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Jugendliche © State Farm @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Pisa-Studie

Jugendliche interkulturell kompetent, aber wenig engagiert

Über globale Fragen wie Armut und Klimawandel fühlen sich deutsche Jugendliche gut informiert und sie zeigen Respekt gegenüber Menschen aus anderen Kulturen. Ihr Engagement lässt einer OECD-Studie zufolge aber zu wünschen übrig.

Freitag, 23.10.2020, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 22.10.2020, 18:45 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Jugendliche in Deutschland fühlen sich laut einer Studie gut über globale Fragen wie Armut und Klimawandel informiert. Sie trauten sich Beurteilungen zu diesen Themen zu und bekundeten Respekt gegenüber Menschen aus anderen Kulturen, teilte die Technische Universität München (TUM) am Donnerstag mit. Dies seien Ergebnisse aus der Zusatzbefragung „Global Competence„, mit der die jüngste PISA-Studie ergänzt wurde.

Jugendliche zeigten allerdings wenig Interesse, etwas über andere Kulturen zu lernen, hieß es. Sie dächten nicht, dass sie viel an globalen Problemen ändern könnten, und engagierten sich weniger als Jugendliche in anderen Ländern.

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In Deutschland beantworteten die Fragen rund 3.800 15-jährige Schüler im Frühjahr 2018. Insgesamt wurden die Fragen Schülern in 66 Staaten vorgelegt, darunter in 27 Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die die Studie koordiniert.

Informiert über globale Themen

„Es ist wichtig, dass Schüler sich in einer zunehmend vernetzten und durch kulturelle Diversität gekennzeichneten Welt zurechtfinden“, sagte TUM-Professorin Kristina Reiss, die den deutschen Teil der Studie leitet. Das gelinge den Jugendlichen in Deutschland gut. Festzustellen sei aber auch, „dass sie ihr Wissen und ihre Einstellungen noch wenig in Handlungen umsetzen“.

Laut Studie fühlen sich die Jugendlichen in Deutschland etwas besser über globale Themen informiert als der Durchschnitt der OECD-Befragten. Deutlich größer schätzen sie ihre Fähigkeiten ein, Aufgaben zu diesen Themen zu lösen – etwa zu erklären, warum manche Länder mehr unter dem Klimawandel leiden als andere. Auch der Respekt für Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund sei überdurchschnittlich groß. Eine Frage war etwa, ob Kinder von Zuwanderern dieselben Bildungsmöglichkeiten haben sollten wie andere Kinder.

Wenig Interesse an anderen Kulturen

Das Interesse, etwas über andere Kulturen zu lernen, war jedoch deutlich geringer als in anderen Ländern. Und auch ihre Handlungsfähigkeit bei globalen Themen schätzten die deutschen Jugendlichen begrenzter ein. Zudem seien sie weniger bereit, sich für globale Ziele zu engagieren. Das zeigte sich etwa bei Fragen, ob sie annehmen, dass sich ihr Verhalten auf Menschen in anderen Ländern auswirken kann, und ob sie sich an Aktivitäten für den Umweltschutz beteiligen.

Ein ähnliches Ergebnis wie Deutschland haben Staaten mit ähnlicher Demografie, kultureller Prägung und politischen Rahmenbedingungen, etwa Österreich, Frankreich und Großbritannien, wie es hieß. Möglicherweise führe „ein hohes Verständnis für die Komplexität der globalen Probleme eher zu der Einschätzung, dass man als Individuum wenig zur Lösung beitragen kann“, sagte Reiss. (epd/mig)

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