TV-Tipps des Tages

20.04.2012 – Israel, Palästina, Arabische Allianz, Türken, Islam, Ausländer

TV-Tipps des Tages sind: Sechs Tage Krieg: Der zweiteilige Dokumentarfilm zeigt, dass der israelische Sieg gegen die arabische Allianz im Krieg des Jahres 1967…; Sechs Tage Krieg: Krieg und Okkupation; Faszination Wissen: Bei Türken gehört Gewalt zum Alltag; Wie der Döner an den Rhein kam: Kabarettist Fatih Cevikkollu erklärt seine lustigen Erkenntnisse

Von Freitag, 20.04.2012, 8:18 Uhr|zuletzt aktualisiert: Sonntag, 15.04.2012, 15:22 Uhr Lesedauer: 7 Minuten  |  

Sechs Tage Krieg
1/2, Die Waffen klirren – Der zweiteilige Dokumentarfilm zeigt, dass der israelische Sieg gegen die arabische Allianz im Krieg des Jahres 1967 einen Wendepunkt in der Geschichte des Nahen Ostens darstellte, dessen Folgen bis heute politisch hochbedeutend sind. Gegenstand des ersten Teils der Dokumentation ist die unmittelbare Vorgeschichte der militärischen Auseinandersetzung mit den beiden Hauptprotagonisten Gamal Abdel Nasser, damaliger ägyptischer Staatspräsident, und dem israelischen Ministerpräsidenten Levi Eschkol.

Lange betrachteten die Israelis den israelisch-arabischen Krieg vom Juni 1967, den sogenannten Sechstagekrieg, als wunderbaren Sieg ihres kleinen Staates über die ihn umzingelnden feindlichen Araberstaaten. Die arabischen Völker dagegen sahen in dem Krieg eine imperialistische Verschwörung, die ihnen eine erniedrigende Niederlage bereitet hatte.

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Über vier Jahrzehnte später erweist sich der Sechstagekrieg als bedeutsamer Wendepunkt in der Geschichte des Nahen Ostens. Er leitete das Ende des Panarabismus ein, jenes Traumes von einer vereinten, der Vorherrschaft der Großmächte ledigen arabischen Nation. Mit der Niederlage der arabischen Staaten wurde den Palästinensern bewusst, dass sie vor allem auf sich selbst zählen müssen. Die israelische Besetzung des Westjordanlandes, des arabischen Teils von Jerusalem und die darauf folgende Massenflucht festigten endgültig die nationale Identität der palästinensischen Araber. Daraufhin verstärkten sich in der ganzen Region die fundamental-islamistischen Strömungen. Sie waren die Reaktion auf den im Sechstagekrieg zutage getretenen Einfluss der Militärs und auf das religiöse Erwachen in Israel, das den Krieg begleitete. Der militärische Sieg der Israelis führte in der Folge zu einer dramatischen, ausweglos erscheinenden politischen Situation, unter der die Völker der Region noch heute leiden. 14:45-15:35 • arte

Sechs Tage Krieg
2/2, Krieg und Okkupation – Der zweite Teil schildert die sechs Tage des Krieges, den die israelischen Streitkräfte in unerwarteter Geschwindigkeit führten. Es beginnt mit der totalen Zerstörung der ägyptischen Luftwaffe auf dem Boden bereits am 5. Juni 1967. Damit hat Israel die Lufthoheit über dem Nahen Osten gesichert. Der legendäre Verteidigungsminister Mosche Dayan wird so zum wichtigsten Akteur dieses Krieges.

Lange betrachteten die Israelis den israelisch-arabischen Krieg vom Juni 1967, den so genannten Sechstagekrieg, als wunderbaren Sieg ihres kleinen Staates über die ihn umzingelnden feindlichen Araberstaaten. Die arabischen Völker dagegen sahen in dem Krieg eine imperialistische Verschwörung, die ihnen eine erniedrigende Niederlage bereitet hatte.

40 Jahre später erweist sich der Sechstagekrieg als bedeutsamer Wendepunkt in der Geschichte des Nahen Ostens. Er leitete das Ende des Panarabismus ein, jenes Traumes von einer vereinten, der Vorherrschaft der Großmächte ledigen arabischen Nation. Mit der Niederlage der arabischen Staaten wurde den Palästinensern bewusst, dass sie vor allem auf sich selbst zählen müssen. Die israelische Besetzung des Westjordanlandes, des arabischen Teils von Jerusalem und die darauf folgende Massenflucht festigten endgültig die nationale Identität der palästinensischen Araber. Daraufhin verstärkten sich in der ganzen Region die fundamental-islamistischen Strömungen. Sie waren die Reaktion auf den im Sechstagekrieg zutage getretenen Einfluss der Militärs und auf das religiöse Erwachen in Israel, das den Krieg begleitete. Der militärische Sieg der Israelis führte in der Folge zu einer dramatischen, ausweglos erscheinenden politischen Situation, unter der die Völker der Region noch heute leiden. 15:35-16:45 • arte

Faszination Wissen
Vorurteile – wie sie aus dem Hintergrund unser Leben bestimmen.

„Bei Türken gehört Gewalt zum Alltag“ – „Im Islam werden Frauen unterdrückt“ – all das sind Aussagen, die auf Vorurteilen beruhen. Erfundene oder wahre Eigenschaften, die auf Einzelfälle vielleicht zutreffen, werden ganzen Bevölkerungsgruppen zugeschrieben, beispielsweise „Gewalttätigkeit“ den „Türken“, oder „Unterdrückung“ den „Muslimen“. Fertig ist das Vorurteil! Und das hat Folgen: Vorurteile bestimmen nicht nur das Denken, sondern auch das Handeln derjenigen, die an sie glauben. Sie beeinflussen politische Entscheidungen und prägen gesellschaftliche Entwicklungen.

Als „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ fassen Psychologen und Pädagogen Vorurteile zusammen, wenn diese zur Abwertung von Mitmenschen führen und so zu einer Gefahr für das Zusammenleben werden. Etwa die Hälfte der Deutschen glaubt, dass das Land „gefährlich überfremdet“ sei. Dabei sind Vorurteile menschlich, eigentlich eine Errungenschaft der Evolution: Um zu überleben, muss das Gehirn des Menschen unzählige Informationen abspeichern. Informationen, die in einer gefährlichen, oder unbekannten Situation blitzschnell und unbewusst abgerufen werden und so helfen die Situation unbeschadet zu überstehen. „Wenn ich in der Wildnis auf einen Bären treffe, überlege ich nicht, ob das ein Braun- oder ein Schwarzbär ist. Mein Gefühl, mein Vorurteil sagt mir: Gefahr! Mach dass du weg kommst“, so fasst ein Neuropsychologe zusammen, wie diese Denkstruktur funktioniert.

Der Mensch denkt in Schubladen. Das hat ihm sein Überleben über Jahrtausende ermöglicht. Aber genau das wird heute auch zum Problem: Wir leben nicht mehr in der Wildnis, sondern in einer globalisierten Welt. Zusammen mit Menschen aus verschiedenen Kulturen. Die große Chance, die das mit sich bringt, wird durch das Schubladendenken, eben durch Vorurteile, behindert oder sogar gefährdet. Faszination Wissen geht dem Vorurteil als uraltem sozialem Verhaltensmuster auf den Grund: Wie entstehen moderne Vorurteile und was kann man dagegen tun?

Hintergrundinformationen:
„Faszination Wissen“ ist eine von Iska Schreglmann moderierte Wissenssendung, die Aktuelles und Faszinierendes aus der Welt der Wissenschaft und Technik unterhaltsam und anschaulich präsentiert. Der Titel ist Programm: Faszinierende Themen aus der Wissenschaft werden über ungewöhnliche Zugänge erschlossen und mit spannenden Bildern und anspruchsvollen Grafiken umgesetzt. Die Themen der 30-minütigen Dokumentationen sind nicht nur interessant, mitunter werden auch brisante Aspekte kontrovers diskutiert. So wird Verständnis für die Komplexität erzeugt, Erkenntnis über den Diskussionsstand und die Tatsache vermittelt, dass auch die Wissenschaft auf viele Fragen des Lebens noch keine Antwort hat. Alle Altersgruppen können bei „Faszination Wissen“ staunend in diese spannende Welt des Wissens eintauchen. 19:00-19:30 • BR-alpha

Wie der Döner an den Rhein kam
Dokumentation Kabarettist Fatih Cevikkollu erklärt seine lustigen Erkenntnisse über die Herkunft und Erfolg des Döners.

Der Döner Kebap, das Grillfleisch im Brot, ist mittlerweile einer der beliebtesten Imbisse im Rheinland. Original türkisch, sollte man meinen – und irrt. Den Döner, zu deutsch „Drehspieß“, gibt es in der Türkei nur zu besonderen Anlässen: Lammfleisch, langsam drehend gegrillt. „Döner, wie er hier zubereitet wird, hab ich nie in der Türkei gesehen!“ wundert sich Ali Balaban, Feinschmecker und Kölner Restaurantbesitzer. „Weißkohl und Rotkohl ist nur deshalb im Döner drin, weil die Deutschen so gern Kohl essen!“ ergänzt Ismet Kirkici, dessen Familie seit 1982 im „Türkiye Pazari“ in Köln Döner Kebab anbietet.

Begonnen hat der Döner seinen Siegeszug mit den Krisen der Industrie im Rheinland in den 70er Jahren. Als Ford und die Kabelwerke Felten und Guillaume in Köln und später Krupp und Thyssen in Duisburg viele Arbeiter entlassen mussten, war darunter zahlreiche türkische, die dennoch in Deutschland bleiben wollten. Einige überlegten, einen Imbiss aufzumachen – zunächst für türkische Landsleute. „Jeder machte seinen Döner selber, auch wenn er keine Ahnung hatte, abenteuerlich war das manchmal!“ erinnert sich Bernd Stumm, der damals als Lebensmittelkontrolleur unterwegs war. Dennoch wagten sich auch Deutsche bald in die türkischen Läden und verlangten immer öfter etwas Schnelles auf die Hand statt ein Tellergericht. Hamburger-Ketten waren gerade modern – warum also nicht auch das Fleisch vom Drehspieß ins Brot stecken? Und vielleicht auch mit Hähnchenfleisch, wenn die Deutschen beim Anblick von Lamm die Nase rümpfen?

„Der Hochkantschaschlik gedreht und gegrillt, der schmeckt ja anders als Kohlrouladen von Muttern,“ erklärt sich der Kabarettist Fatih Cevikkollu den bald einsetzenden Erfolg der deutsch-türkischen Erfindung. Vor allem junge Leute probierten und fanden es lecker. So lecker, dass Kemal Ascioglu, der mit einem Imbisswagen durch Duisburg fuhr und Döner anbot, seinen 26jährigen Sohn Dursun zur Unterstützung aus der Türkei holte. „Mit Zwiebeln, Tomate und scharf“ waren lange die einzigen deutschen Worte, die er konnte. Heute betreibt er sehr erfolgreich seinen „Dönermann“ in Duisburg-Marxloh. 20:15-21:00 • WDR TV-Tipps

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