Anja Hilscher, Migazin, Autorin, Muslima, Islam, Religion
Anja Hilscher © privat, Zeichnung: MiG

Kritische Masse

Theoretische Verschwörung

Es stimmt nicht, dass Verschwörungstheoretiker ihre Thesen unbedingt glauben möchten. Ich jedenfalls wäre dankbar, wenn Sie mir diesen gruseligen Mist aus dem Kopf schlagen.

Von Donnerstag, 12.11.2020, 5:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Freitag, 20.11.2020, 9:35 Uhr Lesedauer: 12 Minuten  |   Drucken

So eine Kolumne ist eine feine Sache. Man kann fröhlich seine unqualifizierte Meinung verbreiten, halbgare Ideen zum Besten geben, ohne großartig Widerspruch befürchten oder das genervte Augenrollen sehen zu müssen. Von vielen Dingen, über die ich schreibe, habe ich tatsächlich etwas Ahnung. Heute möchte ich mich jedoch einem Thema zuwenden, von dem ich ungefähr so viel verstehe wie von Atomphysik und „Kritischer Masse“: Wirtschaft. Kennen Sie solche Momente, wo Sie Aha-Erlebnisse haben, wo buchstäblich die Schuppen von den Augen rieseln? Wo man sich so sagt: Diese Erkenntnis ist definitiv ein Meilenstein in deiner Persönlichkeitsentwicklung!

Ich z.B. hatte gerade so eine. Kennen Sie das Weltwirtschaftsforum? Klar… Jeder hat das Wort schon mal gelesen und eine vage Ahnung, was sich dahinter verbergen mag. Irgend so ein unheimlich wichtiges Treffen in der Schweiz von irgendwelchen Wirtschaftsbossen, die Einfluss nehmen wollen. Etwas, wogegen Linke und Globalisierungsgegner protestieren. Bis dahin wusste ich das auch. Aber jetzt habe ich mich mal ein bisschen mehr informiert. Das war erhellend und auch lustig. Eine meiner als Lehrerin erworbenen Kompetenzen kommt mir manchmal zugute. Und zwar habe ich die Fähigkeit, verquaste oder schönrednerische Schwurbeleien blitzartig auf ihre (tatsächliche) Essenz reduzieren und in „leichte Sprache“ übersetzen zu können. Etwa völlig überkandidelte Texte in Deutschlehrbüchern für Fortgeschrittene. Oder böse Briefe der Ausländerbehörde, die meine Schüler mir zwecks Dechiffrierung vorlegen.

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Die Tatsache, dass ich, bezüglich Weltwirtschaftsforum, von Tuten und Blasen bisher keine Ahnung hatte, verkaufe ich Ihnen hier einfach mal ganz dreist als Vorteil. Wenn man mit einer bestimmten Materie seit langer Zeit vertraut ist und gewisse Gedanken längst verinnerlicht hat, stellt sich ja oft die sogenannte Betriebsblindheit ein. Man sieht dann den Wald vor lauter Bäumen nicht. In diesem Fall wäre der Wald die Tatsache, dass es keineswegs dubioser Querfront-Esoterik-Schmu ist, zu glauben, dass die mächtigen Konzerne ziemlich große Pläne haben. Pläne, die nicht öffentlich diskutiert werden. Weiterhin ist es nicht sehr weit hergeholt, zu argwöhnen, dass die offenbar langersehnte Weltkrise für ihre Zwecke instrumentalisiert, wenn nicht gar forciert wird. Was nicht heißen soll, dass das Coronavirus ungefährlich ist oder gar absichtlich verbreitet wurde.

Das Aha-Erlebnis war für mich die Erkenntnis, dass eine weltweite Krise, wie die aktuelle Coronakrise, nicht, wie man als Laie vielleicht denken würde, in den Augen der Wirtschaftsbosse eine Gefahr, sondern vielmehr eine hochwillkommene Chance zur Durchsetzung gewisser Ideen ist. Ergo: Eine solche Krise muss möglichst lange aufrechterhalten werden. Bevor Sie jetzt reflexartig „Verschwörungsmüll!“ denken und wegklicken, lesen Sie bitte einfach nur den Wikipediaartikel zum Weltwirtschaftsforum! Der Titel eines nach der Wirtschaftskrise 2008 entstandenen Werks aus der Feder des renommierten amerikanischen Historikers und Wirtschaftswissenschaflers Philip Mirowski lautet „Never let a serious crisis go to waste“, also „Lass keine ernsthafte Krise ungenutzt vorüber gehen“. Das deutsche Buch trägt den Titel: „Untote leben länger – warum der Neoliberalismus nach der Krise noch stärker ist“.

Möglicherweise werden Sie nach der Lektüre des Wikipediaartikels genauso neugierig wie ich. Etwa, weil Sie sich fragen, was es mit der „Vierten Industriellen Revolution“ (ein Zukunftsprojekt der deutschen Bundesregierung und Motto der WEF-Tagung im Jahr 2016) auf sich hat. Oder mit dem Motto für 2021: „The Great Reset“ bzw. „Der große Neustart“. Womit eine buchstäbliche industrielle Revolution auf der Basis neuester Technologien gemeint ist, die, von Deutschland ausgehend, weltweit vorangetrieben werden soll. Sind Sie nicht auch der Meinung, das klingt nach Themen, die möglicherweise eine öffentliche Diskussion wert wären? Denken Sie nicht, die Bevölkerung würde möglicherweise doch gerne mitentscheiden, ob ihre Kinder in einer digitalisierten Hightech-Science-Fiction-Welt der Drohnen, implantierten Chips und Pflegeroboter aufwachsen lassen sollen? Sind Journalisten tatsächlich noch naiver als ich? Oder betriebsblind? Oder wollen sie betriebsblind sein, der Karriere halber? Wenn Sie also neugierig werden und sich zu diesem hoch spannenden Thema weiter informieren möchten, lege ich Ihnen das Blog von Norbert Häring ans Herz. Diesen Link können Sie, glaube ich, getrost weiterverbreiten. Norbert Häring ist ein promovierter Volkswirt und Wirtschaftsjournalist, der u.a. für die Financial Times und das Handelsblatt schreibt. Ihm kann man so schnell nicht am Zeug flicken.

Nun zum Weltwirtschaftsforum, kurz WEF. Das WEF ist ein Zusammenschluss von rund 1.000 Unternehmen. Darunter sind nicht etwa Besitzer von zwei, drei Dönerbuden oder indische Tankstellenpächter zu verstehen. Vielmehr handelt es sich um globale Unternehmen mit mindestens 5 Milliarden (ja, das mit neun Nullen!) Umsatz. Es wäre nun sehr hässlich und unangebracht, zu argwöhnen, diese weltumspannenden, globalen Unternehmen hätten ihren eigenen finanziellen Profit und Machterhalt im Auge. Im Koran finden wir den schönen Vers „Mancher Argwohn ist Sünde“, den wir unbedingt beherzigen sollten. Nein! Diese illustre Versammlung ist, ganz im Gegensatz, eine „gemeinnützige Stiftung“, denn sie sind gemeinsam zu der Erkenntnis gelangt, dass den Mühseligen und Beladen dieser Welt geholfen werden muss. Deshalb lautet ihre Mission „Improving the state of the world!“ Dass diese Stiftung aufgrund ihrer Gemeinnützigkeit natürlich Steuerfreiheit genießt, ist gerecht und sinnvoll, denn auf die eingesparten Gelder kommen natürlich auf direktem Wege den Ärmsten der Armen zugute. Böse Stimmen behaupten, die „Zivilisationsländer“ ruinierten nicht nur deren Kultur und Wirtschaft nach allen Regeln der Kunst, sondern auch ihre Umwelt, aber das ist gar nicht so eindeutig bewiesen.

Nestlé zum Beispiel – also die Wasserprivatisierer, die Afrikanern das eigenen Grundwasser klauen und anschließend überteuert in Plastikflaschen verkaufen – macht jetzt nämlich durch menschenfreundliche Aktionen von sich reden. Gerüchten zufolge soll sich die Konzernleitung in eine 40-tägige Klausur zurückgezogen und dort einschneidende spirituelle Erfahrungen gemacht haben. Wie ist es auch sonst zu erklären, dass sie, nachdem sie aufgrund ihres unmoralischen Geschäftsgebarens an einem massiven Imageproblem litten, sich nun – inshaallah! – an selbst auferlegte Vorgaben halten wollen, etwa bezüglich Plastikreduktion? Nestlé ist ein herzerwärmendes Beispiel für das neue Umdenken der im WEF vertretenen Konzerne. Man hat eingesehen, dass es so nicht weiter gehen kann! Man hat erkannt, dass es nicht schön war, wie man sich verhalten hat. Deshalb bekämpft Nesté jetzt die Umweltverschmutzung, so wie das WEF insgesamt, das dem Drängen der nun schon seit Jahrzehnten nervenden Umweltschützer jetzt nachgibt und „grüne“ und „nachhaltige“ Technologien verbreiten möchte. Norbert Häring erwähnt interessanterweise, es gebe eine in einschlägigen Kreisen bekannte Taktik: „Wenn du eine Gegenbewegung nicht bekämpfen kannst, setz dich an ihre Spitze!“ Kommt Ihnen diese Idee irgendwie vertraut vor? Es ist nichts anderes als die Martial-Arts-Technik, die Kraft des Gegners umzuleiten und gegen ihn selbst zu richten.

Wie bereits erwähnt, werden auf den Weltwirtschaftsforen interessante Themen verhackstückt und Agenden festgelegt. Wie gesagt: Man darf nicht allzu argwöhnisch sein. Sonst würde man sich schon darüber wundern, wie viele Aspekte der Coronakrise den Interessen des WEF arg entgegen kommen: Die zunehmende Kommunikation über das Internet etwa, oder die Verdrängung des Bargeldes, dieses anarchischen Zahlungsmittels, mit dem bekanntlich vorwiegend Zuhälter, Drogenhändler und Hartz-IV-Betrüger ihre halbseidenen Geschäfte abwickeln und das den Banken schon lange ein Dorn im Auge ist. Vielleicht haben Sie das auch schon gemerkt: Bankfilialen werden zunehmend geschlossen, viele Transaktionen sind nur noch per Kartenzahlung möglich, größere Bargeldsummen werden nur noch ungern und nach Voranmeldung ausgezahlt.

Im Zuge der Coronakrise („Schützen Sie unsere Kassierer! Vermeiden Sie nach Möglichkeit Bargeldzahlung!“) stellten arglose Hausfrauen nun plötzlich fest, dass, aus Gründen der Hygieneoptimierung, selbst das Eingeben der PIN an der Supermarktkasse nicht mehr nötig war. Mich ereilte diese Erkenntnis bei „DM“. „Einfach da drüber halten!“ sagt die Kassiererin „Wie jetzt?? Ich wedel da einmal so über dieses Scannerteil, und mein Geld ist runter?“ frage ich, entgeistert und leicht schockiert. Die Verkäuferin nickt und lacht verlegen. Sie guckt mich an. Ihr Gesichtsausdruck – das weiß ich noch – drückte dabei genau dieselbe Mischung aus Empörung, Ohnmacht und Verstörung aus, die ich selber gerade empfand.

Die Sache mit der allgegenwärtigen Digitalisierung und Vernetzung finde ich schon seit längerem ziemlich gruselig, schon alleine aufgrund der Tatsache, dass man inzwischen einen Großteil seiner Lebenszeit nicht mehr im RL (Real Life) verbringt, sondern vor irgendwelchen Bildschirmen. Das Internet alleine reicht mir eigentlich schon, und ich verfluche den Tag, an, dem Druck gewisser Familienmitglieder nachgebend, Flatrate und W-Lan bei mir aktiviert wurden. Dann aber kamen die Apps und sozialen Netzwerke…. „Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los!“ – konnte Goethe hellsehen? Ich verfluche auch den Tag, da ich mir ein Facebook-Account einrichtete und mich von der Tatsache blenden ließ, wie easy es heute ist, per WhatsApp umsonst mit Freunden auf der anderen Erdhalbkugel Videotelefonate zu führen – und vom BND ausspioniert zu werden. „BND soll künftig mitlesen dürfen“ lautete die lakonische Überschrift eines kurzen ZEIT-Artikels vom 21.10. Natürlich nur in begründeten Ausnahmefällen. Zwecks Terrorbekämpfung. Puhhhh… Na, dann! In China lebt es sich eigentlich auch ganz gut, befand gestern ein Freund, mit dem wir zu Abend aßen. „Denen geht‘s doch gut. Ich meine: Die entwickeln sich wirklich weiter. Der Lebensstandard steigt bei denen!“ Man dürfe halt nur nicht den Fehler machen, eine abweichende Meinung zu äußern. Oder Moscheen zu besuchen. Er sagte das im Ernst.

Als hoffnungslos konservative Kulturpessimistin hatte ich mir also vorgenommen, wenigstens keine neuen dubiosen Apps zu installieren und wirklich hart zu bleiben. Die werde ich schon ausbremsen, diese Vierte Industrielle Revolution, das wäre ja gelacht! Das wird sich die Zähne an mir ausbeißen, das Weltwirtschaftsforum, harr, harr…! ZOOM etwa… Alle Welt hat plötzlich ZOOM, und es stellt sich die Frage, ob man es durchhalten wird, gegen den Strom zu schwimmen. Zwei meiner Freunde boykottieren seit Jahren konsequent WhatsApp. Beinhart. In einem Fall hat das zur Folge, dass der Kontakt zu einem im ganzen Land verstreuten Freundeskreis nach und nach abreißt. Im anderen Fall sind die Freunde genervt, weil Christi, so heißt mein Freund, aufgrund seiner „Digital-Detox-Macke“ ständig eine Extrawurst einfordert und Einzelbetreuung per E-Mail benötigt. Aber merke: „Nur die Harten komm‘ in‘n Garten!“

In Kolumnen rumjammern ist eine Sache – es einfach jahrelang durchziehen ist eine andere. Ohne groß zu labern. Wie Clint Eastwood. Tatsache ist, dass ich an mir selbst beobachte, wie ich in lauter Verhaltensweisen reinrutsche, ohne es wirklich zu wollen. WhatsApp, dem ich nie getraut habe. Onlinebanking. Kreditkarten haben (bei der Eröffnung eines Kontos bekommt man die ja geschenkt. Supernett von denen. Am liebsten hätte ich meiner Bank das Scheißteil postwendend wieder zurückgeschickt, weil ich genau wusste, worauf es hinauslaufen wird. Habe ich aber nicht. „Na, egal, man weiß ja nie… Ich brauche sie ja nicht zu benutzen!“). Anschließend: Mit Kreditkarten bezahlen (ging nicht anders – was anderes haben die in dem Land nicht genommen…). Mit Kreditkarten ONLINE bezahlen (ging nicht anders, das war ein Notfall), usw, usw. Ich weiß, inzwischen bezahlen viele noch „bequemer“ – mit dem Handy. Und einige mit implantierten Chips…

Besonders amüsant finde ich, wie einem diese schöne neue Welt in wohlklingendem Neusprech – im Falle von Tondateien oder Telefon-Warteschleifen unfehlbar in säuselnden, hohen Frauenstimmen – angepriesen wird: „Jetzt noch bequemer/sicherer/schneller/nachhaltiger!“ etc. Alle fahren nämlich auf Stimmen junger Frauen ab, das ist psychologisch belegt. Schon Babys. Verschwörungstheoretiker, so las ich neulich, zeichnen sich dadurch aus, dass sie nie glauben, dass etwas zufällig geschieht. In Wirklichkeit ist es natürlich purer Zufall, dass Siri eine Frau ist. Ebenso, wie es Zufall ist, dass die Coronakrise die Vierte Industrielle Revolution massiv vorantreibt. Ebenso, wie es purer Argwohn ist, davon auszugehen, dass die Daten, die man allerorten von uns einfordert, nur sehr vielleicht und auch so lange unserer eigenen „Sicherheit“ dienen, wie sie von grundanständigen, hoch moralischen, sich den Werten der Demokratie und des Grundgesetzes verpflichtet fühlenden Menschen verwaltet werden. Das heißt… das mit dem Grundgesetz gilt natürlich nicht für Facebook, Google etc.

Auch die Vierte Industrielle Revolution hat natürlich nicht den Zweck, die Macht der Mächtigsten weiter zu verfestigen. Und das New-World-Order-Geschwurbel von der angeblichen Errichtung einer „Weltregierung“, in der die Regierungen der Nationalstaaten nichts mehr zu melden haben, ist der Inbegriff einer Verschwörungstheorie. Denken Sie da am besten gar nicht weiter drüber nach! Es ist ziemlich ungemütlich, sich damit zu beschäftigen. Sonst würden Sie mit drei, vier Klicks nämlich herausfinden, dass bereits vor elf Jahren ein vom WEF beauftragtes Komitee, Global Redesign Initiative, kurz GGI, achtzehn geschlagene Monate daran arbeitete, herauszuarbeiten, wie eine Weltregierung – „Global Governance“ – im Detail aussehen könnte.

Auf der Webseite der NGO „Publik Eye“, die während des Weltwirtschaftsforums regelmäßig eine Gegenkonferenz abhält, heißt es, am 13. Juni 2019 hätten das World Economic Forum (WEF) und die UNO ein Abkommen unterzeichnet, „das die Legitimität und Autorität der – dank Trump und Konsorten – sowieso schon angeschlagenen Weltbehörde weiter aushöhlt und den Konzernen direkten Einfluss auf viele relevante Gremien und Programme gewährt. Fast so skandalös wie dieser private Coup gegen den staatlichen Multilateralismus ist die Tatsache, dass er quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden konnte: Kein relevantes Medium analysierte bislang Inhalt und Konsequenzen dieses – bezeichnenderweise nur via WEF-Website auffindbaren Dokuments“

So, liebe Migazin-Leser. Mir reicht‘s. Ich habe jetzt wirklich schlechte Laune von diesem Verschwörungskram. Offen gestanden, sehe ich aber keinen ernsthaften Grund, zu glauben, dass die mächtigsten Konzerne der Welt plötzlich zu Umweltschützern und Menschenfreunden mutiert wären. Aber eins weiß ich mit Sicherheit: Es stimmt nicht, dass Verschwörungstheoretiker ihre Thesen unbedingt glauben möchten. Ich jedenfalls wäre aufrichtig dankbar, wenn Sie es schaffen sollten, mir diesen gruseligen Mist aus dem Kopf zu schlagen. Aber bitte mit Argumenten. Bis dahin versuche ich, mich in positivem Denken zu üben: Jede Krise ist ja auch eine Chance. Ist wirklich so. Vielleicht geht der ganze Scheiß auch nach hinten los. Vielleicht haben Klaus Schwab (der Gründer des WEF), Elon Musk, Bill Gates etc. auch einfach demnächst ein kollektives Burnout. Die treffen sich dann in der einzigen auf Weltherrscher-in-Spe-mit-Burnout spezialisierten Kurklinik der Welt, machen Klangschalentherapie und fangen an, die Inner Road zu suchen. Und wenn sie rauskommen, sind sie demütig und geheilt und satteln um. Auf Sofapolsterer oder Glückskeksautor. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Außerdem hat der Boss auch noch ein Wörtchen mitzureden. „Ihr schmiedet einen Plan. Auch Ich schmiede einen Plan!“ heißt es lakonisch im Koran. Also: Abwarten, beten und Tee trinken. Stay tuned, bis zum nächsten Mal!

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  1. Ute Plass sagt:

    Danke, Anja Hilscher, für diesen informativ-unverkrampften Beitrag
    über „Verschwörungen“.
    Dieser Text ist ein echter Lesegenuss, weil schwere Themen mit scheinbar leichter Feder geschrieben. Werde ihn weiter empfehlen, u.a. wegen dem Linkhinweis zu Norbert Häring.

    Hinweis: Vertipper in der Überschrift!

  2. Heinrich Ernst sagt:

    …Elon Musk mit Bill Gates in einer Zeile zu nennen tut Musk wirklich unrecht! Auch wenn er Konsumartikel und Weltraumschrott herstellt, so ist er doch einer, der zumindest die Welt sehr vehement weg vom Öl, hin zum Solarzeitalter befördert, wie kein zweiter! „Never waste a good crisis!“ , wird übrigens Winston Churchill zugeschrieben. Einem Sprücheklopfer und Egomanen vom Kaliber eines Trump oder Johnson. Nicht zuletzt eines skrupellosen Warlords, der seine Taten aus dem ersten Weltkrieg durch seinen Sieg im zweiten Weltkrieg vergessen machen und adeln konnte, immerhin… Corona und „the great reset“ wird also analog wie der „Kampf gegen den Terror“ oder die sogenannte „Überwindung der Bankenkrise“ die Welt weiter verändern und vermutlich, wie die vorgenannten, nicht verbessern. Dazu braucht es keine Verschwörungstheorie, nein, das ist erprobte Praxis…

    PS: sehr nett, daß ihr Google Analytics hier im Artikel für mich eine Sparkassenwerbung einblenden lasst..

  3. Anja Hilscher sagt:

    @Heinrich Ernst – Ich benutze den Ausdruck „Verschwörungstheoretiker(in)“ natürlich ironisch, weil ich leider feststellen muss, dass auch absolut seriöse Wissenschaftler und Journalisten zunehmend in die „Spinner-“ und „Verschwörungstheoretiker“ – Ecke gestellt werden, sobald sie allzu gründlich und unvoreingenommen recherchieren. Wie ich in meiner letzen Kolumne erwähnte, wies die hiesige Tageszeitung kürzlich darauf hin, dass rund 40% der Bevölkerung überzeugt sind, dass die Welt von im verborgenen agierenden Mächten beherrscht werde. Dazu titelte sie spöttisch: „Wird die Welt von Aliens regiert?“ Derlei Polemik, in der Regel völlig von Argumenten befreit, verbreitet sich leider zunehmend.