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Junger Mann (Symbolfoto) © 1388843 @ pixabay.com (Lizenz), bearb. MiG

Studie

Geflüchtete sind in der Pandemie psychisch stark belastet

Die Corona-Pandemie verschärft die Einsamkeit vieler Menschen in Deutschland. Geflüchtete sind von den Folgen jedoch besonders stark betroffen. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung hervor.

Freitag, 26.03.2021, 5:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 25.03.2021, 15:32 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Flüchtlinge sind einer Studie zufolge in der Corona-Krise stärker psychisch belastet als Menschen ohne Migrationshintergrund. Sie leiden unter Depressionen, Ängsten und Einsamkeit, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervorgeht.

Die Pandemie habe auch bei Deutschen die Einsamkeit verschärft. „Bei den Geflüchteten sehen wir hingegen, dass sie sich schon über einen längeren Zeitraum einsam fühlen“, betonte Studienautorin Theresa Entringer. „Das ist gesundheitspolitisch bedenklich, da vor allem chronische Einsamkeit psychisch und physisch krank macht.“

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„Die Einsamkeit, die durch die Pandemie ausgelöst wurde, ist voraussichtlich ein vorübergehendes Phänomen. Bei den Geflüchteten sehen wir hingegen, dass sie sich schon über einen längeren Zeitraum einsam fühlen“, betont Entringer. „Das ist gesundheitspolitisch bedenklich, da vor allem chronische Einsamkeit psychisch und physisch krank macht.“

Fehlende soziale Teilhabe verstärkt Einsamkeit

Info: Für die Studie werteten die Forscher repräsentative Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), der IAB-BAMF-SOEP-Befragung Geflüchteter in Deutschland sowie zweier Zusatzerhebungen zur Corona-Situation (SOEP-CoV) aus. Die Befragungen wurden in den Jahren 2016/2017 und 2019 sowie von April bis August 2020 durchgeführt.

Grund für die anhaltende Einsamkeit und psychischen Belastungen bei Geflüchteten ist unter anderem ihre fehlende soziale Teilhabe. Sind Geflüchtete beispielsweise erwerbstätig, dann reduziert das ihre Einsamkeit. Auch wenn sie über bessere Deutschkenntnisse oder ein höheres Haushaltseinkommen verfügen, sind Geflüchtete weniger einsam.

Die Studienautoren empfehlen daher, weiter in die Sprachförderung und den Arbeitsmarktzugang von Geflüchteten zu investieren. Insbesondere Geflüchtete mit schlechterer psychischer Gesundheit sollten zusätzlich unterstützt werden. Auf diese Weise würden die Integration Geflüchteter gefördert und deren Einsamkeit und psychische Belastungen reduziert. (epd/mig)

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