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"Herkunft" von Sasa Stanisic ©btb

Literaturpreis für Stanisic

„Ein leidenschaftliches Plädoyer gegen Nationalismus“

Der Usedomer Literaturpreis 2020 geht an Sasa Stanisic. Der 1992 vom ehemaligen Jugoslawien nach Heidelberg geflohene Stanisic wurde ausgezeichnet für sein Buch "Herkunft". Die Jury lobt es als "ein leidenschaftliches Plädoyer gegen Nationalismus und Populismus".

Montag, 07.12.2020, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 06.12.2020, 12:50 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |  

Der Schriftsteller Sasa Stanisic (41) hat am Samstag den mit 5.000 Euro dotierten Usedomer Literaturpreis 2020 erhalten. Die Preisverleihung fand Corona-bedingt im Literaturhaus Hamburg unter Anwesenheit von Mitgliedern der Jury statt und wurde per Livestream übertragen. Die Jury habe die Auszeichnung für den Roman „Herkunft“ stellvertretend für das Gesamtwerk von Sasa Stanisic verliehen, teilte das Literaturfestival mit.

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Der Roman sei „ein leidenschaftliches Plädoyer gegen Nationalismus und Populismus“ und werfe existenzielle Fragen auf, hieß es. Es sei Stanisics eigene Biografie, geprägt von ungeplanten Zäsuren durch Krieg und Gewalt im ehemaligen Jugoslawien, die „Herkunft“ auch zu einem „wichtigen literarischen Weckruf“ machten. „Und das gerade in einer Welt, die sich erneut nach einfachen Wahrheiten sehnt“.

1992 nach Heidelberg geflohen

Der 1978 geborene Autor war nach der Besetzung seiner Heimatstadt durch bosnisch-serbische Truppen gemeinsam mit seinen Eltern 1992 nach Heidelberg geflohen. Seine Erzählungen und Romane wurden in über 30 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Sasa Stanisic erhielt unter anderem den Preis der Leipziger Buchmesse für „Vor dem Fest“ und zuletzt für „Herkunft“ den Deutschen Buchpreis 2019 sowie den Eichendorff-Literaturpreis und den Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster. Er lebt und arbeitet in Hamburg.

Die Auszeichnung ist mit einem einmonatigen Arbeitsaufenthalt auf der deutsch-polnischen Insel Usedom verbunden. Der Preis richtet sich an Autoren, die sich in herausragender Weise um den europäischen Dialog verdient gemacht haben. Gestiftet wird er von den Seehotels und den Usedomer Literaturtagen. Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger waren Radka Denemarková und Eva Profousová (2011), Olga Tokarczuk (2012), Jan Koneffke (2013), Jaroslav Rudi (2014), Ulrike Draesner (2015), Dörte Hansen (2016), Joanna Bator (2017), Ilija Trojanow (2018) und Jenny Erpenbeck (2019). (epd/mig)

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