Rechtsextremismus, Neonazis, Hitlergruß, Konzert, Versammlung, Demonstration
Bei einem Rechtsrock-Konzert in Themar zeigen Neonazis den Hitlergruß (Archivfoto)

Rechtsrock

Rund 25.000 Teilnehmer bei rechtsextremen Veranstaltungen

Durch Liederabende und Rechtsrock versuchen rechtsextreme Gruppen, insbesondere Jugendliche anzusprechen. In diesem Jahr ist ihnen das bereits vielmals gelungen. Allerdings sanken die Teilnehmerzahlen gegenüber 2018.

Montag, 25.11.2019, 5:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 27.11.2019, 18:04 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Kundgebungen und Musikveranstaltungen der extremen Rechten in Deutschland haben nach Angaben des Bundesinnenministeriums seit Jahresbeginn bereits mehr als 25.000 Teilnehmer angezogen. Das geht aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag hervor, die dem MiGAZIN vorliegt. Danach verzeichneten die Sicherheitsbehörden bis Ende September mehr als 9.600 Besucher bei 83 Aufmärschen. Hinzu kommen etwa 16.000 Gäste bei mehr als 240 Musikveranstaltungen. Zuerst hatte die „Neue Osnabrücker Zeitung“ darüber berichtet.

Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres sind die Zahlen allerdings gesunken. In den ersten drei Quartalen 2018 nahmen den Angaben zufolge einschließlich Nachmeldungen insgesamt rund 31.000 Besucher an rechtsextremistischen Aufmärschen und Konzerten teil. An 85 Aufmärschen beteiligten sich insgesamt mehr als 15.000 Menschen. Zu 234 Musikveranstaltungen kamen mehr als 20.000 Teilnehmer.

Jelpke: Lehren ziehen

Laut Bundesinnenministerium reichen die Musikveranstaltungen von Konzerten bis hin zu kleineren Liederabenden, die teils im Geheimen organisiert wurden. Nicht zu allen derartigen Veranstaltungen gibt die Bundesregierung aus Gründen des Informantenschutzes Auskunft. „Die Aufdeckung ihrer Identität könnte dazu führen, dass das Leben und die körperliche Unversehrtheit der jeweiligen betroffenen Personen gefährdet wäre“, schreibt das Ministerium.

Die innenpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Ulla Jelpke, sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Alltagsverankerung und Radikalisierungsmöglichkeiten der Neonaziszene müssen verhindert werden – das ist eine Lehre aus den tödlichen rechtsextremen Anschlägen auf Walter Lübcke und die Synagoge in Halle.“ Aufmärsche und Musikveranstaltungen seien Orte, an denen sich Teile der Szene weiterradikalisierten. (epd/mig)

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