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Stephan Anpalagan, Alternative Fakten, MiGAZIN, Kolumne, AfD
Stephan Anpalagan schreibt im MiGAZIN die Kolumne "Alternative Fakten" © privat, bearb. MiG

Alternative Fakten

Liebe AfD, warum du ausgegrenzt und beschimpft wirst.

In Diskussionsrunden, Interviews, Zeitungsartikeln und Facebook-Kommentaren beschwert sich die AfD, sie würde ausgegrenzt und beschimpft. Stephan Anpalagan fasst zusammen, warum das stimmt.

Von Dienstag, 17.04.2018, 6:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 18.04.2018, 16:56 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Sehr geehrte Damen und Herren von der AfD!

In nahezu allen Diskussionsrunden, Interviews, Zeitungsartikeln und Facebook-Kommentaren beschweren Sie sich darüber, dass Ihre Mitglieder und Wählerinnen ständig und fortwährend als Nazis bezeichnet werden.

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Nachdem Sie also das Wort „völkisch“ wieder positiv besetzen möchten, den Leistungen der deutschen Soldaten in zwei Weltkriegen mit Stolz begegnen, eine erinnerungspolitische Wende um 180° fordern, das Denkmal der Schande im Herzen unserer Hauptstadt kritisieren, Deutsche mit zwei deutschen Eltern und vier deutschen Großeltern („Ariernachweis“?!) für die deutsche Leitkultur verpflichtet sehen, von entstellter Kunst („entartete Kunst“?!) sprechen, der tausendjährigen Vergangenheit eine tausendjährige Zukunft vorhersagen und sich zu guter Letzt darüber beschweren, dass Hitler immer als absolut böse dargestellt wird („Aber selbstverständlich wissen wir, dass es in der Geschichte kein Schwarz und Weiß gibt.“)…

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… wundern Sie sich tatsächlich? Und – ganz nebenbei – dies ist nur eine vollkommen unvollständige Auflistung, die die Relativierung des dritten Reiches, des Holocausts und der deutschen Rolle an zwei Weltkriegen betrifft. Nicht enthalten sind die zahllosen sonstigen rassistischen Ausfälle:

Erwähnenswert ist auch der Schulterschluss mit der NPD – Die soziale Heimatpartei:

Und nach all diesen Äußerungen, halbherzigen Dementis und noch halbherzigeren Parteiordnungsverfahren gegen Ihre Mitglieder, haben Sie noch die Chuzpe nach Syrien zu reisen und das vom Bürgerkrieg zerrissene Land als sicheren Heimathafen für syrische Frauen, Männer und Kinder darzustellen. Während Sie Schwimmbäder und Basar fotografieren, sterben in derselben Nacht (!), wenige Kilometer entfernt, 86 Menschen durch die Hand des von Ihnen hofierten Regimes. Ohne jeden Skrupel möchten Sie schutzsuchende Menschen lieber in den sicheren Tod deportieren, als sich um das friedliche Zusammenleben in Deutschland verdient zu machen.

Sie und Ihresgleichen sind Nazis, die die Taten ihrer Eltern und Großeltern im Nachhinein rechtfertigen und stützen, Nazis, die mit ihrer rassistischen Gesinnung ebenjene Taten fortführen möchten, Nazis, die mit tatsächlichen und aktuellen Neonazis kooperieren und ihnen Unterschlupf gewähren. Erzählen Sie nicht bei jeder sich bietenden Gelegenheit, dass Sie stolz auf Deutschland seien und dieses Land verteidigen möchten? Da haben wir ja durchaus etwas gemeinsam. Nur, wenn es etwas gibt, worauf wir in diesem Land stolz sein können, dann wohl die verantwortungsvolle und demütige Aufarbeitung unserer Vergangenheit, der daraus resultierenden Schuld, der Reue und der Sühne, unsere Verfassung und ihre kompromisslose Verteidigung der Menschen- und Bürgerrechte.

Es sind genau diese Menschenrechte, die Sie zurzeit allenthalben mit Füßen treten und in Bedrängnis bringen, indem Sie gegen Flüchtlinge und Muslime hetzen, Anschläge auf Asylwohnheime beklatschen und Rassisten in Ihrer Mitte dulden. Und Menschen, die solches tun nennt man nun einmal Nazis.

Herzliche Grüße
Stephan Anpalagan

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