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Der sog. Trauermarsch in Chemnitz (Archiv) © Tim Lüddemann @ flickr.com (CC 2.0), Tim Lüddemann

Ost-Beauftragter

Hohe Corona-Zahlen in AfD-Hochburgen kein Zufall

Für den Ost-Beauftragten Wanderwitz ist es kein Zufall, dass in AfD-Hochburgen die Corona-Zahlen höher ausfallen. AfD-Anhänger lehnten Infektionsschutzmaßnahmen ab. Er spricht von „Realitätsverweigerung“.

Dienstag, 09.02.2021, 5:19 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 07.02.2021, 22:32 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Bereits im Dezember 2020 haben Forscher am Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ) Jena einen Zusammenhang zwischen hohen Corona-Zahlen und Hochburgen der Alternative für Deutschaland (AfD) herausgefunden. Die Datenanalyse zeigt, dass in Kreisen mit höheren Corona-Inzidenzen auch die AfD häufig höhere Stimmenanteile bei der Bundestagswahl 2017 erreichte. Die Korrelation zwischen AfD-Wahlergebnis und der Corona-Inzidenz befindet sich den Forschern zufolge „nicht nur in Einzelfällen, sondern ist auch statistisch stark und signifikant“.

IDZ-Direktor schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter: „Die Ergebnisse der Regressionsanalysen zeigen einen starken und höchstsignifikanten Zusammenhang zwischen Coronainzidenz und dem Bundestagswahlergebnis der #AfD 2017 auf der Kreisebene. Dies gilt für Ost- und mit wenigen Ausnahmen auch für Westdeutschland.“

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Nach Ansicht des Ost-Beauftragten der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU), sind die Befunde kein Zufall. Eine mal laute, mal leise Rebellion gegen die Infektionsschutzpolitik behindere unterm Strich die Virusabwehr, sagte Wanderwitz dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“.

Wanderwitz: Realitätsverweigerung

In einer Pandemie spielten viele Faktoren eine Rolle, sagte Wanderwitz. Dazu zähle nicht zuletzt die Haltung der Menschen zu Abstandsregeln und Maskenpflicht. „Wer die Infektionsschutzmaßnahmen ablehnt, wie viele AfD-Anhänger, Reichsbürger und Esoteriker es tun, hilft am Ende bei der Ausbreitung des Virus.“

Wanderwitz fügte hinzu, das Phänomen habe inzwischen eine Dimension, die über das Parteipolitische hinausgehe. So entstehe in manchen Regionen der früheren DDR eine Realitätsverweigerung wie im Jahr 2016 bei den Trump-Wählern in den USA. Viele schöben Komplexes und Unwillkommenes einfach beiseite, igelten sich ein und seien dann keinem Argument mehr zugänglich. (epd/mig)

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  1. Ute Plass sagt:

    Hat sich vielleicht der Ostbeauftragte Wanderwitz an dieser Studie
    orientiert:
    gefallen:https://www.corodok.de/wissenschaftliche-studie-infektionen/ ?!