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MiGAZIN Kolumnist Sven Bensmann © privat, Zeichnung MiG

Nebenan

Der Nahwestkonflikt

Endlich mal nicht CDU. Endlich mal... Nahostkonflikt? Eine pädagogische Satire, mit der ich den Antisemitismus entlarve? Na denn prost Mahlzeit.

Von Dienstag, 18.05.2021, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 17.05.2021, 15:03 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |  

Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern: ein Konflikt, so alt wie die Sportmarke Puma. Seit die Westmächte im Anschluss an die Schoah entschieden, dass dies ein guter Moment sei, den Juden zu einem eigenen Staat zu verhelfen, um die Gefahren des Antisemitismus für ebendiese Juden zu verringern, und seit sie entschieden, diesen Staat nicht etwa aus dem Fleisch des besiegten Völkermörders im Herzen Europas zu schneiden, einem Staat der seit seiner Gründung schon zu groß für sein eigenes Wohl und das all seiner Nachbarn war, sondern denjenigen Besitzansprüchen zur Geltung zu verhelfen, die in einem uralten Märchenbuch von den Juden selbst aufgeschrieben wurden, wütet der Konflikt bereits – und ist neben christlicher Tradition der zweite große Treiber für Antisemitismus in der Welt.

Traurige Tatsache ist, dass es den Israel-Konflikt wohl geben wird, solange es zionistische Juden und Palästinenser gibt – und beide werden nicht einfach verschwinden. Es kann daher nur eine einzige Lösung geben, die nicht im Völkermord der einen an den anderen endet – egal, ob man diesen dann „Intifada“, „Siedlungspolitik“ oder eben „Nahostkonflikt“ nennt: Ziehen wir einen großen Zaun um den ganzen Staat, lassen jeden noch raus der will, und zünden dann genug Nuklearsprengköpfe, um das ganze Land vollständig zu entvölkern.

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Wenn die radioaktive Strahlung in ein paar hunderttausend Jahren dann auf ein Niveau gesunken ist, das nicht mehr unmittelbar tödlich ist, werden wir ja sehen, wer wirklich unbedingt dort leben will.

Sicher werden da viele gerade innerlich laut genickt haben – und denen sage ich: Ich weiß, oder?! Eine so einfache, naheliegende und gleichzeitig gerechte Lösung für den Nahostkonflikt haben viele nicht mehr für möglich gehalten, und doch liegt sie direkt vor unser aller Nase.

Andere werden sich natürlich echauffieren, dass hier jemand fordert, den nuklearen Holocaust über dem Staat Israel zu zünden, letztlich die Existenz des jüdischen Staates infrage stellt. Und denen sage ich: Ich weiß, oder?! So eine hirnverbrannte Scheiße kann doch keiner ernst meinen!

Aber ich habe das ja auch gar nicht so gemeint – war halt nur eine pädagogische Satire, mit der ich den Antisemitismus aller anderen entlarven wollte. Und auch wenn ich immer wieder sowas von mir gebe, heißt das ja nicht, dass ich wirklich so denke. Ich mag halt nur den Applaus, den ich dafür bekomme.

Zuletzt wird eine kleine, aber entscheidende Gruppe bemerkt haben, dass ich sowas natürlich noch nie von mir gegeben habe und dass es eigentlich auch um etwas völlig anderes geht. Mancher mag sich gar daran erinnern, dass ich bei anderer Gelegenheit mal darauf hingewiesen habe, dass Deutsche bei dem Thema generell besser die Fresse halten, selbst wenn sie Grass heißen.

Diese Menschen wissen dann auch, dass mir die „Methode AFD“ des Boris Palmer tierisch auf den Geist geht und, dass ich dessen Versuche etwas Widerliches, rassistisches oder sonstwie menschenverachtendes zu sagen oder zumindest anzudeuten und es im Falle einer unerwartet negativen Reaktion zurückzunehmen, beziehungsweise als Satire zu bezeichnen und den berechtigten Widerspruch als „cancel culture“ wegzureden meinerseits in einer satirischen Form überzeichnen wollte.

Sicher ist das genutzte Bild unangemessen und geschmacklos, gerade in der aktuellen Situation. Aber genau darum geht es ja: Ob nun der „N*****-schwanz“ eines Boris Palmer, „Judenschweine“-Sprechchöre vor einer Synagoge oder der Vergleich der israelischen Siedlungspolitik und der Intifada mit dem Völkermord der Deutschen an den Juden, Slawen, Sinti und Roma: Rassismus und Antisemitismus sind grundsätzlich immer unangemessen und geschmacklos.

Dass einer wie Palmer trotzdem noch in der Grünen Partei ist, weil er nicht selbst merkt, dass er in dieser Partei nichts verloren hat, eben wie Sarrazin vor ihm in der SPD, ist dabei schlicht absurd: Warum bleibt man in einer Partei, mit deren Ideologie man so wenig gemein hat, nachdem die einem bereits mehrfach klargemacht hat, dass man nicht erwünscht ist? Und: Welche Gesellschaft soll sein Twitterkanal eigentlich abbilden?

Meinung
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