Industrie- und Handelskammer

Zuwanderung zur Fachkräftesicherung

Die Unternehmen in Deutschland sind zunehmend von Fachkräfteengpässen betroffen. Zuwanderung ist eine mögliche Lösung. Das belegt der Arbeitsmarktreport 2011 des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Dienstag, 20.12.2011, 8:24 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 08.01.2020, 15:45 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

„Gute Mitarbeiter werden händeringend gesucht“, sagte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks, als er heute in Berlin die Ergebnisse der Umfrage „Der Arbeitsmarkt im Zeichen der Fachkräftesicherung“ vorstellte.

37 Prozent der Betriebe könnten offene Stellen zwei Monate oder länger nicht besetzen, das entspreche rund 1,3 Millionen Arbeitsplätzen, berichtete Dercks. Betroffen seien vor allem technikorientierte Branchen wie Fahrzeugbau und Elektrotechnik, aber auch die Gesundheitswirtschaft.

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Und die Betriebe reagieren: Wie die DIHK-Auswertung von mehr als 20.000 Unternehmensantworten zeigt, will mittlerweile fast jeder dritte Betrieb (31 Prozent) Fachkräfte gewinnen und halten, indem er seine Attraktivität als Arbeitgeber erhöht. Neben Aspekten wie Arbeitsplatzqualität, Karrierechancen und Eigenverantwortung spielt auch die Bezahlung der Mitarbeiter eine wichtige Rolle. „Der Vorwurf, Betriebe würden über Fachkräftemangel klagen, wären aber nicht bereit, knappe Experten besser zu bezahlen, wird damit widerlegt“, betonte Dercks.

Frauen und Ältere
Als Instrument, um Fachkräfte – insbesondere Frauen – anzusprechen und zu halten, hat der Umfrage zufolge der Ausbau der Vereinbarkeit von Familie und Beruf am stärksten an Bedeutung gewonnen. Aber auch die Beschäftigung Älterer bietet ein großes Potenzial, und mancher Betrieb fasst eine Ausweitung der Arbeitszeit ins Auge.

Download: „Der Arbeitsmarkt im Zeichen der Fachkräftesicherung“: DIHK-Arbeitsmarktreport 2011 (PDF) steht unter dihk.de kostenfrei zum Download bereit.

Den Spitzenplatz im Kampf gegen den Fachkräftemangel belegen jedoch Aus- und Weiterbildung: Hier sieht rund jedes zweite Unternehmen Ansatzmöglichkeiten; auch wenn die Betriebe zunehmend Schwierigkeiten haben, geeignete Azubis zu finden.

Zuwanderung
Entsprechend besteht aus Sicht der Wirtschaft der größte politische Handlungsbedarf im Bereich Bildung und Schule: Zwei Drittel der Befragten fordern eine bessere Qualifikation der Schulabgänger als wesentliche Bedingung für die Fachkräftesicherung.

Immerhin 36 Prozent der Betriebe wünschen sich eine bessere Vermittlung seitens der Arbeitsagenturen; 33 Prozent sehen im Ausbau der Kinderbetreuung einen wichtigen Schritt. Und auch die Zuwanderung gehört in ein schlüssiges Gesamtkonzept zur Fachkräftesicherung: 17 Prozent der Unternehmen fordern eine Erleichterung bei der Beschäftigung ausländischer Fachkräfte.

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