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Extremismusforscher Prof. Dr. Andreas Zick

Andreas Zick

Rechtextremer Terror ist keine Eintagsfliege

Die rechtsextremistische Radikalisierung schreitet weiter voran. Rechtsextremismusforscher Andreas Zick zufolge sind "NSU", "Old-School Society" und jetzt "Revolution Chemnitz" ernst zu nehmende Signale. Der Experte warnt vor Verharmlosung von menschenfeindlichen Parolen.

Von Holger Spierig Donnerstag, 04.10.2018, 5:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 07.10.2018, 20:24 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Der Extremismusforscher Andreas Zick ruft angesichts der mutmaßlichen rechtsextremistischen Terrorgruppe „Revolution Chemnitz“ zu frühzeitigem Engagement gegen Menschenfeindlichkeit auf. „Rechtsterrorismus ist keine Eintagsfliege, sondern entwickelt sich nach längeren Radikalisierungsphasen“, sagte der Wissenschaftler in Bielefeld dem „Evangelischen Pressedienst“. Nötig sei es, menschenfeindliche Ideologien zu beachten und ernst zu nehmen.

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Die Aufdeckung des Terrors des „NSU“, der „Old-School Society“ und jetzt der „Revolution Chemnitz“ zeigten, dass die rechtsextremistische Radikalisierung voranschreite, warnte Zick. „Der Ruf nach Widerstand ist eben halt nicht nur eine Einstellung, sondern ein Programm“, sagte der Leiter des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld. „Wir haben schon vor einigen Jahren darauf hingewiesen, dass sich aus den rechtsextrem organisierten Gruppen immer wieder zellenförmige terroristische Gruppen ausbilden.“

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Der Konfliktforscher warnte davor, ausländerfeindliche Hetze als einen Ausdruck von besorgten Bürgern zu verharmlosen. Rechtsextremismus und Rechtspopulismus basierten im Kern auf menschenfeindliche Vorurteilen gegen Zugewanderte, vermeintliche Fremde und Andere. „Die Menschenfeindlichkeit ist der Kitt, der zusammenhält“, sagte Zick. Dieser verbinde jetzt rechtspopulistische Szenen mit rechtsextremen Gruppen.

Rechtsextremismus nicht nur ostdeutsches Problem

Es gebe zwar auch abgehängte und besorgte Bürger, räumte der Wissenschaftler ein. Nicht jeder, der besorgt sei, schließe sich jedoch radikalen Gruppen an. Studien zeigten, dass nicht die Sorgen über Probleme der Zuwanderung, sondern menschenfeindliche Vorurteile zur Radikalisierung führten.

Rechtsextremismus sei nicht allein ein Problem der ostdeutschen Bundesländer, er müsse dort aber besonders aufmerksam beobachtet werden, sagte Zick weiter. Die Idee der „Nation zuerst“ stecke derzeit viele an. Im Osten Deutschlands habe sich diese Einstellung verankern können, weil viele gesellschaftliche Institutionen weggebrochen seien, erläuterte der Wissenschaftler. Es seien jedoch westdeutsche Strukturen gewesen, die extremistisch anfällige oder schon organisierte ostdeutsche Menschen und Gruppen gestützt hätten. In Ostdeutschland dauerte es nach Zicks Einschätzung auch länger, den Extremismus als Gefahr einzuschätzen, weil an vielen Orten rechtsextreme und radikale Gruppen als Helfer und Beschützer agierten. (epd/mig)

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