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Berlin

Kündigungsverfahren gegen extremistischen „Volkslehrer“

Ein Berliner Grundschullehrer soll Verschwörungstheorien verbreitet, Gedenkfeier für ertrunkene Flüchtlinge gestört oder den Holocaust relativiert haben. Drei Jahre nach seinen ersten Auffälligkeiten hat die Schulverwaltung ein Kündigungsverfahren eingeleitet.

Montag, 30.04.2018, 6:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 02.05.2018, 14:39 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Die Berliner Schulverwaltung hat gegen den selbst ernannten „Volkslehrer“ Nikolai N. ein Kündigungsverfahren eingeleitet. Das bestätigte die Behörde am Freitag in der Hauptstadt. „Wir erwarten von den Lehrkräften, dass sie unsere demokratischen Grundwerte vertreten“, erklärte Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD): „Lehrer sind immer auch Vorbilder für die Schüler.“

N. unterrichtete an der Vineta-Grundschule in Berlin-Wedding Englisch, Sport und Musik und wurde Anfang Januar zunächst freigestellt, nachdem bekannt wurde, dass er auf seinem Youtube-Kanal „Der Volkslehrer“ unter anderem gegen Politiker hetzt, Verschwörungstheorien verbreitet und den Holocaust infrage stellt. Aber auch anderorts ist N. aktiv. Auf dem Kirchentag im Mai 2017 störte er bei einer Veranstaltung ein stilles Gedenken für ertrunkene Flüchtlinge oder beschimpfte im Herbst 2017 auf einer öffentlichen Podiumsdiskussion die Initiatorin des Berliner Holocaust-Mahnmals, Lea Rosh.

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Erstmals 2015 aufgefallen

Auch auf der Solidaritätskundgebung „Berlin trägt Kippa“ tauchte N. am Mittwochabend mit Kamera auf, erhielt aber einen Platzverweis durch die Polizei, nachdem er von Teilnehmern erkannt wurde. Sein YouTube-Kanal hat mittlerweile über 26.000 Abonnenten. Zum Zeitpunkt der ersten Medienberichte über ihn Anfang Januar waren es 2.500.

Laut Bildungsverwaltung war N. bereits 2015 wegen seiner Verschwörungstheorien aufgefallen. Diese hätten damals aber keine antisemitischen Inhalte gehabt. Dass der Grundschullehrer in seiner Freizeit öffentlich den Holocaust relativiert, sei der Senatsverwaltung erst durch Medienberichte Anfang des Jahres bekanntgeworden, hieß es auf eine parlamentarische Anfrage. Zudem sei N. nach einem Schulwechsel an seiner Arbeitsstätte unauffällig gewesen. (epd/mig)

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