Migrationsbericht 2011

Zahl der Türken steigt innerhalb eines Jahres um 500.000

Ein Vergleich zwischen dem Migrationsbericht 2010 und 2011 zeigt: Die Zahl der in Deutschland lebenden Türkeistämmigen ist nach Recherchen von Mediendienst Integration innerhalb eines Jahres um eine halbe Million angestiegen. Grund ist eine geänderte statistische Erfassung. Das stellt bisherige Annahmen über Türkeistämmige auf den Kopf.

Donnerstag, 31.01.2013, 8:29 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 05.02.2013, 0:31 Uhr Lesedauer: 1 Minuten  |   Drucken

Die Zahl der in Deutschland lebenden Türkeistämmigen von einem Jahr auf das andere um fast 500.000 angestiegen. Das zeigt ein Vergleich des Migrationsberichts 2011 mit dem Bericht des Vorjahres. Danach lebten im Jahr 2010 rund 2,48 Millionen Türkeistämmige in Deutschland; im Migrationsbericht 2011 sind es 2,95 Millionen.

Ist das möglich? Ein Rechenfehler? Ein Vertipper? Der Mediendienst Integration ging dieser Frage nach. Hintergrund dieses Anstiegs sei eine neue Methode der statistischen Erfassung. „Es handelt sich hierbei um 471.000 Kinder, die in Deutschland als Deutsche auf die Welt gekommen sind“, habe ein zuständiger Mitarbeiter im Statistischen Bundesamt dem Mediendienst Integration erklärt.

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Türken als Türken erfasst
Bislang waren Kinder in der Statistik unsichtbar, wenn beide Eltern einen Migrationshintergrund hatten. Sie wurden lediglich in der Gruppe „Menschen mit Migrationshintergrund ohne Angabe zum Herkunftsland“ erfasst. Das habe sich nun geändert. Neuerdings würden Kinder, deren Eltern beide den gleichen Migrationshintergrund haben, Herkunftsländern zugeordnet.

Damit verändern sich einige wesentliche Annahmen: Die Quote der in Deutschland geborenen Türkeistämmigen steigt damit auf etwa 50 Prozent. „Auch die Bildungserfolge dürften damit deutlich besser ausfallen, da es sich bei den neu erfassten Deutschtürken vor allem um Kinder und Jugendliche handelt“, sagt Ferda Ataman vom Mediendienst Integration. (mi/etb)

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MiGDISKUTIEREN (Bitte die Netiquette beachten.)

  1. Zafer Topak sagt:

    Das Herkunftsland der hier geborenen Kinder ist Deutschland! Diese Menschen stammen nicht aus der Türkei und sind daher auch keine Türkeistämmigen! Und einen Migrationshintergrund haben sie auch nicht!

  2. Faith sagt:

    Zafer Topak hat recht! Ich sehe das genauso.

  3. Erdal sagt:

    Ich sehe es nicht so. Sie haben trotzdem einen Migrationshintergrund. Migrationshintergrund muss nicht bedeuten, dass man selber migriert ist. Es kann auch sehr wohl bedeuten, dass die Eltern oder Großeltern migriert sind.

  4. Soli sagt:

    @Erdal – und wie weit sollen wir da zurückgehen?
    Also ich finde bei den Eltern sollte das schon aufhören. Ob die Großeltern irgendwann mal aus der Türkei (in diesem Beispiel) kamen ist meiner Meinung nach vollkommen unerheblich. Die Eltern sind dann ja schon in Deutschland aufgewachsen/geboren – die Kinder sowieso.

  5. Hyper On Experience sagt:

    Zafer Topak hat vollkommen Recht.
    Wer ständig von „Integration“ faselt, aber in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern mit „Migrationshintergrund“ labelt, hat irgenwas falsch verstanden.

  6. Klirrtext sagt:

    @Soli
    „Wie weit soll das zurückgehen?“
    Alles was nach der 3. Generation kommt, hat keinen offiziellen Migrationshintergrund mehr. Es gibt also keine 4. Generation der Migranten.
    Ich verstehe den Ärger über die Zuteilung, vor allem unter Gesichtspunkten der Integration sehe ich das auch problematisch. Wenn man das allerdings mal sachlich betrachtet, ergibt es durchaus Sinn. Denn diese Einteilung dient vor allem den Soziologen. Möchte man langfristige Untersuchungen zu Migration und Integration vornehmen, so ist es widersinnig nach der 1. Generation die Migration zu vernachlässigen. Sie hat schließlich immer noch erhebliche Effekte auf das Kind, auch wenn es selber nicht migrierte.

  7. epze030 sagt:

    @ Zafer … + @ Hyper …

    … na, ob das der z.Zt. noch amtierende Başbakan auch so entspannt sieht daß man seine ‚Schäfchen‘ einfach so vereinnahmt?? ;-)