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Rettungsschiff Alan Kurdi im Mittelmeer © Sea Eye

Nach tagelanger Irrfahrt

Flüchtlinge von „Alan Kurdi“ dürfen in Sardinien an Land

Mit 125 Flüchtlingen an Bord steuert die "Alan Kurdi" nun Olbia in Sardinien an. Das Innenministerium in Rom erklärte, die Geretteten dürften dort an Land gehen und sollten innerhalb Europas verteilt werden.

Freitag, 25.09.2020, 5:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 24.09.2020, 22:43 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Nach tagelanger Irrfahrt auf dem Mittelmeer dürfen die Flüchtlinge auf dem deutschen Rettungsschiff „Alan Kurdi“ in Sardinien an Land gehen. Ihnen wurde ein sicherer Hafen in der Stadt Olbia im Norden Sardiniens zugewiesen, wie die Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye am Donnerstagabend mitteilte. Das Schiff werde die Position voraussichtlich am Freitagmorgen gegen 6 Uhr erreichen. Die Ausschiffung der 125 Flüchtlinge an Bord solle dann bis Freitagmittag erfolgen, erfuhr Sea-Eye von der italienischen Küstenwache.

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„Wir hoffen, dass wir unsere Fahrt nach Marseille nach der Ausschiffung der 125 Geretteten an Bord störungsfrei fortsetzen dürfen“, sagte Gorden Isler von Sea-Eye. Nach der letzten Rettungsaktion im Frühjahr wurde das Schiff mehrere Wochen in Italien wegen angeblicher technischer Mängel festgehalten.

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Die „Alan Kurdi“ war am Donnerstag zunächst in Sardinien vor Anker gegangen. Italien habe dem Schiff im Hafen von Arbatax Zuflucht vor einem Unwetter gewährt. Das italienische Innenministerium kündigte zunächst an, dass die Geretteten dort an Land gehen dürften. Es laufe ein Verfahren zur Verteilung, 80 Prozent der Geretteten würden auf andere europäische Länder verteilt, hieß es in einer Erklärung des Ministeriums.

133 Menschen gerettet

Die „Alan Kurdi“ hatte am Samstag in drei Einsätzen vor der libyschen Küste 133 Menschen aus Seenot gerettet und dann zunächst vor der italienischen Insel Lampedusa vergeblich auf eine Erlaubnis zur Einfahrt in einen europäischen Hafen gewartet. Es war der erste Einsatz des Rettungsschiffs nach vier Monaten Pause, nachdem es von den italienischen Behörden wegen angeblicher technischer Mängel festgesetzt worden war.

Die italienische Küstenwache hatte schließlich am Dienstag zwei Frauen, einen Mann und fünf Kinder evakuiert, darunter ein fünf Monate altes Baby. Alle Bitten um eine Hafeneinfahrt waren laut Sea-Eye zunächst aber vergeblich gewesen, auch habe sich kein Land zur Koordinierung bereitgefunden. Der Kapitän entschloss sich daraufhin, den ursprünglichen Zielhafen Marseille anzusteuern, wo ein Wechsel der Mannschaft geplant war.

Lage an Bord stabil

Die französische Regierung habe noch am Mittwochabend auf eine Lösung gedrungen und erfolgreich an Italien appelliert, die humanitären Grundsätze im Fall der „Alan Kurdi“ zu beachten, erklärte Sea-Eye. Um Mitternacht habe dann die italienische Rettungsleitstelle den Kapitän kontaktiert, um über die „weitere Koordinierung“ zu sprechen. Zum Wetterschutz sei der Hafen in Sardinien vorgeschlagen worden.

„Selbstverständlich folgen wir diesem Vorschlag“, hatte der Sea-Eye-Vorsitzende Gordon Isler betont, „schließlich bitten wir seit fünf Tagen um die Koordinierung unseres Falles.“ Die deutschen und die italienischen Behörden müssten jetzt aber erklären, warum „man sich ganze vier Tage in Stillschweigen aus der Verantwortung gestohlen hat“. Die Lage an Bord sei stabil, hieß es. Es seien jedoch noch immer mehr als 50 Minderjährige an Bord, darunter viele ohne Begleitung und auch kleine Kinder. (epd/mig)

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