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Stephan Anpalagan, Alternative Fakten, MiGAZIN, Kolumne, AfD
Stephan Anpalagan schreibt im MiGAZIN die Kolumne "Alternative Fakten" © privat, bearb. MiG

Korrektur

Nein, die AfD ist keine Nazi-Bande

Ich nehme meine Aussage, die AfD wäre eine "Bande von Nazis" zurück. Ich muss mich korrigieren. Die AfD ist nämlich eine erbärmliche Bande von Nazis. Die Gründe im Folgenden:

Von Dienstag, 16.10.2018, 5:21 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 23.10.2018, 13:24 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Ich habe zu meiner Aussage, die AfD wäre eine „Bande von Nazis„, viel Rückmeldung bekommen. Neben dem üblichen Unrat auch fundierte Kritik, sowohl von rechter als auch von linker Seite. Dazu folgende Beobachtung – alles innerhalb der vergangenen sieben Tage:

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Am Sonntag, 07.10.2018, stellte sich heraus, dass Alice Weidel lächelnd auf dem Podium saß, als ein AfD-Politiker verkündete, er wolle wissen, ob die „Neger“ krank seien, wenn sie ihn schon anhusten müssen.

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Am Sonntag, 07.10.2018, stellte sich heraus, dass Dr. Wolfgang Gedeon, MdL und Feld-Wald-und-Wiesen-Antisemit, die „Juden in der AfD“ (ausgerechnet!) als eine „im ungünstigsten Fall […] zionistische Lobbyorganisation“ bezeichnet, „die den Interessen Deutschlands und der Deutschen zuwider läuft“.

Am Dienstag, 09.10.2018, stellte sich heraus, dass Alexander Gaulands Gastbeitrag für die faz.net (Frankfurter Allgemeine Zeitung) verblüffende Ähnlichkeiten mit einer Rede von Hitler aufweist.

Zu den vielen Menschen, die der Meinung sind, dass die AfD eine Nazipartei sei, gehört auch Charlotte Knobloch, Holocaust-Überlebende und ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland. Sie antwortete am Freitag, 05.10.2018, auf die Frage: „Ist die Alternative für Deutschland für Sie eine Nazipartei?“ mit den Worten „Wie soll man eine Partei sonst nennen, die ein Programm propagiert, das jüdisches Leben unmöglich macht?„. Ihre Antwort ist, wenn man nur die Grenzüberschreitungen der AfD innerhalb der vergangenen sieben Tage (!) betrachtet, vollumfänglich folgerichtig.

Das sieht Nicht-Nazi Prof. Dr. Jörg Meuthen natürlich ganz anders und greift Frau Knobloch in seiner Antwort am Dienstag, 09.10.2018, persönlich an: „Es ist geradezu tragisch, wie eine Dame, die als kleines Kind nur knapp der Deportation ins KZ Theresienstadt entkam, heute im wahrlich reifen Alter eine derart verquere Wahrnehmung der Realität haben kann.“

Dass die AfD keinerlei Respekt vor Holocaust-Überlebenden zeigt, ist ja hinlänglich bekannt. Dass die AfD es aber schafft, einzelne Holocaust-Überlebende wegen ihrer demokratischen Haltung persönlich anzugreifen, ist einfach nur erbärmlich.

Vor diesem Hintergrund muss ich meine Aussage tatsächlich ein wenig verändern. Die AfD ist nämlich keine „Bande von Nazis“. Die AfD ist eine „ERBÄRMLICHE Bande von Nazis“.

Ich hoffe, damit wäre nun alles geklärt.

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MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)

  1. Antoinette de Boer sagt:

    Die AfD soll ja ein „Sammelbecken“ der “ Abgehängten „, – der Unzufriedenen und der Nationalisten sein – Tatsache ist ,dass sich diese anfangs eurokritische Partei in ein nationalsozialistisch d u r c h s e t z t e s Sammelbecken entwickelt hat,das zunächst schleichend,inzwischen unübersehbar immer dreister, ganz selbstverständlich,nach dem Motto “ Meinungsfreiheit in der Demokratie “ ,immer mehr Nazis , Rassisten , Antisemitisten , aufgenommen hat und völlig schamlos in der Öffentlichkeit agieren lässt.
    Die AfD ist g e f ä h r l ic h , weil sie sich inzwischen mit den Faschisten in den USA und verschiedenen Ländern Europas gut vernetzt hat.
    D a g e g e n hilft nur eine gut informierte a k t i v handelnde Zivilgesellschaft,die die AfD entlarvt – u n d – eine Politik,die sich der w i r k l i c h e n Probleme annimmt wie sozialer Wohnungsbau – Schulsanierungen + Bildung – Infrastruktur – Renten und gleiche Löhne in Ost und West – Klimawandel – etc ! ! !
    .

  2. Terzchen sagt:

    Sehr geehrter Herr Frank Triebel,
    gegenüber Herrn Anpalagan legen Sie eine Sensibilität ggü. seiner Wortwahl an den Tag, die Sie dann aber bei der AfD missen lassen. Als wäre das noch nicht entlarvend genug, fangen Sie dann auch noch an sämtliche Aussagen der AfD, die von Anpalagan kritisiert worden sind, zu relativieren oder ganz billig, der von Ihnen sog. „Lügenpresse“ zuzuschieben.

    Ich bin politisch konservativ angesiedelt, finde die Politik der Kanzlerin grottenhaft und eine unbegrenzte und unkontrollierte Flüchtlingsaufnahme weder richtig noch zwingend notwendig. Trotzdem bin ich intelligent genug das böse Spiel der AfD zu erkennen und dem nicht auf den Leim zu gehen. Die AfD ist nicht die Lösung für die von den etablierten Parteien hervorgebrachten Probleme, sondern sie reitet lediglich auf der Welle der dadurch hervorgebrachten Unzufriedenheit in der Bevölkerung und verstärkt sie künstlich. Die AfD hat wahrscheinlich kein Interesse daran, Flüchtlingen, Migranten oder Muslimen zu schaden, aber sie nimmt es in Kauf, dass ihre weniger intelligente Wählerschaft dies tut um ihre politischen Ziele zu erreichen. Die AfD wurde von Neoliberalisten gegründet, die sich nicht die Bohne für den „kleinen Mann“ interessieren, nach Ausscheiden der ehemaligen Parteigründer, sind nur noch Extremisten übrig geblieben, die ihre neolibealen Träume mit mehr als nur schmutzigen Mitteln erreichen wollen.

    Glauben Sie mir eins: die AfD löst kein einziges ihrer Probleme, schafft aber einen Haufen neuer Probleme und beschmutzt obendrein den mühsam aufgebauten guten Ruf Deutschlands.

  3. Anja Hilscher sagt:

    Liebes Redaktionsteam,

    Hut ab, dass Ihr den unbeschreiblich widerlichen Beitrag von Herrn Triebel und seine Überlegungen über die möglicherweise von „Negern eingeschleppte Krankheiten“, nicht gelöscht habt.

    Wir Ausländer und Muslime zeigen denen noch, wie das gemeint ist, mit der Meinungsfreiheit!

    Haltet alle die Ohren steif… Mich dünkt, und erwartet noch einiges.

    Gruß, Anja Hilscher

  4. Ute Plass sagt:

    „Wilhelm Heitmeyer, der 1996 das Bielefelder Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung gegründet hat, hält aber auch nichts von moralisierender Fundamentalkritik und der Einordnung der AfD ins Neonazi-Lager. Denn:
    „Je höher das moralische Gefälle, das da konstruiert wird, desto geringer sind die Kommunikationschancen. Und wenn Kommunikation ausbleibt beziehungsweise vorrangig innerhalb der eigenen Bezugsgruppe stattfindet, etwa in den abgedichteten Echokammern der sozialen Netzwerke oder anderen abgedunkelten Öffentlichkeiten, begünstigt das die Radikalisierung zusätzlich.“
    https://www.deutschlandfunk.de/wilhelm-heitmeyer-autoritaere-versuchungen.1310.de.html?dram:article_id=430995