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Einbürgerungsurkunde © MiGAZIN

Statistik für 2016

Wieder mehr Einbürgerungen in Deutschland

Die Zahl der Einbürgerungen ist nach zwei rückläufigen Jahren wieder angestiegen. Mit 110.000 Einbürgerungen liegt sie allerdings weiter deutlich hinter dem Wert aus dem Jahr 1999. Die Linke spricht von desaströsen Zahlen.

Mittwoch, 14.06.2017, 4:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 15.06.2017, 14:02 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Mehr als 110.000 Ausländer haben sich im vergangenen Jahr in Deutschland einbürgern lassen. Die Zahl der Einbürgerungen stieg damit um 2,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. In den beiden Jahren zuvor war die Zahl der Einbürgerungen gesunken.

Die Linke spricht von „desaströsen“ Zahlen. Sie liege immer noch deutlich unter dem Wert von 1999 (143.000), „als noch das antiquierte Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz aus dem Jahr 1913 galt“, so Sevim Dağdelen, die integrationspolitische Sprecherin der Linke im Bundestag. Sie fordert die Beseitigung der rechtlichen Hürden für Einbürgerungen wie zum Beispiel die hohen Gebühren, Sprach- und Einkommensanforderungen.

Größter Anstieg bei Briten

Die größte Gruppe der neuen Staatsbürger stellten weiterhin die Türken (16.290) vor Polen (6.631) und Ukrainern (4.048).
Den größten Anstieg gab es bei den Briten (2.865), die sich deutlich häufiger einbürgern ließen (plus 361 Prozent). Ein Zusammenhang mit dem Brexit liegt laut Bundesamt nahe. Es handelt sich den Angaben zufolge um den höchsten jemals registrierten Wert für britische Staatsbürger.

Die Eingebürgerten waren im Durchschnitt 33 Jahre alt und hielten sich seit 17 Jahren in Deutschland auf. Wie schon in den vergangenen Jahren ließen sich mehr Frauen (53,9 Prozent) einbürgern als Männer. Die Mehrheit der neuen Staatsbürger stammt aus Europa (59,4 Prozent), allein 29 Prozent kommen aus anderen EU-Staaten. (epd/mig)

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