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Die Iden der Armut

Arbeit statt Integration?

"Arbeitsmigranten wissen, dass „Integration“ im Wohlfahrtsstaat ein Ammenmärchen ist wie anderswo. „Integration“ ist eine Ware und kostet 2000 € netto im Monat."

Von Ralf Frodermann Donnerstag, 01.09.2011, 8:29 Uhr|zuletzt aktualisiert: Montag, 05.09.2011, 23:40 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Wer seinen Monatslohn, sofern er noch einen erhält, zum Lebensunterhalt notwendig braucht, ist angeschmiert, denn der reicht bei Nichtintegrierten in aller Regel nur bis Monatsmitte. Integriert ist einer ab 2000€/mtl., d.h. er muss dann nicht mehr über das, was er nicht ist, nämlich zahlungsfähig, reden („Integrationsdebatte“), sondern kann gleich, weil er integriert ist, d.h. zahlungsfähig, einkaufen gehen, Miete bezahlen, irgendwelche Operationen anleiern, Urlaub machen, Kinder kriegen, sich scheiden lassen, diversen Aberglauben mit oder ohne Migrationshintergrund frönen, studieren, Zukunftschancen ausbaldowern, Sinn produzieren, Normen und Werte ethnologisieren, sagen, dass alles zwei Seiten hat usw. und kommt über den Monat.

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Die Krisenbewältigungsstrategien bezüglich der Nichtintegrierten funktionieren analog denen bezüglich der PIGS-Staaten: Handeln statt Helfen! Wer im Mittelemeer ertrinkt, ist selbst schuld. Hätte ja zu Hause bleiben und dort verhungern können! Wer zum Arbeitsamt marschiert, um da einen Job vermittelt zu kriegen, entspricht dem Junkie, der zum Apotheker geht, um da sein Heroin zu kaufen. Der Apotheker schickt ihn zum Dealer, ruft die Polizei oder bietet Methadon an wie der Scherge des Jobcenter den „Kunden“ zum Schergen der Zeitarbeitsklitsche schickt, den Sicherheitsdient anruft oder ALG II genehmigt.

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Arbeitsmigranten wissen, dass „Integration“ im Wohlfahrtsstaat ein Ammenmärchen ist wie anderswo. „Integration“ ist eine Ware und kostet, wie gesagt, 2000€ netto im Monat. In Zeiten der Massenarbeitslosigkeit nehmen Suizide und andere, durch Elend induzierte Todesfälle zu. „Hier muss keiner mehr verhungern! Stattdessen können Sie sich vor einen Zug werfen oder ein Spülmittel trinken!“

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Integriert sind heute nur die Erben. Sie versehen ihre Arbeit, die sie nicht gesucht, aber geerbt haben, gewissenhaft und verwenden den Monatslohn nicht zur unmittelbaren Reproduktion oder zum Konsum, sondern legen ihn dem Erbe bei. „Sinekure“ nannte man das einmal.

Integration und Arbeit muss man sich leisten können! Wer nicht arbeitet, ist nicht integriert, und wer nicht integriert ist, kriegt keine Arbeit. Weil man von der sowieso nicht länger als 10 Tage im Monat leben kann, ist man 20 Tage im Monat nicht integriert. Ein 400€-Job etwa gewährleistet ca. 12 Tage ununterbrochene Integration. Dann wird aufgestockt; die Bereitschaft zu Lohndrückerei und Streikbruch nimmt zu: der verkürzt Integrierte will mit allem Nachdruck verwertet werden und prügelt sich um seinen Platz im Dickdarm der Finsternis.

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