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Taufe © keskieve @ pixabay (CC 0)

Studie

Religiöse Identität weiter wichtig

Religion ist den meisten Menschen in Deutschland weiterhin wichtig. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor. Danach sind religiöse Menschen engagierter; Muslime werden häufiger diskriminiert.

Donnerstag, 12.12.2019, 5:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:41 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Trotz fortschreitender Säkularisierung ist Religion für eine Mehrheit der Menschen in Deutschland und der Schweiz weiter wichtiger Bestandteil ihrer Identität. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universitäten Leipzig und Luzern, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Demnach bewerten 57 Prozent der repräsentativ befragten Bundesbürger ihre Religionszugehörigkeit als äußerst wichtig, wichtig oder eher wichtig. In der Schweiz waren es 50 Prozent. Für die Studie wurden jeweils mehr als 3.000 über 16 Jahre alte Anhänger verschiedener Religionen befragt.

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Religiöse Menschen öfter engagiert

Besonders hohe Zustimmung ermittelten die Forscher in Deutschland mit 75 und 78 Prozent demnach unter Muslimen und Anhängern evangelischer Freikirchen. Diese beiden Gruppen waren zugleich diejenigen unter den Befragten, die am häufigsten von Diskriminierungserfahrungen berichteten. Unter den Protestanten bewerteten 64 Prozent ihre Religionszugehörigkeit als eher bis äußerst wichtig, unter den Katholiken waren es 58 Prozent.

Weiter stellten die Forscher fest, dass sich Religiosität und Engagement gegenseitig bedingen. „Wer in Deutschland seine religiöse Identität als äußerst wichtig ansieht, ist wesentlich häufiger gesellschaftlich engagiert (59 Prozent) als jemand, dem diese soziale Identität völlig unwichtig ist (48 Prozent)“, heißt es in der Studie. Unter Muslimen in Deutschland beträgt die Engagement-Quote vergleichsweise niedrige 39 Prozent.

Muslime werden häufiger diskriminiert

Der Leipziger Religionssoziologe Gert Pickel resümierte, eine starke religiöse Identität könne einerseits zu Konflikten und Abgrenzungsprozessen führen. Auf der anderen Seite „wirkt sie brückenbildend und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt“, erklärte Pickel.

Wie aus der Erhebung außerdem hervorgeht, machen Muslime deutlich mehr Diskriminierungserfahrungen als Christen. Während jeder zweite Muslim (50 Prozent) angibt, „im letzten Jahr“ diskriminiert worden zu sein, liegt die Diskriminierungsquote bei Menschen mit christlichem Glauben bei 19 Prozent. (epd/mig)

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