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Iran bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland © John Perry @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Fußball WM 2018

Bitte auch mal Kabab statt Unterdrückung!

Ja! Über Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen zu sprechen, ist wichtig – aber muss das wirklich jedes Mal der Gesprächsaufhänger für unsere WM-Moderatoren sein, wenn sie die Spielkünste von Team Iran kommentieren? Von Aseman Bahadori

Von Dienstag, 26.06.2018, 5:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 26.06.2018, 20:39 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Iran scheidet in der Vorrunde der Fußball WM 2018 in Russland aus. Für viele war das keine allzu große Überraschung und doch hat Team Melli Leistungen gezeigt, die zwischendurch etwas anderes haben vermuten lassen. Bei jedem Tor und bei jedem gewonnenen Zweikampf mache ich Freudensprünge, und mein Herz füllt sich mit Stolz und Zuneigung, wenn sich die Zuschauer in meiner Lieblingsbar in Berlin Prenzlauer Berg zu mir drehen und sich mit mir freuen.

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Das starke Auftreten der Underdogs, wie zum Beispiel auch Marokko (mashallah), tut der Multikulti Seele unheimlich gut. Nun ja, denn sehr viel Positives wird ja hierzulande über die andere Heimat nicht berichtet. Spricht man über den Iran, dann hauptsächlich über die gegenwärtige politische Situation und damit ist im Grunde die Unterdrückung der Frau im islamischen Morgenland gemeint. Unser aktuelles Lieblingsthema also.

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Ja! Über Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen zu sprechen, ist an Wichtigkeit und Dringlichkeit nicht zu überbieten – aber muss das wirklich jedes Mal der Gesprächsaufhänger für unsere WM-Moderatoren sein, wenn sie die Spielkünste von Team Melli kommentieren?

Don’t get me wrong. Persönlich poste und twittere ich eifrig darüber, warum Männer im Iran nicht einfach alle Stadien und Public-Viewing Veranstaltungen boykottieren. Aber Mensch, was würde es meiner Seele gut tun, wenn mich morgens die Kollegin neben mir anspricht mit „Boah, gestern haben die kurz vor dem Spiel die Landschaften im Iran gezeigt. Kommen deine Eltern da auch her?“ oder mit „Boah, gestern haben die kurz vor dem Spiel über die persische Esskultur berichtet. Können wir auch mal so lecker Kabab grillen?“.

Stattdessen führe ich immer intellektuelle – und sehr wichtige – Gespräche über die Menschenrechtssituation im Iran. Ich frage mich, warum eigentlich nicht beides möglich ist.

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