Studie

Einwanderung von Flüchtlingen hebt Armutsquote von Migranten

Durch die Einwanderung von Flüchtlingen ist die Zahl der armen Menschen in Deutschland gestiegen. Das wirkt sich unmittelbar auf die Armutsquote der Menschen mit Migrationshintergrund aus. Keine Auswirkungen hat diese Einwanderung auf die Armutsquote der Menschen ohne Migrationshintergrund.

Montag, 26.09.2016, 8:23 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:44 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

In Deutschland ist das statistische Armutsrisiko der Gesamtbevölkerung einer aktuellen Studie zufolge leicht gestiegen. Das Armutsrisiko sei zwischen 2014 und 2015 um 0,3 Prozentpunkte auf 15,7 Prozent geklettert und habe damit den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht, erklärte der Sozialforscher Eric Seils vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.

Diese Zunahme beruhe ausschließlich auf einem Anstieg beim Anteil der armutsgefährdeten Menschen mit Migrationshintergrund. Die Armutsquote der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund sei hingegen bei 12,5 Prozent konstant geblieben.

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Einwanderung ohne Auswirkung auf Deutsche

Mit dem Anstieg setze sich ein Trend fort, der seit Beginn der jüngsten Einwanderungen von Flüchtlingen zu beobachten sei, erklärte Seils zu seiner Auswertung von Daten des Statistischen Bundesamtes. „Die Daten widersprechen der Vorstellung, dass die Einwanderung zu einer Verarmung der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund beitragen würde.“

Als armutsgefährdet gelten Menschen in Haushalten, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland beträgt. Sehr hohe Armutsrisiken weisen demnach Menschen auf, die neu nach Deutschland gekommen sind. Von denen, die vor weniger als fünf Jahren eingewandert sind, leben 41,9 Prozent unter der Armutsgrenze.

Syrer am häufigsten von Armut betroffen

Einwanderer aus Herkunftsländern der gegenwärtigen Einwanderungsbewegung weisen extrem hohe Werte auf. Dies gilt etwa für syrische (78,1 Prozent), irakische (65 Prozent), pakistanische (59,3 Prozent) und afghanische (58,1 Prozent) Einwanderer. Ein Vergleich mit vorangegangenen Einwanderergruppen zeigt laut Seils, dass das Armutsrisiko mit zunehmender Aufenthaltsdauer sinkt.

Es komme darauf an, die Einwanderer möglichst schnell ausreichend zu qualifizieren, damit sie ihren Unterhalt aus eigener Kraft bestreiten könnten, resümierte Seils. Dass eine wirtschaftliche Integration von Zuwanderern in der Vergangenheit nicht immer gelungen sei, zeige die Armutsquote unter Migranten, die vor mehr als einem Vierteljahrhundert nach Deutschland kamen. Von ihnen lebe noch immer mehr als ein Fünftel unterhalb der Armutsgrenze. (epd/mig)

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  1. AFDlerin sagt:

    Fazit: Wir brauchen mehr Zuwanderung. Wen es stört, der kann ja die AFD wählen! Was nicht aufzuhalten ist, dem soll man sich beugen.

    http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/warum-deutsche-muslime-abneigung-gegen-fluechtlinge-haben-14059221.html

    (alles böse Rechte?)