TV-Tipps des Tages

08.02.2012 – Türkei, Istanbul, Integration, Türken, Migranten, Ethik, Politkowskaja

TV-Tipps des Tages sind: Konstantinopels versunkener Hafen: Die türkische Metropole Istanbul am Ufer des Bosporus platzt; alpha-Forum City; "Daheim in zwei Kulturen - wie glückt Integration?"; Istanbuls Hagia Sophia - Kirche, Moschee, Museum; Der Türkenpfarrer; Ethik des Fremden - Zwischen Politik und Wirtschaft; Die Ermordung der Journalistin Anna Politkowskaja

Von Mittwoch, 08.02.2012, 8:18 Uhr|zuletzt aktualisiert: Dienstag, 07.02.2012, 14:27 Uhr Lesedauer: 5 Minuten  |   Drucken

Konstantinopels versunkener Hafen
Dokumentation – Die türkische Metropole Istanbul am Ufer des Bosporus platzt aus allen Nähten und droht am Verkehrskollaps zu ersticken. Dem soll ein Tunnel unter der Europa von Asien trennenden Meerenge ein Ende bereiten.

Mitten im modernen Istanbul hat ein gigantisches Bauprojekt begonnen, das die chronischen Verkehrsprobleme der überbevölkerten größten Metropole der Türkei lösen soll. Geplant sind ein Tunnel unter dem Bosporus und – tief in den Grundfesten der Stadt – ein Umsteigebahnhof zwischen Bahn und Metro. V

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Von der über 3.000-jährigen Vergangenheit Istanbuls – einst hieß die Stadt Konstantinopel und vormals Byzanz – sind nur relativ wenige Spuren erhalten. Doch bei Aushubarbeiten für das Tunnelprojekt, die weitab vom Bosporus-Ufer begannen, legten Bauarbeiter 37 Schiffe samt Ladung frei, die durch eine Lehmschicht geschützt und dadurch hervorragend erhalten waren. Bei dem wertvollen Fund handelt es sich um Teile des versunkenen Hafens, der unter Kaiser Theodosius II. gebaut und vom fünften bis zum zehnten Jahrhundert genutzt worden war. Aus der Baustelle wurde eine mehr als fünf Hektar große Unterwasser-Grabungsstätte, die unter anderem Aufschluss über Ausdehnung und Untergang des Hafens von Konstantinopel geben soll. 11:40-12:30 • arte

alpha-Forum City
„Daheim in zwei Kulturen – wie glückt Integration?“ – Moderation: Isabella Schmid

Im alpha-Forum kommen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, Religion und Kultur in 45 Minuten ausführlich zu Wort. Im Internet finden Sie die Gespräche, die Lebensläufe der Gäste und Literaturhinweise. 13:00-13:45 • BR-alpha

Istanbuls Hagia Sophia – Kirche, Moschee, Museum
14:05-15:00 • N24

Der Türkenpfarrer
alpha-Österreich – „Der Türkenpfarrer“ – so wird der Pfarrer von Wien-Neufünfhaus von den einen liebevoll, von den anderen missbilligend genannt. Dass Martin Rupprecht türkisch spricht, eröffnet ihm freilich viele Kontaktmöglichkeiten.

Allein in seinem Pfarrgebiet, im 15. Wiener Gemeindebezirk, sind rund 15 Prozent der EinwohnerInnen türkischer Herkunft. Hier gibt es Schulen mit bis zu 90 Prozent Zuwanderern, die größtenteils Muslime sind. Nicht zuletzt in seinem Pfarrgebiet wird heftig und kontrovers diskutiert, ob sich Muslime in unsere westliche Gesellschaft integrieren wollen und können und ob der Islam mit einer pluralistischen, demokratischen Staatsform kompatibel sei. Martin Rupprecht und seine Gemeinde haben in den vergangenen Jahren Pionierarbeit geleistet und den Kontakt zu den Muslimen in der Umgebung offensiv gesucht. 19:30-20:00 • BR-alpha

Ethik im Gespräch
(2/3) Ethik des Fremden – Zwischen Politik und Wirtschaft – alpha-Österreich – Seit die ersten Gastarbeiter geholt wurden, sind Migranten Spielball von Politik und Wirtschaft. Einmal werden sie benötigt und mit Vergünstigungen angelockt, dann wieder versucht man sie, mit Geld wieder abzuschieben.

So, wie es der Wirtschaft gerade passt. Inzwischen sind Migranten auch Wähler, die von der Politik umworben werden. Was sagt die Ethik dazu? Darüber diskutieren Prof. Nausikaa Schirilla, Philosophin und Migrationsforscherin, Katholische Hochschule Freiburg; Dr. Stefan Luft, Politikwissenschafter und Migrationsforscher, Universität Bremen mit Prof. Peter Kampits, Philosoph, Universität 20:00-20:15 • BR-alpha

Ernst Reuter
Ein zerissenes Leben – Als er starb, folgte eine Million Menschen seinem Sarg. Während der Berlin-Blockade hielt Ernst Reuter die berühmteste Rede der Nachkriegszeit und gilt als Retter des freien Berlins. Heute ist das fast vergessen.

Auf dem Höhepunkt der Berlin-Blockade, am 9. September 1948, appellierte Ernst Reuter vor mehr als 300.000 Berlinern an die Völker der Welt, die Stadt nicht preiszugeben. Nach seinem kämpferischen Engagement entschieden die Westalliierten, ihre Berliner Sektoren vor dem Zugriff der Sowjets zu schützen. Reuter wurde als Retter des freien Berlin gefeiert. Amerikanische Präsidenten haben sich auf ihn bezogen.

Ernst Reuter war ein entschiedener Verteidiger der jungen Demokratie im Nachkriegsdeutschland. Er hat Geschichte geschrieben, war im Ausland zunächst bekannter als Konrad Adenauer. Und dennoch ist dieser Mann heute fast vergessen, der Spross einer bürgerlich-preußischen Familie, Sozialdemokrat und Kriegsgefangener im Ersten Weltkrieg, bolschewistischer Kommissar im revolutionären Russland. Zurück in Deutschland wurde er Generalsekretär der KPD, die ihn später ausschloss. Reuter machte sich ab 1926 als sozialdemokratischer Verkehrs- und Stadtplaner von Groß-Berlin und Oberbürgermeister von Magdeburg einen Namen. Nach Hitlers „Machtergreifung“ KZ-Haft, 1935 Emigration nach London und weiter in die Türkei, wo er die moderne türkische Stadt- und Verkehrsplanung begründete und an der Hochschule lehrte. 1946 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde nach der Berlin-Blockade erster Oberbürgermeister von Westberlin. Nach seinem Tod 1953 geben ihm mehr als eine Million Menschen das letzte Geleit – ein einzigartiges Ereignis der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Die Dokumentation folgt Reuters Lebensstationen und zeigt die widersprüchlichen und schillernden Facetten eines Getriebenen, ein zerrissenes Leben voller Höhen und Tiefen, voller Erfolge und Irrwege. In einer filmischen Spurensuche in Deutschland und Russland werden bisher unveröffentlichte Archivaufnahmen erstmals dem Publikum zugänglich gemacht und mit Neuinszenierungen dramaturgisch und visuell verstärkt. Zeitzeugen wie Helmut Schmidt, für den Reuter ein wichtiges politisches Vorbild ist, oder Egon Bahr kommentieren sein Wirken. Ernst Reuters Sohn Edzard führt zu den Originalschauplätzen und erzählt aus dem Leben seines Vaters. 05:30-06:15 • EinsExtra

Ein Artikel zu viel
Dokumentation – Die Ermordung der Journalistin Anna Politkowskaja

Am 7. Oktober 2006 wurde Anna Politkowskaja in Moskau erschossen – die russische Journalistin war die schärfste Kritikerin der Tschetschenienkriege und des in ihren Augen dafür verantwortlichen russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Der Mord sorgte in Europa und den USA für Empörung und brachte das Thema „Demokratie und Meinungsfreiheit“ im Russland Putins wieder auf die Tagesordnung.

Der Filmemacher Eric Bergkraut, der Anna Politkowskaja persönlich kannte, realisierte mit unveröffentlichem Material ein ungewöhnliches Portrait Anna Politkowskajas, in dem er auch eine Menschenrechtsbilanz der Ära Putin zieht. Ausgehend von den Umständen des Mordes und dem Stand der Ermittlungen, erinnert Bergkraut mit Dokumenten an die Arbeit der Journalistin. „Ein Artikel zuviel“ zeichnet durch Interviews unter anderem mit dem Chefredakteur der Zeitung „Nowaja Gaseta“, Anna Politkowskajas Kindern, ihrem Ex-Mann und Freunden ein lebendiges Bild der mutigen Frau, die bis zu ihrem Tod für ihr Herzensanliegen, die Beendigung des Krieges in Tschetschenien, und für wirkliche Meinungsfreiheit in Russland kämpfte.
„Ein Artikel zuviel“ ist eine persönliche Spurensuche – und ein politischer Film.

Hintergrundinformationen:
Ein Film von Eric Bergkraut, Deutschland 2007. 07:30-08:15 • EinsExtra

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