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Wohncontainer (Symbolfoto) © DeepakG @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Studie

Rechte Parteien profitieren bei Wahlen von zentralen Flüchtlingsunterkünften

In Regionen, in denen Flüchtlinge zentral in Flüchtlingsunterkünften untergebracht sind, wählen die Menschen eher rechte Parteien. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. Experten raten zu gleichmäßiger Verteilung von Geflüchteten. Das fördere auch die Integration.

Mittwoch, 31.03.2021, 5:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 30.03.2021, 15:17 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Die Art der Aufnahme von Flüchtlingen kann nach aktuellen Studien des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) Wahlen beeinflussen. Wenn in einer Region mehr Geflüchtete leben, bekämen rechte Parteien wie die NPD, die Republikaner, die Rechte und die AfD mehr Stimmanteile, erklärte das RWI in Essen.

Zwei Studien auf Kreis- und auf Gemeindeebene zufolge spielt jedoch die Art der Unterbringung eine große Rolle. Migrationsforscher plädieren deshalb für mehr dezentrale Unterbringungen. Werden Geflüchtete in zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht, erhielten rechte Parteien sowohl in der betroffenen als auch in angrenzenden Gemeinden mehr Stimmen, erklärte das Institut. Lebten die Geflüchteten hingegen dezentral in Wohnungen, zeige sich kein Effekt.

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Gründe für die Stärkung von migrationsfeindlichen Parteien könnten die Sorge vor zunehmender Kriminalität, die Befürchtungen über die Verteilung öffentlicher Güter sowie „auch einfach Fremdenfeindlichkeit“ sein, sagte die Leiterin der Forschungsgruppe „Migration und Integration“ des RWI, Julia Bredtmann, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. Die Politik solle versuchen, Geflüchtete möglichst gleichmäßig zu verteilen, riet sie. Das sei aus Integrationsperspektive sinnvoll und wirke zugleich einem Erstarken rechter Parteien entgegen.

Grünen gewinnen in wirtschaftlich starken Regionen

Eine Analyse auf Kreisebene zeige bei einem Zuzug von Asylsuchenden allerdings auch Zugewinne für migrationsfreundliche Parteien wie die Grünen, erklärte das Institut. Das gelte jedoch nur in Regionen, denen es wirtschaftlich gut gehe.

In der Studie über den Einfluss von Kontaktmöglichkeiten mit Geflüchteten im direkten Wohnumfeld auf die Wahlentscheidung wertete eine der Studien Daten auf Gemeindeebene aus. Zudem wurde der Einfluss des Flüchtlingszuzugs im Jahr 2015 auf die Landtagswahl 2016 in Rheinland-Pfalz untersucht. Die zweite Studie untersuchte die Auswirkungen auf Kreisebene. (epd/mig)

Leitartikel Panorama
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