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15.12.2011 – Juden, Neonazi, Multikulti, Integration, Sarrazin, Muslime, Jesus

TV-Tipps des Tages sind: Horizonte: Aufgewachsen ist sie als gutes katholisches Mädchen. Dann kam erst Theresienstadt, schließlich Auschwitz, wohin sie als 14-Jährige geschickt wurde; Döner oder Bulette? Ein Integrationstest in Berlin - Thema: Multikulti oder Parallelgesellschaft? Jesus ist Moslem

Von Samstag, 15.12.2012, 8:18 Uhr|zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 13.12.2012, 11:16 Uhr Lesedauer: 4 Minuten  |   Drucken

Horizonte
Aufgewachsen ist sie als gutes katholisches Mädchen. Dann kam erst Theresienstadt, schließlich Auschwitz, wohin sie als 14-Jährige geschickt wurde. Denn für die Nazis war sie eine „Halbjüdin“, und ihre „halbjüdische“ Mutter fürchtete, unter Druck gesetzt, um ihr eigenes Leben und um das ihrer anderen Kinder. So wurde Cordelia E. „geopfert“ und verstand nicht, warum sie als „gutes deutsches Mädchen“ plötzlich ins KZ musste. 1945 befreit, wurde Schweden ihre neue Heimat, wo sie schließlich zur angesehenen Journalistin avancierte.

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In Stockholm trat sie zur jüdischen Gemeinde über, und als der Yom-Kippur-Krieg 1973 ausbrach, übersiedelte sie nach Jerusalem. Deutschland, Schweden, Israel – die drei Leben der Cordelia Edvardson. Drei Leben und doch eine Identität: katholisch erzogen und zurückgekehrt zu ihren jüdischen Wurzeln, zum jüdischen Volk, wozu Adolf Hitler sie einst verdammte. Die Schriftstellerin Cordelia Edvardson lebte Jahrzehnte in Jerusalem, arbeitete als Auslandskorrespondentin für verschiedene skandinavische Zeitungen. Dem deutschen Publikum wurde sie bekannt mit ihrer Autobiografie „Gebranntes Kind sucht das Feuer“. Längere Zeit in Deutschland leben könnte sie nie wieder, denn „die Deutschen haben bis heute nicht verstanden, dass die Welt mit Auschwitz einen Sprung bekommen hat“. Vor wenigen Wochen, am 29. Oktober, verstarb Cordelia Edvardson im Alter von 83 Jahren in Stockholm. Ihr Leben war ein Stück Lebensgeschichte als Zeitgeschichte – die drei Leben der Cordelia E. 16:30-17:00 • HR

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Döner oder Bulette?
Ein Integrationstest in Berlin – Thema: Multikulti oder Parallelgesellschaft?

Wer muss sich in Deutschland integrieren und wer darf weiter leben wie bisher? Wer darf sich hier zu Hause fühlen und wer gehört zu den Fremden? Seit der von Thilo Sarrazin provozierten Debatte nimmt niemand mehr ein Blatt vor den Mund. Deutsche Schüler fühlen sich in Neuköllner Gesamtschulen an den Rand gedrängt, als „Schweinefleischfresser“ und „Deutschländer“ gemobbt und bedroht. Lehrer klagen über eine regelrechte „Deutschenfeindlichkeit“ muslimischer Jugendlicher, die so den Frust über die eigene Perspektivlosigkeit loswerden wollen.

Ausländer sind alle, fast überall, weiß man, aber niemand möchte gern in der Minderheit sein. In der Mehrzahl sehen die Kinder und Enkel der Zuwanderer in Deutschland ihre Heimat, dort, wo sie geboren sind. Sie wollen hier einen guten Schulabschluss machen, arbeiten und nicht ewig mit einem „Migrationshintergrund“ etikettiert werden.

Der elfjährige Egecan lernt seit einem Jahr an der renommierten Staatlichen Ballettschule Berlin. Sein Vater, ein arbeitsloser Betonbauer, fährt ihn täglich quer durch die Stadt in eine „andere Welt“. Wenn er seinen türkischen Freunden und Verwandten erzählt, dass sein Sohn Balletttänzer werden möchte, erlebt er Unverständnis und Ablehnung.

Die Autoren Nadya Luer, Hakan Savas Mican und Stephanie Wätjen machen in den „Schluchten von Neukölln“ einen Integrations-Test. 20:15-21:00 • tagesschau24

Baustelle Integration?
Der Weg zum Wir-Gefühl – Thema: Multikulti oder Parallelgesellschaft?

In Deutschland leben 15,5 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Doch eine echte Integration gelingt längst nicht immer. Oft fehlt nicht nur das notwendige Vertrauen im Zusammenleben von Deutschen und Migranten. Nach wie vor sind Migranten in einigen Bereichen schlechter gestellt als ihre deutschen Mitbürger – beispielsweise, wenn es um die Anerkennung ihrer Berufsabschlüsse, um die Erwerbsquote oder die Schulförderung geht.

Was müsste sich ändern? Welche Hindernisse liegen auf dem Weg zu einem „Wir-Gefühl“ in der Gesellschaft? Die Campus DOKU „Baustelle Integration? Der Weg zum Wir-Gefühl“ zeigt dazu Ansätze: etwa die aktive Vertrauensbildung zwischen Muslimen und Deutschen durch den Imam von Penzberg, die Aufklärungsarbeit eines türkischen Politikwissenschaftlers, städtische Initiativen wie in Erlangen oder Sprachförderungsprojekte für Kleinkinder. 21:30-22:00 • tagesschau24

Jesus ist Moslem
Vom Leben im Multi-Kulti-Kindergarten – Aus der Reihe „Menschen unter uns“ – Thema: Multikulti oder Parallelgesellschaft

Baran braucht noch etwas Übung, aber seine Rolle als Josef im Hirtenspiel mag er sehr. Neben ihm steht Fatma; sie spielt die Maria. Baran und Fatma sind fünf Jahre alt und gehen in die Kita am Goetheplatz in der Mainzer Neustadt.

100 Kinder sind hier, 87 von ihnen mit einem Migrations-Hintergrund. Die meisten sind Moslems. Fast alle Religionen sind vertreten. Leiterin Regina Schneider lernt Tag um Tag mit den Wünschen, Bedürfnissen und Ängsten der Eltern umzugehen, die ihre unterschiedlichen ethischen Werte und kulturellen Traditionen mit- und einbringen. Ob Zuckerfest, Nikolaus oder der Geburtstag des Propheten: Die Kinder feiern alle Feiertage groß zusammen.

Der Film „Jesus ist Moslem“ zeigt, wie religiöser Respekt und kulturelle Koexistenz in einem Mainzer Kindergarten erfolgreicher gestaltet werden als von vielen Erwachsenen, Politikern und Hitzköpfen im ganzen Land. 22:00-22:30 • tagesschau24

Cosmo TV
Themen: Willkommen zu Hause, Harut! Drei Jahre nach seiner Abschiebung kehrt der junge Mann zurück; Kiez-Deutsch: Der neue Dialekt auf der Straße; Kunterbunte Philharmonie: Grundschüler haben ihren großen Auftritt. 07:30-08:00 • SWR SR

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