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Schule © dierk schaefer auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

Bildungssenatorin

Schulsystem kommt durch Flüchtlinge an Grenzen

Die Flüchtlingssituation hat die Pläne im Schulsystem mächtig durcheinandergewirbelt. Seit vielen Jahren wird mit sinkenden Schülerzahlen gerechnet, jetzt steigen die Zahlen plötzlich. 300.000 Flüchtlingskinder gelte es aufzunehmen. Jetzt wird nach Lösungen gesucht.

Dienstag, 24.05.2016, 8:20 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 24.05.2016, 17:43 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Die Kultusminister der Länder suchen dringend nach Lehrern für den Unterricht für Flüchtlingskinder. „Das System kommt jetzt an seine Grenzen“, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und Bremer Bildungssenatorin Claudia Bogedan am Montag in Bonn. Schulen und Behörden, die eigentlich mit sinkenden Schülerzahlen gerechnet hätten, hätten innerhalb kürzester Zeit Erhebliches geleistet. Angesichts von rund 300.000 Flüchtlingskindern an deutschen Schulen sei jetzt aber die große Herausforderung, entsprechende Fachkräfte für die Schulen zu finden.

Deshalb werde nun darüber nachgedacht, wie man Seiteneinstiege in den Lehrerberuf möglich machen könne, sagte Bogedan auf der internationalen KMK-Fachtagung „Migration – Integration: Schule gestaltet Vielfalt“ in Bonn. Eventuell müsse man auch überlegen, wie Lehrkräfte aus dem Ausland für den Unterricht an deutschen Schulen qualifiziert werden könnten. Derzeit würden von den Ländern auch pensionierte Lehrer für einen Wiedereinstieg in den Schuldienst angefragt. Bogedan betonte, dass auch die Schulsozialarbeit dringend gestärkt werden müsse. Hierbei hoffe sie auf die Unterstützung des Bundes.

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Außerdem brauche es neue Wege, junge, erwachsene Flüchtlinge, die nicht mehr schulpflichtig seien, in den Arbeitsmarkt zu integrieren, sagte Bogedan. Erste Erfahrungen zeigten, dass die Vorlaufzeit bis zur Aufnahme eines Berufs für viele Flüchtlinge zu lange dauere. Viele wollten und müssten schnell Geld verdienen. Die Perspektive, zunächst zwei Jahre einen Sprachkurs zu besuchen und dann noch eine dreijährige Ausbildung absolvieren zu müssen, dauere vielen zu lange. Hier müssten ein schrittweises Hineinwachsen oder Möglichkeiten der Teilqualifizierung erwogen werden. (epd/mig)

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