel auch in die jeweils nächste Ausgabe des gedruckten Dudens, der alle drei bis vier Jahre neu erscheint. Sie würden aber stets durch viele weitere Begriffe ergänzt, bei jeder Auflage seien es insgesamt zwischen 3.000 und 5.000 Neueinträge. Die jüngste, 28. Auflage des Standardwerks der deutschen Rechtschreibung erschien im August 2020 mit einer Rekordzahl von insgesamt 148.000 Stichwörtern. (epd/mig)

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