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Studie

Neueinstellungen von Ausländern überdurchschnittlich oft befristet

Vier von zehn neu eingestellten Beschäftigten erhalten befristete Arbeitsverträge. Überdurchschnittlich oft betroffen sind Ausländer, bei ausländischen Frauen liegt die Quote noch höher. Das geht aus einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervor.

Freitag, 09.04.2021, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 08.04.2021, 12:26 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Vier von zehn neu eingestellten Beschäftigten erhalten laut einer Studie lediglich befristete Arbeitsverträge. Mit 39,4 Prozent der neu Eingestellten sei der Anteil befristeter Verträge im Jahr 2020 gegenüber dem Vorjahr leicht um 2,5 Prozentpunkte zurückgegangen, erklärte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung in einer am Mittwoch in Düsseldorf veröffentlichten Studie. Überdurchschnittlich stark von Befristungen betroffen seien weiterhin junge Beschäftigte sowie Arbeitnehmer mit ausländischer Staatsangehörigkeit.

„Generell gilt, dass Ausländer (43,9 Prozent) bei Neuanstellungen häufiger befristet werden als Deutsche (37,8 Prozent)“, heißt es in der Studie. Gravierend sei dabei der Unterschied in der Gruppe der Frauen: Während knapp 40 Prozent der deutschen Frauen bei Neuanstellung einen befristeten Vertrag erhalten, sind es unter den Ausländerinnen über 52 Prozent. „Inwieweit dies eine Folge der oftmals niedrigen Qualifikation ausländischer Frauen ist, geht aus den vorliegenden Daten nicht hervor“, so die Forscher.

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Weniger Neuanstellungen in der Pandemie

Obwohl sich Arbeitgeber bei Einstellungen in Corona-Zeiten offensichtlich auf das „Nötigste“ beschränkten, bleibe der Anteil der Befristungen weiterhin hoch, erklärten die Autoren der Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Stiftung. Mit befristeten Arbeitsverträgen müssten sowohl Beschäftigte ohne Ausbildungsabschluss (knapp 52 Prozent) als auch Hochschulabsolventen (knapp 45 Prozent) in einem neuen Job überdurchschnittlich häufig rechnen. Besonders weit verbreitet seien befristete Neueinstellungen in den Wirtschaftszweigen Erziehung und Unterricht sowie Information und Kommunikation.

Insgesamt habe während der Corona-Krise die Zahl der Menschen, die eine neue Beschäftigung aufnahmen, im zweiten Quartal 2020 um fast 30 Prozent niedriger gelegen als ein Jahr zuvor, erklärten die Autoren der Studie. Für die Untersuchung wurden die Daten der Bundesagentur für Arbeit zu Einstellungen zum zweiten Quartal 2020 ausgewertet. (epd/mig)

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