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Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2021 © Bundeszentrale für politische Bildung (Screenshot)

Bundestagswahl

Initiative startet mehrsprachiges Pendant zum „Wahl-O-Mat“

Wer die Wahl hat, kann sich entscheiden: Hilfestellung dazu will der neue Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2021 geben – leider nur in deutscher Sprache. Deshalb hat Aktivist Ali Can ein mehrsprachiges Pendant zum Wahl-O-Mat ins Leben gerufen. Wahlhilfe müsse im 21. Jahrhundert barrierefrei sein.

Montag, 06.09.2021, 5:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 13.09.2021, 14:46 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |  

Unentschiedene Wähler können sich seit Donnerstag wieder durch den Wahl-O-Mat klicken. Die Bundeszentrale für politische Bildung schaltete in Berlin und Bonn das Online-Tool frei, mit dem Nutzer ihre eigenen Positionen mit denen der zur Bundestagswahl am 26. September antretenden Parteien abgleichen können. Dazu müssen sie sich durch 38 von den Parteien autorisierte Thesen zu verschiedenen Politikfeldern klicken. Diese werden dann mit den Positionen aus den Wahlprogrammen verglichen. Am Ende erfährt der Nutzer, wie viele Übereinstimmungen er mit den jeweiligen Parteien hat.

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Neu gegenüber der Bundestagswahl 2017 ist etwa, dass Nutzer einzelne Thesen gewichten können. Die Positionen einzelner Parteien können im Vergleich betrachtet werden. Außerdem werden die Parteien mit Infotexten vorgestellt. Insgesamt beteiligen sich in diesem Jahr am Wahl-O-Mat 39 von 40 Parteien, die mit Landeslisten zur Bundestagswahl antreten.

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Der Präsident der Bundeszentrale, Thomas Krüger, sprach von einem Informations- und Orientierungsangebot: „Der Wahl-O-Mat möchte informieren und heranführen an die Parteiprogramme.“ Es handele sich aber nicht um eine Wahlempfehlung oder Wahlvorhersage. Krüger bezeichnete den Wahl-O-Mat als das erfolgreichste Angebot für politische Bildung seit Bestehen der Bundeszentrale für politische Bildung.

Wahl-O-Mat nicht mehrsprachig

Die seit 2002 angebotene Wahlentscheidungshilfe via Internet wurde laut Bundeszentale zur vergangenen Bundestagswahl 2017 etwa 15,7 Million Mal aufgerufen. Der Inhalt des Wahl-O-Maten entstand in einer 36-köpfigen Redaktion mit zahlreichen Politikexpertinnen und -experten sowie 19 Jungwählerinnen und -wählern. Begleitet wird das Team von Sozialwissenschaftlern der Universität Düsseldorf. Das Abfrage-Tool für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus, ebenfalls am 26. September, wurde bereits vor einer Woche freigeschaltet.

So beliebt der Wahl-O-Mat auch ist, ohne Kritik kommt er nicht davon. Der Aktivist Ali Can etwa bemängelt, dass es die Wahlhilfe nicht in mehreren Sprachen gibt. Seine Bitte, den Wahl-O-Mat mehrsprachig zu machen, habe die Bundeszentrale abgelehnt. „Es würden inhaltliche Verzerrungen bei der Übersetzung befürchtet“, erklärt Can dem MiGAZIN.

Can: Wahlhilfe sollte barrierefrei sein

Can zufolge gibt es eine „große Lücke in der politischen Bildung für Menschen, die nicht Deutsch als Erstsprache haben“. Es gehe dabei auch darum, diese Menschen gezielt anzusprechen. „Letztlich wollen wir ja alle eine größere Wahlbeteiligung“, so Can. Eine mehrsprachige Wahlhilfe sei das Mindeste. Deshalb hat Can #wAlman ins Leben gerufen, ein mehrsprachiges Pendant zum Wahl-O-Mat mit eigenen Fragen.

„Im 21. Jahrhundert sollte eine Wahlhilfe barrierefrei sein. Das fängt bereits mit unterschiedlichen Sprachen an, in denen die Fragen und Texte konzipiert werden sollten“, erklärt Can. Darüber hinaus gehe es um Erklärungen für schwierige Begriffe und Konzepte in den Parteiprogrammen, Stichwort leichte Sprache.

Leichte Sprache

Zur Kritik der fehlenden leichten Sprache sagte Pamela Brandt von der Bundeszentrale, es sei sehr schwierig, die 38 komplexen Thesen entsprechend zu übersetzen. Die Thesen würden durch eine andere Wortwahl und das notwendige Ergänzen durch Beispiele länger. Zudem erhielten die Thesen durch eine veränderte Wortwahl andere Nuancen der Bedeutung.

Neben dem Wahl-O-Mat bietet die Bundeszentrale für politische Bildung zur Bundestagswahl auf ihrer Homepage weitere Angebote wie Podcasts, Vorträge und Interviews. Ein „Wahlbingo für Nichwählende“ soll Argumente für das Wählengehen liefern. (epd/mig)

Leitartikel Politik
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