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Der Kampf gegen die Ebola-Krankheit (Archiv/Symbolfoto) © DFID - UK Department for International Development @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Impfdose ohne Spritze

Afrikanische Union wünscht mehr Verlässlichkeit bei Impfstoffspenden

Um die Corona-Pandemie zu überwinden, muss weltweit massiv geimpft werden. Darauf können sich zwar alle einigen, bei der Umsetzung hapert es aber nach wie vor gewaltig. Afrika beklagt unregelmäßige Lieferungen mit geringer Haltbarkeit.

Dienstag, 30.11.2021, 5:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 29.11.2021, 17:46 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Unregelmäßige Lieferungen und Impfstoff mit geringer Haltbarkeit machen afrikanischen Ländern die Planung ihrer Corona-Impfkampagne schwer. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Impfallianz Gavi, die Afrikanische Union (AU) und andere Organisationen beklagten in einer am Montag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung, dass zwar millionenfach Impfdosen gespendet und geliefert worden seien. Allerdings seien die meisten kurzfristig geliefert worden und hätten eine geringe Haltbarkeitsdauer.

SPD-Fraktionsvize Gabriela Heinrich schlug vor, dass das Bundesgesundheitsministerium in Brüssel eine zentrale Koordinierung der Spenden anregen könnte. „Das würde Zeit sparen und die Wirksamkeit erhöhen“, sagte sie auf Anfrage des „Evangelischen Pressedienstes“. Es könne nicht sein, dass die Impfstoffspenden zu kurzfristig, ohne zusätzlich benötigtes Material wie etwa Spritzen und mit nahem Verfallsdatum geliefert würden.

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Impfdose ohne Spritze

In ihrer gemeinsamen Erklärung betonten WHO, Gavi und AU, dass oftmals für die Impfung notwendige Utensilien nicht mitgeliefert würden, etwa Spritzen oder Verdünnungsmittel. Die Transportkosten würden ebenfalls nicht übernommen, was zu weiteren Verzögerungen führe. Diese Praxis müsse sich mit Beginn des Jahres 2022 ändern, hieß es in der Mitteilung. Die Impfstofflieferungen sollten planbar und zuverlässig sein. Zudem müssten die Impfdosen mindestens zehn Wochen haltbar sein, nachdem sie im Zielland angekommen seien.

Die meisten Impfdosen erreichen Afrika über das Covax-Programm. In dem Programm sind Organisationen wie die WHO, Unicef und Gavi zusammengeschlossen, um eine gleichmäßigere globale Verteilung von Vakzinen gegen Covid-19 zu gewährleisten. Deutschland hat laut dem Auswärtigen Amt inzwischen rund 95 Millionen Impfdosen an Covax übertragen, die nun Schritt für Schritt ausgeliefert werden. Laut Gavi sind davon bislang allerdings erst knapp 15 Millionen Dosen bei den Empfängern angekommen.

Impf-Nationalismus

Ein Gavi-Sprecher teilte mit, dass Covax weltweit aktuell mehr als 555 Millionen Impfdosen an 144 Länder geliefert habe. Es wäre wünschenswert gewesen, schon früher bei dieser Zahl angelangt zu sein, betonte er mit Verweis auf Probleme wie Exportbeschränkungen, Zurückhaltung bei Herstellern und „Impf-Nationalismus“. Heute sei man aber an einem Punkt, wo Nachschub zuverlässiger und in größerer Menge komme. Es seien bereits positive Auswirkungen zu erkennen.

Allein in Afrika leben rund 1,3 Milliarden Menschen. Im Oktober war deutlich geworden, dass nur etwa fünf der 54 Länder Afrikas das internationale Immunisierungsziel für 2021 erreichen können, wenn das bisherige Impftempo beibehalten wird. Ziel ist, bis Ende des Jahres 40 Prozent der Bevölkerung vollständig zu impfen. (epd/mig)

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