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Integration im 16:9 Format

Bundesbeirat für Integration und Böhmers Absage an die Koreaner

Der Bundesbeirat für Integration hat sich gestern in Berlin zu ihrer ersten konstituierenden Sitzung getroffen. Böhmer hat ihre Worte in die Tat umgesetzt und ein Gremium geschaffen, der vor allem eines ist - Maria Böhmer kompatibel.

Von Dienstag, 24.05.2011, 8:28 Uhr|zuletzt aktualisiert: Samstag, 09.05.2020, 1:03 Uhr Lesedauer: 3 Minuten  |   Drucken

Unter den 32 Akteuren, die dem Bundesbeirat angehören, wurden 10 Plätze an Migrantenverbände vergeben. Den Koreanern erteilte man eine Absage. In der Tat wurde kein einziger asiatischer Verband, die als „Musterbeispiel gelungener Integration“ abgestempelt werden, berücksichtigt, nicht einmal die Vietnamesen mit ihrer hohen Abiturientenquote.

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In meiner Funktion als Vorstandsmitglied der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft schrieb ich am 13. Januar 2011, am Tag der Bekanntmachung der teilnehmenden Mitglieder, einen Brief an Staatsministerin Böhmer, in der ich mein Bedauern zum Ausdruck brachte, dass kein koreanischer Verband unter den Migrantenorganisationen berücksichtigt wurde und sprach mich für einen zumindest nicht-ständigem Sitz im Bundesbeirat für Integration aus.

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Das Ziel der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft ist die Förderung der Beziehungen zwischen Deutschland und Korea in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Kultur. In 44 Jahren des Bestehens hatte die Deutsch-Koreanische Gesellschaft großen Anteil an der Entwicklung der ausgezeichneten Beziehungen zwischen Deutschland und der Republik Korea.

Vier Monate später, am 17. Mai 2011, erreichte mich ein Antwortschreiben des Büroleiters der Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin. Dr. Ralf Gebel schrieb: „Die Mitglieder des Beirats der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration stehen inzwischen fest. Der Beirat wird sich am 23. Mai 2011 konstituieren. Leider können nicht alle Organisationen und Einzelpersonen, die sich auf dem Gebiet der Integrationspolitik engagieren, auch im Beirat mitwirken. Er wäre ansonsten nicht arbeitsfähig. Ich bitte Sie um Verständnis dafür, dass Ihrer Bitte um eine Mitgliedschaft nicht entsprochen werden konnte. Das steht jedoch einem konstruktivem Austausch über Ideen zur Integrationsanstrengungen und –fortschritte der koreanischen Zuwanderer in Deutschland […]“.

Den Schlusssatz hätte man sich schenken können, dachte ich mir, weil er sich mehr wie Spott und Hohn anhört als alles andere. Mit den Asiaten in Deutschland kann man das machen, dachten sich wohl die Verantwortlichen rundum Böhmer.

In einem Radiointerview meines Lieblingssenders äußerte sich Böhmer gestern zum Beirat. Ihr Credo laute, nicht übereinander sondern miteinander zu reden. Weiter sagte Böhmer, dass sie „weitere Personen mit Migrationshintergrund einberufen habe […] Nazan Eckes, deren Eltern aus der Türkei stammten, Moderatorin und Buchautorin“. Dann kam Böhmer plötzlich ins Stocken und musste einige Sekunden lang nachdenken, wenn sie da noch ins Boot geholt hatte. Nachdem Böhmer den kurzen Gedankenaussetzer mit vielen „Mmhs“ überbrückte, fing sie sich wieder und erzählte von einem Ali Ertan Toprak aus der alevitischen Gemeinde, den Mediziner und Vorsitzenden der Türkisch-Deutschen Gesundheitsstiftung und CDU-Mitglied Yasar Bilgin und bei allem Erstaunen noch den ehemaligen amerikanischen Botschafter John Kornblum.

Dazu Böhmer: „Er soll den Blick von außen auf die Integration in Deutschland lenken und seine Erfahrung aus einer Familie mit einbringen, die selbst ausgewandert ist in die USA […]“. Auch ich bekam plötzlich einen Gedankenaussetzer und überbrückte diese mit vielen „Mmhs“ bis ich mich wieder fing. Die Koreaner dürften wohl doch eher froh über die Nichtberücksichtigung im Bundesbeirat sein. Denn wer wäre schon gerne ein Maria Böhmer kompatibler Mensch mit Migrationshintergrund.

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