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Handwerk © voltamax @ pixabay.com (CC 0 Public Domain)

DIHK-Umfrage

Pandemie verschlechtert Ausbildung von Flüchtlingen

Online-Unterricht während der Pandemie stellte nicht nur Schulen und Familien vor Hürden. Auch Unternehmen mussten Kontakt zu ihren Azubis halten. Junge Flüchtlinge haben dabei oft das Nachsehen, wie eine Umfrage unter Kammern ergab.

Montag, 05.07.2021, 5:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 04.07.2021, 16:13 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Die Corona-Pandemie hat sich offenbar besonders negativ auf die Ausbildung von Flüchtlingen ausgewirkt. In einer Umfrage unter 70 Wirtschaftsorganisationen gaben 60 Prozent an, dass Flüchtlinge stärker von den Auswirkungen der Pandemie betroffen seien als ihre Kolleginnen und Kollegen, wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in Berlin mitteilte. Unter den Befragten befanden sich 41 Industrie- und Handelskammern, 16 Handwerkskammern und 13 Organisationen wie Landwirtschaftskammern oder Bildungsträger. Zunächst hatten die Zeitungen der Funke Mediengruppe über die Umfrage berichtet.

Ein Haupthindernis ist demnach die fehlende technische Ausstattung der Auszubildenden für mobiles Arbeiten oder den Fernunterricht in der Berufsschule. Rund ein Viertel der befragten Wirtschaftsorganisationen berichteten von fehlenden Laptops bei den Azubis mit Fluchthintergrund und schlechten Internetverbindungen in den Gemeinschaftsunterkünften.

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Spracherwerb gebremst

Auch die Unternehmen selbst haben der Umfrage zufolge mehr Probleme gemeldet, Kontakt zu passenden Kandidaten für eine Ausbildung aufzunehmen. 22 Prozent der befragten Organisationen gaben hier Schwierigkeiten an. Auch die Erreichbarkeit der Behörden und der Bewerbungsprozess für Flüchtlinge habe sich verschlechtert.

Rund 16 Prozent der befragten Organisationen sehen besondere Herausforderungen für Unternehmen darin, dass Fortschritte beim Spracherwerb durch die Lockdowns und die Unterbrechung der Kurse gebremst oder sogar unterbrochen wurden. Dies wirke sich nicht nur auf die Alltagskommunikation im Betrieb, sondern auch auf den Erfolg in der Berufsschule negativ aus.

Flüchtlinge oft in Corona-Risiko-Branchen

Der Umfrage zufolge werden Flüchtlinge häufig vor allem in den Branchen ausgebildet, die von der Corona-Pandemie besonders schwer getroffen sind und deren Unternehmen in den Lockdown-Monaten lange schließen mussten. So nannten 80 Prozent der befragten Organisationen das Gastgewerbe als besonders relevant für den beruflichen Einstieg von Männern und Frauen mit Fluchterfahrung, 70 Prozent den Bereich Verkehr und Logistik. 58 Prozent nannten zudem den Einzelhandel als relevant.

Die Unternehmen interessierten sich weiterhin dafür, Flüchtlinge in ihrem Betrieb auszubilden, erklärte der DIHK. 90 Prozent der IHKs gaben an, auf individuelle Beratungen zu setzen. 63 Prozent setzen auf Firmenbesuche. Durch das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie finanzierte Programm „Willkommenslotsen – Passgenaue Besetzung“ seien Mitarbeiter seit 2016 im Einsatz und unterstützen Betriebe bei der Integration in Arbeit und Ausbildung. (epd/mig)

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