Anzeige
Offener Brief, Brief, Schrift, Bildschirm
Offener Brief

Nahost-Konflikt

Offener Brief von Juden und Muslimen „Wir lassen uns nicht trennen“

Muslimische und jüdische Institutionen in Deutschland haben sich in einem offenen Brief gegen anti-muslimischen Rassismus und Antisemitismus gewandt. Die jüdisch-muslimischen Freundschaften ließen sich nicht auf den Nahost-Konflikt reduzieren.

Freitag, 21.05.2021, 5:19 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 20.05.2021, 15:50 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

In einem offenen Brief haben sich 22 jüdische und muslimische Institutionen in Deutschland unter dem Eindruck des Nahost-Konflikts gegen Antisemitismus und anti-muslimischen Rassismus gewandt. Sie verwahrten sich dagegen, dass Menschen jüdischen und muslimischen Glaubens hierzulande „für die Geschehnisse im Nahen Osten verantwortlich gemacht werden, sei es durch physische Gewalt oder durch entsprechende Darstellungen in den sozialen Medien“, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben. Diese Zuschreibung sei Ausdruck von Antisemitismus und anti-muslimischem Rassismus.

Anzeige

Der Brief trägt den Titel „Wir lassen uns nicht trennen“. Er ist unter anderem von der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt am Main, der jüdischen Studierendenunion, dem Verein „JUMA – jung, muslimisch, aktiv“ und dem Avicenna Studienwerk mit Sitz in Osnabrück unterzeichnet.

___STEADY_PAYWALL___

Keine Reduzierung auf Nahost-Konflikt

Es habe viel Mühe gekostet, untereinander Vertrauen aufzubauen und auch Differenzen auszuhalten, betonten die Autoren. Diese Arbeit sehen sie jetzt gefährdet und wollen sie „gegen eine neue Welle des Hasses und der Propaganda verteidigen“. Zugleich hätten sie in den vergangenen Jahren viele Gemeinsamkeiten und gleiche Ziele entdeckt. „Deshalb lassen wir unsere jüdisch-muslimischen Freundschaften, Bündnisse und Allianzen weder für politische Zwecke instrumentalisieren noch auf den Nahost-Konflikt reduzieren.“

Die Organisationen plädieren dafür, auch bezüglich des Nahost-Konflikts unterschiedliche Sichtweisen gelten zu lassen. „Unsere jeweiligen Perspektiven sind von unterschiedlichen Sozialisationen, Erfahrungen, Wissensbeständen, und Emotionen bestimmt. Dafür muss es in einer offenen, pluralistischen und demokratischen Gesellschaft Raum geben.“ (epd/mig)

Aktuell Gesellschaft
Zurück zur Startseite
UNTERSTÜTZE MiGAZIN! (mehr Informationen)

Wir informieren täglich über Migration, Integration und Rassismus. Dafür wurde MiGAZIN mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Um diese Qualität beizubehalten und den steigenden Ansprüchen an die Themen gerecht zu werden bitten wir dich um Unterstützung: Werde jetzt Mitglied!

MiGGLIED WERDEN
MiGLETTER (mehr Informationen)

Bestelle jetzt den kostenlosen MiGAZIN-Newsletter:

Auch interessant
MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)

  1. urbuerger sagt:

    Es wäre sehr wünschenswert, wenn die Differenzen zwischen den Juden und den Muslimen stark vermindert würden!

    Was mich in letzter Zeit aber sehr stört, sind die „Verbrüderungen“ von Minderheiten, bei denen die Mehrheiten ausgeklammert werden!
    Das ist so wenn es um die Tendersprache und Schreibweise geht, oder auch anderen Begebenheiten!

    So sieht es aus meiner Sicht auch mit dem gemeinsamen verfassten Brief der Muslime und der Juden aus, denn auch hier wird die deutsche Mehrheitsgesellschaft ausgeschlossen!

    Wie kann es etwas bringen, wenn man die Mehrzahl der Menschen, in unser aller Land nun Mal die Christen auśen vor lâsst!

    Die Gemeinschaften sollten endlich versuchen,durch Transparenz in den Lebensweisen dafür zu sorgen, dass eine Menge Vorurteile abgebaut werden!

    In meiner frühen Jugend, aufgewachsen in einer Familie, die schon zu Zeiten der ersten Gastarbeiter ohne Vorurteile auf diese Menschen zugegangen ist, lernte ich von meinen Eltern, dass es wichtig sei, eine gewisse Transparenz auf den Tisch zu legen!

    Als bei uns am Haus Umbauarbeiten stattfanden, bei denen von der Baufirma auch Türken und andere Nationalitäten eingesetzt wurden, begannen meine Eltern Freitags ein gemeinsames Mittagessen zu organisieren, zu dem jeder Eingeladene vorher seine Wünsche zum Gericht mitteilen konnte, so das niemand ausgeschlossen wurde nur weil er auf einem Bauernhof mit Metzgerei nicht das bekommen konnte, was seinen Gepflogenheiten entspricht!

    Diese Mittagessen mit den 6 Personen meiner Familie und den 5 Arbeitern werden noch heute zu einem fröhlichen Thema, wenn die Familie sich trifft!
    Dort hatten alle anwesenden die Möglichkeit, sich und ihre Mentalität zu zeigen, ohne Angst vor Ausgrenzung zu haben!

    Jahrelang haben meine Eltern noch familiäre Kontakte zu einer türkischen Familie gepflegt, so dass die Lebensumstande der Familie für uns zu einer Selbstverständlichkeit wurden, auch heute noch sind!

    Allerdings kenne ich nur wenige, die diese Erfahrungen machen konnten, da es noch immer eine gewisse Intransparents der Muslime zu ihren Lebensgewohnheiten gibt und wenn man von den Juden spricht, muss man leider sagen, dass die Juden sich m.E.n. besonders abschotten!
    Obwohl ich mich für einen aufgeschlossenen Menschen halte und das auch noch Auśen hin zeige, habe ich noch niemals einen engeren Kontakt zu einem jüdischen Mitbürger aufbauen können, da diese sich immer sehr schnell abgeschottet haben, wenn man Fragen zu ihrem Leben stellte!

    Ich hoffe, dass diese Einstellung nicht auf Ängste beruht, denn dann wird es schwierig, sich besser untereinander zu verständigen, um endlich mit den Vorurteilen auf beiden Seiten aufzuräumen!!!