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Moscheekuppel bei Sonnenuntergang (Symbolfoto) © saaleha @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Ramadan

Seelsorgerin wirbt um Verständnis für Muslime

Soweit es mit Lehrplänen und Unternehmensabläufen vereinbar ist, sollten Lehrer und Arbeitgeber von Muslimen während des Ramadan keine Höchstleistungen abverlangen. Dafür wirbt die muslimische Seelsorgerin Zeitun.

Von Martina Schwager Dienstag, 30.05.2017, 4:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 05.06.2017, 18:01 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Die muslimische Seelsorgerin Dua Zeitun wirbt im bevorstehenden Fastenmonat Ramadan um Verständnis für Muslime. „Man sollte in dieser Zeit, soweit es mit Lehrplänen und Unternehmensabläufen vereinbar ist, keine Höchstleistungen von ihnen fordern“, sagte Zeitun im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst. Andererseits sei aber auch Mitleid nicht angebracht: „Fasten ist kein Zwang und keine Quälerei.“

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Für die Muslime in aller Welt beginnt der Fastenmonat an diesem Wochenende. Auch viele der rund 4,5 Millionen Muslime in Deutschland bereiten sich derzeit darauf vor. Für meisten muslimischen Gemeinden fängt der Ramadan am Samstag an und endet am 24. Juni. Der erste Tag des dreitägigen Ramadanfestes Eid al-Fitr ist also der 25. Juni.

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Diese Daten sind auf Grundlage astronomischer Berechnungen festgelegt worden. Weil der Monat im islamischen Kalender aber in dem Moment beginnt, in dem der Neumond zum ersten Mal gesehen wird, richten manche Moscheegemeinden den Beginn des Ramadan nach der Sichtung des Mondes etwa in Mekka aus. So kann das Fasten auch einen Tag vor oder nach dem festgelegten Datum beginnen.

Tausendmeterlauf muss nicht sein

Zeitun betonte, sie wünsche sich Lehrer, die die Schüler nicht ausgerechnet in dieser Zeit zum Tausendmeterlauf antreten ließen, sie aber auch nicht unentwegt zum Trinken aufforderten. Insgesamt aber habe sich die Einstellung der christlich geprägten Gesellschaft zum Ramadan in den vergangenen Jahren deutlich zum Positiven verändert. Es sei auch für die Muslime hierzulande nachvollziehbar und selbstverständlich, dass sich das Leben nicht wie in islamischen Ländern ganz dem Ramadan anpasse, betonte die Seelsorgerin an der Ibrahim Al-Khalil Moschee in Osnabrück.

Bestimmte Zwänge seien immer ein Grund, das Fasten zu unterbrechen, erläuterte die Mutter dreier Kinder. „Wer schwerer körperlicher Arbeit oder extremem Stress etwa in Prüfungen ausgesetzt ist, braucht nicht zu fasten.“ Leistungssportlern sei das Fasten ebenfalls erlassen. „Ich würde meinen Kindern deutlich sagen: Wenn Du eine Klausur schreibst, musst du währenddessen trinken.“

Fasten mit vielen Ausnahmen

Ohnehin dürften nur körperlich und geistig gesunde Erwachsene und reife Jugendliche fasten, sagte Zeitun. „Meistens werden sie aber schon als Kinder langsam herangeführt, indem sie einige Tag mitfasten.“ Wer gesundheitlich in irgendeiner Weise beeinträchtigt sei oder regelmäßig Medikamente nehmen müsse, dem sei das Fasten nicht erlaubt. „Auch alte Menschen fasten nicht. Bei besonders hohen Temperaturen sollten Menschen, die sich beeinträchtigt fühlen, das Fasten unterbrechen.“

Die Aufnahme von Speisen und Getränken ist im Ramadan auf die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang beschränkt. Da der Ramadan in jedem Jahr zehn bis elf Tage zurückrückt (2018 beginnt er am 16. Mai), verändern sich diese Zeiten. In diesem Jahr ist die Tages-Fastenzeit in Deutschland mit 18 bis 19 Stunden sehr lang. Zum täglichen Fastenbrechen am Abend kommen vor allem an den Wochenenden Familien und Freunde zum gemeinsamen Essen zusammen. Auch in Moscheegemeinden werden Mahlzeiten zum Fastenbrechen angeboten. (epd/mig)

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