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Blick aus dem Fenster (Symbolfoto) © flickr.com, Robby McKee, CC 2.0, bearb. MiGAZIN

Studie

Hohes Risiko für Flüchtlinge bei Erreichen der Volljährigkeit

Sobald junge Flüchtlinge in Europa 18 Jahre alt werden, droht ihnen Obdachlosigkeit, Ausbeutung und Missbrauch. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. Danach laufen sie Gefahr, Rechte zu verlieren, die sie als Minderjährige haben.

Donnerstag, 10.06.2021, 5:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 09.06.2021, 15:28 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Junge Flüchtlinge sind in Europa laut einer Studie einem hohen Risiko ausgesetzt, wenn sie das Erwachsenenalter erreichen. Sobald sie 18 Jahre alt werden, verlören junge unbegleitete Flüchtlinge in vielen europäischen Ländern den Schutz, den sie als Minderjährige hatten, erklärte die Menschenrechtsorganisation Oxfam am Donnerstag bei der Vorstellung des Berichts in Berlin. „Ihnen drohen dann Obdachlosigkeit, Ausbeutung und Missbrauch.“

Für den Bericht hat Oxfam mit drei weiteren Menschenrechtsorganisationen untersucht, vor welchen Herausforderungen junge unbegleitete Flüchtlinge in Griechenland, den Niederlanden, Irland und Frankreich mit Erreichen der Volljährigkeit stehen. Demzufolge hat keines dieser Länder einen systematischen Rahmen, um den Übergang ins Erwachsenenalter zu begleiten.

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Das zeige sich etwa bei der Unterbringung. So würden in Griechenland junge unbegleitete Flüchtlinge mit Erreichen der Volljährigkeit teilweise auf die Straße gesetzt. In Irland könnten sie aus ihre Pflegefamilien herausgenommen und in Einrichtungen untergebracht werden, wo sie mit fremden Erwachsenen zusammenleben müssten.

Zu wenig Unterstützung

Auch beim Umgang mit Behörden erhielten gerade volljährig gewordene Flüchtlinge zu wenig Unterstützung. Dabei drohe ihnen die Abschiebung, wenn sie eine Frist verpassten oder ein falsches Dokument einreichten. In Frankreich und Italien hinderten komplizierte Regeln viele Schutzsuchende daran, eine Berufsausbildung zu beginnen. Jungen Flüchtlingen müsse ein ehrenamtlicher oder staatlicher Betreuer zur Seite gestellt werden, um mit den Behörden zurechtzukommen, forderten die Menschenrechtler.

Die Menschenrechtsorganisationen heben in dem Bericht auch positive Beispiele hervor. So könnten in Griechenland Flüchtlinge zwischen 16 und 18 Jahren in betreuten Unterkünften wohnen, um sich auf die Selbstständigkeit vorzubereiten. Ähnliche Projekte gebe es auch in Frankreich und Italien. (epd/mig)

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