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Flüchtlingskinder auf der griechischen Insel Lesbos © SEEBRÜCKE @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Interview mit Michael Buschheuer

Patenschaften für 50 Flüchtlinge aus Griechenland

Die Regensburger Hilfsorganisation Space-Eye hat eine Initiative zur Aufnahme von Flüchtlingen aus den Camps auf den griechischen Inseln Samos, Lesbos und Kos gestartet. Laut Space-Eye-Gründer Michael Buschheuer erklärten sich Familien, Unternehmen und Künstler bereit, Geflüchtete bei sich aufzunehmen.

Von Freitag, 24.07.2020, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 23.07.2020, 18:35 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Herr Buschheuer, Sie wollen 50 Flüchtlinge von den griechischen Inseln aufnehmen. Wie kann man sich Ihre Aktion vorstellen?

Michael Buschheuer: Wir haben Paten gefunden, die im Moment eine Wohnung anbieten, einen Arbeitsplatz, Integrationsleistungen erbringen, Schulunterricht geben und dergleichen mehr. Unser Angebot lautet: 50 Vollpatenschaften, die aber nicht von 50 Menschen übernommen werden sollen, sondern bestenfalls von 500 Leuten, die Teilleistungen anbieten, die kleine Pakete abdecken können, zeitlich und finanziell. Mit diesem Paket wollen wir an die Stadt herantreten und sagen: Regensburg ist bereit. Hier gibt es Menschen, die der Stadt, dem Staat und der Gemeinschaft Lasten abnehmen. Und es wäre an der Zeit, 50 Menschen von den griechischen Inseln hierher einzuladen.

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Die Verteilung von Geflüchteten obliegt dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) und dem UNHCR. Machen Sie da nicht falsche Versprechungen?

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Info: Michael Buschheuer, Gründer der Seenotrettungsorganisation Sea-Eye und von Space-Eye. Letztere dokumentiert die Flüchtlingssituation im Mittelmeer.

Michael Buschheuer: Versprechungen können wir gar nicht machen. Wir können nur Angebote formulieren und die Stadt bestärken, ihrer Verantwortung so nachzukommen, wie sie ganz Europa trägt. Wir sehen Regensburg auch nur deshalb in der Verpflichtung, weil alle anderen nicht genug tun. Es wäre sehr schön, wenn Europa sich einigen könnte über die Aufnahme und über die Abhandlung von Asylverfahren, die dort anstehen. Das tut Europa aber nicht. Und nur deshalb versuchen wir Einzelwege zu gehen, weil man sich nicht der Verantwortung entziehen kann, bloß weil alle anderen Nein sagen.

Wie soll man Ihr Angebot verstehen, als Aufforderung, als politisches Statement?

Michael Buschheuer: Wir wollen diesen dauernden Ausredekreis durchbrechen. Es ist nicht einfach nur eine politische Pattsituation, in der die Flüchtlinge zu Geiseln der europäischen Politik werden, sondern es ist auch so, dass sich viele Leute über diese Pattsituation freuen, weil sie wollen, dass auf den griechischen Inseln und an den europäischen Grenzen schlechte Bedingungen herrschen. Mit diesen Situationen versucht man, Menschen davon abzuhalten, nach Europa zu kommen. Ich kann verstehen, dass nicht jeder die ganze Welt in Deutschland oder Europa haben will, aber ich wüsste nicht, dass Abschreckungsbeispiele in unserer Verfassung stehen. (epd/mig)

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