TV-Tipps des Tages

27.02.2012 – Arabische Revolution, Islam, Syrien, Ägypten, Migranten

TV-Tipps des Tages sind: Das Jahr des Frühlings:Die arabische Revolution - Ein Sturm des Protestes und der Wut gegen korrupte, überlebte Regimes hat einen Großteil der arabischen Welt erfasst und Diktatoren hinweggefegt. Betrifft: Spätzle auf spanisch - Drei Generationen Deutschspanier aus Montejaque, Benaoján und Knittlingen schildern ihr Leben zwischen zwei Kulturen

Von Montag, 27.02.2012, 8:18 Uhr|zuletzt aktualisiert: Freitag, 24.02.2012, 15:38 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Das Jahr des Frühlings
Die arabische Revolution – Ein Sturm des Protestes und der Wut gegen korrupte, überlebte Regimes hat einen Großteil der arabischen Welt erfasst und Diktatoren hinweggefegt. Alle wurden von der revolutionären Welle und der Geschwindigkeit überrascht.

Ebenso unerwartet war ihr anfänglicher Charakter als friedliche Massenbewegung von Zivilgesellschaften, die zu lange schweigen und stillhalten mussten. Bald zeigten sich aber auch Unterschiede zwischen den verschiedenen Nationen und den jeweiligen Regimes.

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In Libyen wären die Rebellen ohne die Unterstützung durch die Nato wohl nie siegreich gewesen. In Syrien und im Jemen ist die Möglichkeit von Bürgerkriegen nicht gebannt. In Tunesien wurden Wahlen abgehalten, bei denen die sich auf den Islam berufende Partei „Ernahda“ als Siegerin hervorging. Auch in Libyen zeigen islamistische Parteien und Gruppen ihren Einfluss. Vor allem jene, die gegen das Gaddafi-Regime gekämpft haben. In Ägypten herrscht seit dem Sturz Mubaraks das Militär, das sich in den Tagen der Revolution weigerte, auf die Demonstranten zu schießen. Doch die Generäle wollen die Macht nicht aufgeben und sich einer demokratisch gewählten Regierung unterstellen. In Syrien will Präsident Bachar al-Assad die Macht seines Familienclans mit allen Mitteln erhalten.

Über 5000 Tote hat der Krieg des Diktators gegen sein Volk nach internationalen Schätzungen bisher gekostet. Im Jemen ist die Revolution nach einem Jahr ausgebremst. Präsident Ali Abdullah Saleh, seit 33 Jahren im Amt, ist zurückgetreten, wird aber weiter als graue Eminenz im Hintergrund die Fäden ziehen. Die Gefahr eines Bürgerkrieges besteht weiter. „Aber eines steht fest“, sagt die Friedensnobelpreisträgerin Tawakkul Karman, „die Frauen haben durch ihre Rolle in dieser Revolution die Gesellschaft bereits verändert.“ Tawakkul Karman ist Aktivistin bei der islamistischen Al Islah-Partei.

In allen Ländern tobt die Auseinandersetzung zwischen den Kräften der Erneuerung und jenen, die eine religiös definierte Tradition restaurieren wollen. In allen Ländern waren die Losungen der Arabischen Revolution „Brot, Freiheit, Würde“. Werden die Menschen die Verwirklichung dieser Sehnsüchte erleben? Oder werden diese großen geschichtlichen Umwälzungen in der arabischen Welt in einer epochalen Enttäuschung enden? Der Film analysiert und zeichnet Entstehung und Entwicklung der arabischen Revolutionen nach und forscht nach ihren Wurzeln. 23:30-01:00 • SWR BW

Betrifft
Spätzle auf spanisch – Drei Generationen Deutschspanier aus Montejaque, Benaoján und Knittlingen schildern ihr Leben zwischen zwei Kulturen. Sie alle sind Beispiele für eine „positive Migration“. Für sie kann Heimat beides sein: Schwaben und Andalusien.

Flamenco im Fachwerkstädtchen, Spätzle in Andalusien: Was verbindet die Kleinstadt Knittlingen bei Pforzheim mit zwei Bergdörfern in Südspanien? Deutschland war einst Wirtschaftswunderland, in Spanien gab es keine Arbeit. Nachdem Spanien und Deutschland 1960 einen Anwerbevertrag unterzeichnet hatten, kamen 600.000 Spanier als Gastarbeiter in die Bundesrepublik.

Aus den armen Nachbardörfern Benaoján und Montejaque machten sich fast alle arbeitsfähigen Männer, insgesamt 300, auf den Weg nach Norden. Ihr Ziel: Knittlingen. Hier gab es Arbeit, hier war es „wie im Paradies“. Viele sind inzwischen im Schwabenland fest verwurzelt und doch Andalusier geblieben. Andere sind in die alte Heimat zurückgegangen.

In der Gemeinde Knittlingen gut aufgenommen, haben die Kinder der Gebliebenen das Beste aus dem deutschen Bildungssystem gemacht, manche sprechen besser schwäbisch als spanisch. Für sie kann Heimat beides sein: Schwaben und Andalusien. Die aktuelle Politik führt lautstark ihre Integrationsdebatten – die Menschen aus Knittlingen, Montejaque und Benaoján haben still und kaum bemerkt längst vorgeführt, dass Migration Bereicherung bedeuten kann. 01:00-01:45 • SWR BW

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