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Einwanderung, Migranten, Zuwanderung, Reise, Koffer
Migration © Yannic Meyer @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Rekord

Mehr als zwei Millionen Einwanderer kamen 2015 nach Deutschland

Durch Einwanderung ist die Bevölkerung Deutschlands 2015 um mehr als eine Million gewachsen - ein Rekord. Neue Höchstwerte erreicht auch die Zahl der Muslime. Mitverantwortlich ist die hohe Zahl Asylsuchender. Aber auch bei anderen Europäern ist Deutschland beliebt.

Donnerstag, 15.12.2016, 8:25 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 20.12.2016, 17:37 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Deutschland hat im vergangenen Jahr die höchste Zahl an Einwanderern seit Beginn der Aufzeichnung der Daten 1952 verzeichnet. Wie aus dem am Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedeten Migrationsbericht hervorgeht, wurden 2015 insgesamt 2,14 Millionen Zuzüge registriert – ein Anstieg um 46 Prozent gegenüber dem bereits einwanderungsstarken 2014. Gleichzeitig zogen 2015 knapp eine Million Menschen aus Deutschland weg, womit ein Einwanderungsgewinn von rund 1,14 Millionen Menschen bleibt. 2014 lag dieser Saldo bei 550.000 Menschen.

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Der starke Anstieg im vergangenen Jahr ist vor allem auf die hohe Zahl Asylsuchender zurückzuführen. Rund 890.000 Flüchtlinge kamen 2015 in die Bundesrepublik. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) würdigte dabei die Anstrengungen von Ländern, Kommunen, Kirchen, Wohlfahrtsverbänden und den vielen Helfern bei der Bewältigung der Aufnahme Schutzsuchenender. Jetzt werde daran gearbeitet, „dass sich eine Situation wie im letzten Jahr nicht wiederholt“, sagte er.

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Fast jeder zweite EU-Bürger

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Deutschland war 2015 aber erneut auch bei anderen Europäern beliebtes Zielland. 45 Prozent der Einwanderer kamen 2015 aus einem EU-Mitgliedstaat – sechs Prozent davon waren Deutsche. Zusätzliche 13 Prozent waren Bürger eines anderen europäischen Landes. 30 Prozent der Migranten und Asylsuchenden kamen aus asiatischen Ländern, fünf Prozent aus afrikanischen Ländern.

Erstmals war das Bürgerkriegsland Syrien Hauptherkunftsland der Einwanderer in Deutschland. Gezählt wurden rund 327.000 Zuzüge. Auf dem zweiten Platz folgte Rumänien, auf dem dritten Polen. Der Migrationsbericht gibt jährlich detailliert Auskunft über die Wanderungen von und nach Deutschland. Erstellt wurde der Bericht vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Mehr Familiennachzüge

Dem Dokument zufolge wurden 2015 knapp 39.000 Aufenthaltstitel zum Zweck der Erwerbstätigkeit erteilt. Das entspricht einem Anstieg von rund vier Prozent. Um fast 30 Prozent ist der Zuzug zu Familienangehörigen gestiegen. Mehr als 82.000 Familiennachzüge wurden im Ausländerzentralregister verzeichnet. Insbesondere der Zuzug von Syrern zu Angehörigen nach Deutschland stieg (knapp 16.000 Zuzüge).

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden den Angaben zufolge 44.000 Visa für den Familiennachzug erteilt. Im ersten Quartal sind demnach 4.289 zu Angehörigen nach Deutschland gekommen.

4,5 Millionen Muslime

Mit dem Migrationsbericht veröffentlichte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge auch eine neue Schätzung zur Zahl der Muslime in Deutschland. Die Behörde geht davon aus, dass zwischen 4,4 und 4,7 Millionen Muslime in Deutschland leben. Der Anteil der Muslime an der Gesamtbevölkerung liegt nach dieser Schätzung bei 5,4 bis 5,7 Prozent.

Genaue Angaben zur Zahl der Muslime gibt es nicht, weil die islamischen Gemeinden anders als die Kirchen und jüdischen Gemeinden ihre Mitglieder nicht zählen. Zuletzt hatte das Bundesamt 2009 eine Schätzung der Zahl der Muslime veröffentlicht. Damals ging es von 3,8 bis 4,3 Millionen Muslimen in Deutschland aus.

Muslimisches Leben wird vielfältiger

Insbesondere neu eingewanderte Muslime kommen den Angaben zufolge aus dem Nahen Osten sowie Süd- und Südostasien. Der Anteil der Muslime mit türkischen Wurzeln ging auf 51 Prozent zurück.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erklärte, die Zahlen belegten, dass das muslimische Leben in Deutschland vielfältiger wird. „In Anbetracht dieser Entwicklung sind die islamischen Organisationen in Deutschland gefordert, sich zu öffnen“, sagte er. Bei der Deutschen Islamkonferenz wolle er verstärkt über die Integrationsaufgabe und die in Deutschland prägende Kultur reden, kündigte de Maizière an. (epd/mig)

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