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Telefon (Symbolfoto) © Alexas_Fotos @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Nach einem Jahr

Antidiskriminierungsstelle bietet wieder telefonische Beratung an

Es soll wieder telefonische Beratung für Opfer von Diskriminierung geben. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hatte die Telefone aufgrund massiv gestiegener Beratungsanfragen vor einem Jahr stillgelegt.

Montag, 27.09.2021, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 27.09.2021, 3:06 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Seit fast einem Jahr bietet die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) keine telefonischen Beratungen an. Grund ist ADS-Angaben zufolge ein starker Anstieg der Beratungsanfragen aufgrund der Pandemie. Im Corona-Jahr 2020 gab es ADS-Angaben zufolge fast 6.400 Anfragen, im Jahr zuvor waren es noch 3.600 gewesen – ein Anstieg von 78,7 Prozent.

Das habe die Antidiskriminierungsstelle „an die Grenzen der Belastbarkeit gebracht“, erklärte Bernhard Franke, kommissarischer Leiter der Antidiskriminierungsstelle, auf „mopo.de“. Die Stilllegung der Telefone sei ein „schmerzlicher, aber notwendiger Schritt“, gewesen, um Beratung überhaupt noch gewährleisten zu können.

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Ab dem 28. September sollen die Telefone aber wieder klingeln, wenn auch nicht bei der ADS, sondern beim Bundesamt für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Wegen des Anstiegs von Beratungsanfragen werde das Angebot sogar ausgeweitet. „Wir sind sehr froh, dass wir endlich mit verstärkter Kraft für die Menschen da sein können, die Diskriminierung erleben“, sagte Franke am Freitag in Berlin.

Erhebliche Unterfinanzierung

Franke leitet das die Antidiskriminierungsstelle seit mehr als drei Jahren kommissarisch. Die Bundesregierung steht deshalb immer wieder in der Kritik. Oppositionspolitiker werfen der Regierung vor, der ADS nicht die nötige Priorität einzuräumen. Das zeigt sich auch an den knappen Mitteln, die der Stelle zur Verfügung stehen. Die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) bemängelt in ihrem Bericht neben weiteren Punkten eine „erhebliche“ Unterfinanzierung der ADS.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist laut eigener Angabe eine unabhängige Anlaufstelle für Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind. Sie wurde 2006 beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eingerichtet. Sie bietet eine rechtliche Erstberatung für Menschen an, die aufgrund der ethnischen Herkunft, Religion, Weltanschauung, sexuellen Identität, des Alters, einer Behinderung oder des Geschlechts benachteiligt worden. (epd/mig)

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