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Bildschirm © martinhoward auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

USA

Pulitzer-Preise für Berichterstattung über Floyd-Tod und Uiguren in China

In den USA wurden die renommierten Pulitzer-Medienauszeichnungen vergeben. Die Gewinnerthemen waren unter anderem der tödliche Polizeiübergriff auf George Floyd, die Aufdeckung von Masseninhaftierungen von Uiguren in China und Texte über Migranten aus Kolumbien.

Montag, 14.06.2021, 5:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Freitag, 18.06.2021, 9:39 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |  

Der journalistische Umgang mit der Corona-Pandemie und dem gewaltsamen Tod des Afro-Amerikaners George Floyd hat die diesjährige Verleihung der US-amerikanischen Pulitzer-Preise geprägt. Die renommierten Medienauszeichnungen wurden am Freitag (Ortszeit) in New York vergeben. In der Königskategorie „Dienst an der Öffentlichkeit“ (Public Service) ehrten die Juroren die Tageszeitung „New York Times“ für „mutige, vorausschauende und umfassende“ Berichterstattung über die Pandemie.

Die Zeitung „Star Tribune“ in Minneapolis (US-Staat Minnesota) erhielt den Pulitzer-Preis in der Kategorie „aktuelle Berichterstattung“ für Texte über den brutalen und tödlichen Polizeiübergriff auf George Floyd in Minneapolis im Mai vergangenen Jahres. Die Berichte seien eindringlich und nuanciert.

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18-Jährige hat Mord mit Handy gefilmt

Eine besondere Ehrung wurde der 18-jährigen Darnella Frazier zuteil. Sie hatte das Video des Mordes mit ihrem Handy gefilmt. Das Video unterstreiche die „entscheidend Rolle“ von Bürgern bei der journalistischen „Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit“, erklärte das Pulitzer-Gremium. Beim Prozess gegen den Polizisten im April sagte Frazier, dass sie Nächte nicht geschlafen und sich Vorwürfe gemacht habe, „nicht mehr getan zu haben“ für Floyd.

Die Nachrichtenagentur Reuters und das Magazin „The Atlantic“ wurden in der Kategorie „erklärende Berichterstattung“ geehrt: Reuters für Beiträge über den Umstand, dass gewalttätige Polizisten selten zur Verantwortung gezogen werden, und das Magazin „The Atlantic“ für Texte über die Pandemie. Die Zeitung „The Tampa Bay Times“ in Tampa in Florida erhielt den Preis für lokale Berichterstattung für Artikel über einen Sheriff, der Bewohner regelrecht terrorisiere.

Masseninhaftierung der Uiguren in China

Der Preis für „internationale Berichterstattung“ ging an das Online-Portal „BuzzFeed News“. Es habe einer „riesigen Infrastruktur“ in China zur Masseninhaftierung von Angehörigen der uigurischen Minderheit aufdeckt. Das auf Nachrichten über Justiz und Polizei spezialisierte Online-Portal „The Marshall Project“ wurde zusammen mit der Webseite „AL.com“ in Alabama, der Zeitung „IndyStar“ in Indianapolis (Indiana) und dem Journalismusbüro Invisible Institute in Chicago in der Kategorie „nationale Berichterstattung“ für Beiträge über den brutalen Einsatz von Polizeihunden ausgezeichnet.

Die Nachrichtenagentur Associated Press erhielt Preise für Fotos von Kundgebungen gegen Polizeigewalt und die Pandemie in Spanien.

Preise auch für Texte über Migranten

Pulitzer-Preise wurde auch vergeben für Editorials über das Justizsystem („Los Angeles Times“), investigative Beiträge über fahrlässige Lastwagenfahrer („Boston Globe“), Essays über Rasse und Popkultur („New York TImes“) und Kommentare über den Abbau konföderierter Statuen („Richmond Times- Dispatch“). Preise in der Feature-Kategorie gab es für Texte über Migranten aus Kolumbien („The California Sunday Magazine“) und über den Mord an dem jungen Afro-Amerikaner Ahmaud Arbery („Runner’s World“).

Der von dem aus Ungarn stammenden US-Zeitungsverleger Joseph Pulitzer gestiftete Preis wurde in diesem Jahr zum 105. Mal vergeben. Der Pulitzer-Rat setzt sich aus Journalisten, Verlegern und Akademikern zusammen. (epd/mig)

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