25.02.2012 – Türkei, Migranten, Europa, Integration, Ausländer, Muslime

TV-Tipps des Tages sind: Meine Liebe in Deutschland: Eigentlich hatte ich nie vor, eine Frau aus der Türkei zu heiraten", sagt Atilla Gümüstas; Gesichter Europas: Notizen aus dem toten Winkel Europas; Cosmo TV:Moderation: Till Nassif. Themen: Betrug bei Integrationskursen in NRW; Gib Gewalt keine Chance; Tabu-Thema: Weibliche Genitalverstümmelung

Von Samstag, 25.02.2012, 8:18 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 21.02.2012, 17:31 Uhr Lesedauer: 5 Minuten  |   Drucken

Meine Liebe in Deutschland
Aus der Reihe „hier und heute“ – „Eigentlich hatte ich nie vor, eine Frau aus der Türkei zu heiraten“, sagt Atilla Gümüstas. Aber dann hat es ihn erwischt: In Kastamonu, einer Provinzstadt in Anatolien, hörte der 24-jährige Deutsch-Türke die Stimme einer Radiomoderatorin.

Sie ließ ihn nicht mehr los. Er lernte Cavidan kennen, es war Liebe auf den ersten Blick. Nun sitzt er mit seiner Frau im winzigen Hotelzimmer in Ankara und büffelt mit ihr für die Deutschprüfung. Wenn Cavidan besteht, kann sie endlich zu ihm nach Köln kommen. Die beiden sind schon zwei Jahre verheiratet. Eine Liebe mit Hindernissen.

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Auch Güzide Öztürk aus Ahlen kann es kaum erwarten, dass sie zusammenleben: Ihr Mann wollte vor anderthalb Jahren schon nach Deutschland ziehen, gleich nach der Hochzeit. Aber er hat sie immer wieder vertröstet: Burak, 33, lässt seinen PC-Laden mit angeschlossenem Internet-Café in einer Kleinstadt südlich von Ankara nur schweren Herzens hinter sich. Er weiß, in Deutschland wird alles anders: „Der Tee wird anders schmecken.“ Und er muss Deutsch sprechen können.

Wenn Imran Cosgun an der Kasse im Lebensmittelladen ihres Vaters sitzt, vertippt sie sich oft. Denn die 20-Jährige denkt an Ömer. Der ist weit weg, in Ankara. Seit Jahren kommunizieren sie fast nur übers Internet, dabei hilft sie ihm auch beim Deutschlernen. Ömer will alles für sie aufgeben: Seine Heimat, die Nähe zur Familie, den guten Posten bei der Flughafenbus-Gesellschaft. Die beiden waren lange heimlich verliebt, bis Imrans Vater ein Foto von Ömer bei ihr fand.

Reporterin Christiane Haas erzählt drei zauberhafte Liebesgeschichten aus der deutsch-türkischen Lebenswelt und stellt dabei viele Fragen: Warum heiratet die finanziell unabhängige Güzide lieber einen Mann aus der Türkei? Warum trägt Imran eigentlich Kopftuch? Und was genau passiert in einer Henna-Nacht? 11:00-11:30 • EinsExtra

Gesichter Europas
Notizen aus dem toten Winkel Europas. Im Dreiländereck zwischen Bulgarien, Türkei und Griechenland

Mit Reportagen von Simone Böcker – Am Mikrofon: Norbert Weber. Dünne Besiedlung, aussterbende Dörfer, hohe Arbeitslosigkeit: Wo die EU im Osten endet und Bulgarien und Griechenland mit der Türkei zusammenstoßen, trifft man auf Zonen nationaler Bedeutungslosigkeit. Wichtig ist hier nur die Grenze. Ihr Wandel hat das Leben der Menschen schon immer in unterschiedlicher Weise bestimmt.

Von der Mitte des Osmanischen Reichs entwickelte sich die Region zum europäischen Randgebiet, zur Hochsicherheitszone zwischen Ost und West während des Kommunismus. Heute, 20 Jahre nach dem Mauerfall, wird wieder hochgerüstet, doch nun in umgekehrter Richtung. Während nach der Wende etwa bulgarische Erntehelfer ihr Glück in Griechenland suchten, sind es nun griechische Unternehmen, die als Steuerflüchtlinge ihren Sitz nach Bulgarien verlegen. Notizen aus dem toten Winkel Europas. 11:05-12:00 • Deutschlandfunk

Fremd und doch vertraut – Wie Integration gelingt
Wie Integration in Deutschland gelingt, zeigt diese dreiteilige Dokumentation des renommierten Bildungsjournalisten Paul Schwarz am Beispiel der Handlungsfelder Integrationskurse, Berufliche Integration und Integration durch Sport.

Ziel solcher Integrationsförderung ist die gleichberechtigte Teilnahme von Migrantinnen und Migranten an allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland.

Die Berichterstattung über das Thema Integration in den Medien ist häufig geprägt von negativen Schlagzeilen, Stichwort „Integrationsverweigerung“. Der renommierte Bildungsjournalist Paul Schwarz hat sich u. zur Aufgabe gemacht, die vielen positiven Beispiele gelungener Integration in Deutschland zu zeigen, und stellt in seinen Filmen bemerkenswerte Initiativen und Projekte vor. Wie Integration in Deutschland gelingt zeigt seine dreiteilige Dokumentation „Fremd und doch vertraut“ am Beispiel der Handlungsfelder Integrationskurse, Berufliche Integration und Integration durch Sport. Ziel solcher Integrationsförderung ist die gleichberechtigte Teilnahme von Migrantinnen und Migranten an allen Bereichen des gesellschaftlichern Lebens in Deutschland… 21:30-22:00 • BR-alpha

Cosmo TV
Moderation: Till Nassif. Themen: Betrug bei Integrationskursen in NRW; Gib Gewalt keine Chance; Tabu-Thema: Weibliche Genitalverstümmelung

Betrug bei Integrationskursen in NRW
Die Integrationskurse sind seit ihrer Einführung 2005 die Erfolgsgeschichte der Bundesregierung in Sachen Integration. Vor kurzem hat bereits der millionste Teilnehmer angefangen Deutsch zu lernen. Doch zeitgleich kommt des Vorzeigeprojekt der Bundesregierung in Verruf. Vor einem halben Jahr berichtete die ARD über mögliche Betrugsfälle bei Kursträgern. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen Träger in NRW, der Schulen in Wuppertal, Hagen und Lünen hatte. Der Vorwurf: Kursteilnehmern wurde gegen Bares bei den Sprachprüfungen geholfen. Außerdem wurden Anwesenheitslisten offenbar manipuliert, um so mehr Geld vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zu bekommen. Cosmo TV berichtet über die Vorwürfe und hat mit einer Sprachlehrerin aus Wuppertal gesprochen.

Gib Gewalt keine Chance
Ein ungewöhnliches Pilotprojekt findet derzeit in Düren in der evangelischen Gemeinde statt. Es heißt „Brückenbauerinnen“ und ist einmalig in ganz Deutschland: Frauen, die teils selber Gewalt erfahren haben, helfen anderen Frauen, die gerade häuslicher Gewalt entflohen sind. Die Arbeit geschieht in enger Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Jugend- und Sozialamt – so gelingt es oft, den betroffenen Frauen einen Neuanfang zu ermöglichen. Die Brückenbauerinnen, die selbst Gewalt erlebt haben, sehen sich nicht als Opfer. Sie sehen sich als Mutmacher. Cosmo TV hat zwei von ihnen bei ihrem Ehrenamt begleitet.

Tabu-Thema: Weibliche Genitalverstümmelung
Sie ist 18 Jahre alt, aber sie hat einen ganz anderen Traum als ihre Altersgenossinnen. Mariama, die ihren wirklichen Namen lieber nicht im Fernsehen nennen möchte, wurde mit 7 Jahren beschnitten. In ihrer Heimat Gambia wurde ihr ein Stück ihrer Vagina herausgeschnitten – ganz ohne Betäubung. Eine schmerzhafte Erfahrung, sowohl körperlich als auch seelisch für die junge Frau. „Mir wurde ein Teil meiner Weiblichkeit genommen“, sagt sie heute. Diesen Teil möchte sie nun wieder zurückbekommen. Das bedeutet: Sie plant einen komplizierten medizinischen Eingriff, der die Beschneidung zum Teil rückgängig machen würde. Mariama erzählt Cosmo TV ihre Geschichte, um ein Zeichen zu setzen. Sie will nicht mehr schweigen, sie will mit ihrer Geschichte anderen Frauen Mut machen. 07:25-07:55 • HR

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