Veränderungen

9/11 und der Frühling danach

Vor zehn Jahren am 11. September 2001 werden die Vereinigten Staaten von Amerika ins Mark getroffen – eine Weltmacht, die bis dahin als unbesiegbar galt, wird plötzlich verletzlich. Die Bilder der Verwundbarkeit nehmen ihren Lauf.

Von Montag, 12.09.2011, 8:26 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 14.09.2011, 2:11 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Auf den Bildern sackt das World Trade Center zusammen, hinter den Bildern sackt die US-amerikanische Regierung zusammen. Der Druck auf den damaligen Präsidenten Georg W. Bush wird groß – irgendwie muss die offensichtliche Verwundbarkeit dementiert werden.

Kampf gegen die Taliban
Eine spektakuläre Reaktion wurde nötig, um die Wunde zu heilen. Es dauert nicht lang und ein erschüttertes Amerika rafft sich auf. Knapp vier Wochen nach den Attentaten von New York und Washington starten die USA und Großbritannien mit dem Militärschlag gegen das Taliban-Regime in Afghanistan. Der Beginn eines globalen Kriegs gegen den Terror – Artikel 5 des NATO-Vertrages tritt in Kraft. Solidaritätsbekundungen für den guten Freund U.S.A.

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Die Bündnisverpflichtung
Deutschland sieht sich gefordert, einen militärischen Beitrag zu leisten. Krieg in Afghanistan, mit deutschen Soldaten an der Front. Gemeinsam gegen die Taliban, gegen Al-Qaida und gegen deren Obermann Osama Bin Laden. Zehn Jahre sind vergangen. Zehn Jahre in denen die USA Zeit hatten, geheime Gefängnisse zu bauen, Gesetze zu verschärfen und ihre Glaubwürdigkeit zu verlieren. Zehn Jahre, in denen weltweite Unterstützung zur weltweiten Bestürzung wurde.

Ein Republikaner wurde währenddessen von einem Demokraten ersetzt, um die Glaubwürdigkeit wiederherzustellen. Die Achse des Bösen mehr oder minder erfolgreich eliminiert. Bin Laden ist tot, wenn auch unter demokratischem Befehl. Es sind aber auch Jahre, in denen die Medien zur Waffe gegen Unterdrückung werden. Al Jazeera gewinnt durch die Anschläge vom 11.September mediale Macht und wird zur Konkurrenz westlicher Medien. Bilder von toten Zivilisten, Folterungen in Guantanamo und inadäquate Interviews im Zusammenhang mit den Vergeltungsschlägen der USA bestärken Islamisten in ihrem Tun.

Arabischer Frühling
2011: Während die USA mit der Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit zu kämpfen hat und Europa an der Euro-Krise nagt, erleben junge Revoluzzer in der arabischen Welt einen historischen Frühling. Jahrzehntelange Resignation und Hinnahme weckt den Kampfgeist der Araber – sie gehen auf die Barrikaden und stürzen ihre Diktatoren. Aus einer einst schweigenden Masse wird eine kritische Masse, die nicht-militärisch um ihre Freiheit und gegen die Unterdrückung kämpft. Und dank Al Jazeera sprach man seit 9/11 über tabuisierte Themen, die in den nationalen Medien des Landes undenkbar wären. Armut und Chancenlosigkeit in den arabischen Ländern gibt es nicht erst seit letztem Jahr oder seit der Medienberichterstattung von Al Jazeera ab dem 11. September 2001. Aber dieser Tag hat das Bewusstsein junger Menschen in islamischen Ländern verändert.

Die Welt hat sich geändert

Zum zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 hat sich die Welt erneut gedreht. Briten, Franzosen und Amerikaner haben einem arabisch-muslimischen Volk geholfen, einen Diktator zu stürzen. Während sich in Afghanistan der vermeintliche Krieg gegen den Terror jährt, feiert die NATO heute an der Seite der jungen Muslime den Sturz Gaddafis – diesmal jedoch ohne die Solidarität Deutschlands. Ja, 9/11 hat die Welt verändert.

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  1. Tom Berg sagt:

    Ja, 9/11 hat die Welt verändert???
    Es gibt genug Beweise das die Türme gesprengt wurden.
    Schlechter Artikel

  2. Andy L. sagt:

    Es gibt keine Beweise das die Türme gesprengt wurden. Es gibt Hinweise. Es gibt keine Bombenreste oder sonstiges. Jeder Hinweis der dafür spricht kann sachlich und emotionslos wiederlegt werden. Z.B. die angeblichen Luftentweichungen bei den Sprengungen: Diese können durch die Druckluft, die auch wahrzunehmen ist, bevor UBahnen einfahren, erklärt werden.

    Der Artikel ist gut, so wie er ist.

    Wichtig ist nur eines. Egal welche Nationalität, egal welcher Kulturkreis oder welche Religion. Es gibt gute und es gibt schlechte Menschen. So verschieden wir auf dieser Welt doch sind, so sind wir alle Menschen die füreinander einstehen sollten, nicht gegeneinander. Eins hat 9/11 bewirkt. Auf beiden Seiten sind unschuldige Menschen gestorben. Und nur das ist wichtig, sich bei jeder Diskussion in den Sinn zu holen.