Gefängnis, Haft, Gitter, Knast, Justizvollzugsanstalt
Gefängnis © Ichigo121212 @ pixabay.com (CC0)

Verdacht auf Suizid

Abdul D. tot in seiner Zelle aufgefunden

Der wegen Mordes an der 15-jährigen Mia verurteilte Abdul D. wurde in seiner Zelle in der Jugendstrafanstalt Schifferstadt tot aufgefunden. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Suizid aus.

Freitag, 11.10.2019, 5:19 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 14.10.2019, 10:32 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Der wegen Mordes an der damals 15-jährigen Mia verurteilte Abdul D. ist tot. Der vermutlich aus Afghanistan stammende junge Mann sei gegen 6 Uhr am Donnerstag in der Jugendstrafanstalt Schifferstadt leblos in seiner Zelle aufgefunden worden, teilten die Staatsanwaltschaft Frankenthal und das Polizeipräsidium Rheinpfalz am Donnerstag mit. Ersten Erkenntnissen nach habe sich Abdul D. erhängt. Derzeit gebe es keine Anhaltspunkte auf Fremdeinwirkung. Suizidabsichten seien nach Auskunft der Anstaltsleitung nicht erkennbar gewesen.

Im September vergangenen Jahres war Abdul D. wegen Mordes an seiner Ex-Freundin Mia zu einer Haftstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm zur Last gelegt, das Mädchen am 27. Dezember 2017 heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen in einem Drogeriemarkt im pfälzischen Kandel getötet zu haben. Da die Altersfrage des Flüchtlings nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte, wurde er nach dem Jugendstrafrecht angeklagt.

Rechtsgerichtete Demos

Abdul D. war im April 2016 als Flüchtling ohne Ausweispapiere nach Deutschland gekommen. Er wurde als unbegleiteter, minderjähriger Flüchtling registriert und dem Landkreis Germersheim zugewiesen. In Kandel ging er zur Schule, wo er auch Mia kennenlernte. Im Februar 2017 lehnte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seinen Asylantrag ab. Wegen eines Abschiebeverbots durfte er trotzdem vorerst im Land bleiben.

Infolge des Mordfalls kam es in dem 9.000-Einwohner-Ort Kandel immer wieder zu rechtsgerichteten Demonstrationen gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung sowie zu linken Gegendemonstrationen und Kundgebungen eines Bürgerbündnisses. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) warf den rechtsgerichteten Demonstranten mehrfach vor, den Fall politisch zu missbrauchen. (epd/mig)

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