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Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" © Sea Eye/Fabian Heinz

Erleichterung

Flüchtlinge auf „Ocean Viking“ und „Alan Kurdi“ dürfen an Land

Italien hat den Flüchtlingen auf der "Ocean Viking" und der "Alan Kurdi" die Anlandung erlaubt. Die beiden Schiffe haben eine tagelange Irrfahrt hinter sich mit knapp 200 Personen an Bord.

Mittwoch, 30.10.2019, 5:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 03.11.2019, 22:28 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Nach tagelanger Irrfahrt auf dem Mittelmeer hat Italien den Flüchtlingen auf der „Ocean Viking“ und der „Alan Kurdi“ die Anlandung erlaubt. Frankreich, Deutschland und Italien hätten eine Abmachung zur Verteilung der Menschen gefunden, erklärte Ärzte ohne Grenzen am Dienstag auf Twitter. Die 104 Geflohenen an Bord der „Ocean Viking“ und die 90 der „Alan Kurdi“ würden in die sizilianischen Stadt Pozzallo gebracht.

„Wir sind erleichtert und begrüßen, dass Frankreich, Deutschland und Italien endlich eine Lösung gefunden haben“, erklärte der Missionsleiter von Ärzte ohne Grenzen, Michael Fark. Die medizinische Hilfsorganisation betreibt die „Ocean Viking“ zusammen mit SOS Méditerranée. Allerdings sei es nicht akzeptabel, die Menschen so lange auf See ausharren zu lassen, während die europäischen Länder diskutierten, ob sie ihre humanitären und gesetzlichen Verpflichtungen wahrnehmen oder nicht, betonte Fark. „Es ist enttäuschend, dass nur drei Staaten Teil dieser Lösung sind.“

Von libyschen Einsatzkräften bedroht

Die „Ocean Viking“ hatte die mehr als 100 Flüchtlinge am 18. Oktober in der libyschen Rettungszone von einem Schlauchboot gerettet. Darunter waren zehn Frauen, zwei von ihnen Schwangere, und 40 Minderjährige, darunter zwei Babys.

Die „Alan Kurdi“, die von der Organisation Sea-Eye betrieben wird, hatte am Samstag 90 Menschen aus Seenot gerettet und war dabei nach eigenen Angaben massiv von libyschen Einsatzkräften bedroht worden. Eine schwangere Frau, die Blut verlor, konnte wegen unklarer Zuständigkeiten zwischen Malta und Italien erst mit Verzögerung evakuiert werden. Immer wieder müssen private Seenotretter tagelang auf einen Hafen für die von ihnen geretteten Flüchtlinge warten. (epd/mig)

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