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Thüringen © MiG

Studie

Thüringen-Monitor misst zunehmenden Antisemitismus

In Thüringen haben antisemitische Positionen stark zugenommen. Das geht aus dem "Thüringen-Monitor" 2019 hervor. Insgesamt zeigt sich aber ein ambivalentes Stimmungsbild. Vorurteile gegenüber Muslimen und Asylbewerbern sind zurückgegangen.

Donnerstag, 05.12.2019, 5:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:41 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Die Zustimmung zu antisemitischen und rechtsextremen Positionen ist in Thüringen angestiegen. Das geht aus dem „Thüringen-Monitor“ 2019 hervor, den eine Forschergruppe der Friedrich-Schiller-Universität Jena am Dienstag in Erfurt vorstellte. Die Studie untersucht seit dem Jahr 2000 jährlich im Auftrag der Thüringer Staatskanzlei die politische Kultur im Freistaat. Dafür befragt wurden zwischen Mai und Juli dieses Jahres 1.100 Thüringer Wahlberechtigte per Telefon.

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Demnach stieg die Zustimmung zu der antisemitischen Aussage „Die Juden haben einfach etwas Besonderes und Eigentümliches an sich und passen nicht so recht zu uns“ im Vergleich zum Vorjahr von neun auf 16 Prozent. Auch bei der geschichtsrevisionistischen Aussage „Der Nationalsozialismus hatte auch seine guten Seiten“ verzeichnete das Team um die Politikwissenschaftlerin Marion Reiser einen Anstieg von 18 auf 26 Prozent.

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Weniger Vorurteile gegenüber Muslimen und Asylbewerbern

Vorurteile gegenüber Muslimen sind demgegenüber leicht zurückgegangen – allerdings auf hohem Niveau. Der Aussage „Die meisten in Deutschland lebenden Muslime akzeptieren NICHT unsere Werte, so wie sie im Grundgesetz festgeschrieben sind“ stimmten 45 Prozent zu. Im Vorjahr erhielt diese Aussage noch bei 54 Prozent der Befragten Zustimmung. Auch Vorbehalte gegenüber Asylbewerbern sind – ebenfalls auf hohem Niveau – leicht zurückgegangen.

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Insgesamt zeige sich weiter ein ambivalentes Stimmungsbild, hieß es. So hielten zwar 90 Prozent der Befragten die Demokratie für die beste Staatsform. Andererseits finden viele der Befragten, dass die Politik ihre Interessen nicht repräsentiert. Die Hälfte (49 Prozent) der Thüringer fühlt sich zudem durch Westdeutsche als „Menschen zweiter Klasse“ eingeschätzt. (epd/mig)

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