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Auschwitz © Ministry of Foreign Affairs of the Republic of Poland @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG

CSU

Muslime und Flüchtlingskinder sollen keine KZ-Gedenkstätte besuchen

Die CSU ist überzeugt: Muslime und Flüchtlinge haben keinen Zugang zur deutschen NS-Zeit. Und soll offenbar auch so bleiben. Denn der Besuch von KZ-Gedenkstätten soll an Schulen mit vielen Muslimen und Flüchtlingskindern auch in Zukunft kein Pflicht sein.

Montag, 08.06.2015, 8:22 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 09.06.2015, 16:32 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Wer es in Bayern auf ein Gymnasium geschafft hat, darf sich auf einen nachhaltig wirkenden Schulunterricht freuen. Wenn im Geschichtsunterricht die Zeit des Nationalsozialismus ansteht, wird nicht nur theoretisches Wissen vermittelt, sondern es steht auch der Besuch einer KZ-Gedenkstätte oder eines NS-Dokumentationszentrums für die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Programm. Dort begehen Schüler Orte, die sie zuvor im Unterricht gelernt haben.

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Viele Schüler von Mittel- und Förderschulen hingegen sind allein auf ihre Vorstellungskraft angewiesen, um einen Eindruck von der NS-Zeit zu bekommen. Anders als auf dem Gymnasium ist auf ihrem Lehrplan der Besuch eines KZ oder eines Dokumentationszentrums keine Pflicht. Sie müssen sich gegebenenfalls mit dem theoretisch vermittelten Wissen begnügen.

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Das ist ungerecht, dachte sich die Fraktion Freie Wähler im Bayerischen Landtag und forderte die Landesregierung per Antrag auf, einen solchen Besuch in allen weiterführenden Schularten verpflichtend zu verankern. Doch schon bei den Beratungen im Bildungsausschuss lehnte die CSU ab. Bei der anschließenden Debatte im Landtag lieferte CSU-Politiker Klaus Steiner die Begründung:

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„Gerade an Mittelschulen haben wir Flüchtlingskinder und Kinder von Asylbewerbern. Darunter sind sehr viele Kinder aus muslimischen Familien, die keinen Zugang zu unserer Vergangenheit haben“, so der CSU-Politiker. Diese Kinder und deren Eltern würden noch sehr lange brauchen, bis sie sich mit der deutschen Vergangenheit identifizieren können. Bei den Förderschulen wiederum sei „ein achtsamer Blick, vor allem auf Schülerinnen und Schüler mit kognitiven und emotionalen Einschränkungen, notwendig“, so Steiner in seiner Rede.

Was folgt ist ein Schlagabtausch im Landtag. Gisela Sengl für die Grünen etwa erwidert: „Was heißt das ganz konkret? Soll ich es übersetzen? Sind diese Schüler zu dumm, um den Inhalt zu erfassen? – Sollte das Ihre Aussage sein, wäre das traurig. […] Um zu begreifen, was in der NS-Zeit Schreckliches passiert ist, benötigt man keinen bestimmten Intelligenzquotienten.“ (hs)

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