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Trauer in Würzburg nach dem Messerangriff mit mehreren Toten und Verletzten

Kein islamistisches Motiv

Würzburger Tatverdächtiger in Psychiatrie gebracht

Der Messer-Angreifer von Würzburg kommt in eine psychiatrische Klinik. Der Mann, der Ende Juni drei Frauen getötet und weitere Menschen teils schwer verletzt hat, ist womöglich schuldunfähig. Hinweise auf ein islamistisches Motiv gibt es keine.

Von Mittwoch, 21.07.2021, 5:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 20.07.2021, 21:00 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Nach dem tödlichen Messerangriff von Würzburg ist der tatverdächtige 24-jährige Somalier in eine psychiatrische Klinik gebracht worden. Das Amtsgericht Würzburg sei damit einem Antrag der Generalstaatsanwaltschaft München vom 15. Juli gefolgt, teilte die Anklagebehörde am Dienstag gemeinsam mit dem Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) mit. Die psychiatrische Begutachtung sei „derzeit zu der Einschätzung“ gekommen, dass der Beschuldigte zum Tatzeitpunkt möglicherweise schuldunfähig oder vermindert schuldunfähig war.

Im Fall einer solchen Einschätzung ist eine weitere Unterbringung in einer Psychiatrie zwingend und in einer Justizvollzugsanstalt nicht mehr zulässig. Bis abschließende psychiatrische Gutachten von Sachverständigen vorliegen, wird es noch einige Zeit dauern, teilten Generalstaatsanwaltschaft und LKA weiter mit. Wegen der hohen Bedeutung der Ergebnisse der psychiatrischen Untersuchung des Beschuldigten für das Verfahren seien zwei renommierte Gutachter beauftragt worden. Bislang war laut Medienberichten keine Begutachtung wegen des psychischen Zustandes des Mannes möglich.

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Keine extremistischen Hinweise

Inzwischen liege allerdings ein toxikologisches Gutachten vor, teilten die Behörden weiter mit. Demnach wurde beispielsweise untersucht, ob der 24-Jährige zum Tatzeitpunkt unter Einfluss von Drogen stand. Die Untersuchung habe aber „keine relevanten Ergebnisse“ erbracht. Der Mann soll seit Jahren teilweise auch harte Drogen wie Heroin konsumiert haben. Generalstaatsanwaltschaft und LKA wiesen darauf hin, dass die Sonderkommission „Main“ weiterhin mit Hochdruck vor allem zu den Hintergründen der Tat ermittle. Vor allem die Frage des Motivs stehe dabei im Mittelpunkt.

Die Auswertung der beiden in einer Obdachlosenunterkunft gefundenen Mobiltelefone des Mannes hätten bislang „weder Hinweise auf Propagandamaterial oder sonstige extremistische Hinweise noch auf etwaige Mitwisser oder Mittäter“ erbracht. Auch Papierzettel, die kurz nach der Tat am Tatort gefunden wurden, hätten sich als unverdächtig erwiesen. Bereits kurz nach der Tat hatte etwa der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) ein islamistisches Motiv des Täters ins Spiel gebracht. Während und nach der Tat soll der Beschuldigte sich entsprechend geäußert haben.

Elf Geschädigte

Die Soko „Main“ geht derzeit von insgesamt elf unmittelbar Geschädigten aus, darunter auch die drei Todesopfer. Ein wichtiger Teil der Arbeit der Soko im engen Zusammenwirken mit der Polizei vor Ort bestehe „in der Betreuung der Opfer, ihrer Angehörigen und weiterer Betroffener“. Bislang habe es zwei Informationsveranstaltungen für Verletzte, deren Angehörige, Zeugen und andere von der Tat Betroffene in Würzburg gegeben. Dabei habe man die Betroffenen über den Ermittlungsstand sowie über mögliche Anlaufstellen informiert, die bei der Verarbeitung des Erlebten helfen können.

Der 24-jährige Tatverdächtige hatte am 25. Juni, einem Freitagnachmittag, in einem Würzburger Kaufhaus ein Küchenmesser an sich genommen und drei Frauen im Alter von 82, 49 und 24 Jahren erstochen. Im Anschluss verletzte er in der Innenstadt vier weitere Frauen, ein elf Jahre altes Mädchen und einen 16-Jährigen schwer. Alle Verletzten befinden sich inzwischen außer Lebensgefahr. Ein weiterer Mann wurde von dem Somalier leicht verletzt. (epd/mig)

Leitartikel Panorama
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