Ausländische Qualifikationen

Dem Fachkräftemangel stehen ungenutzte Potenziale gegenüber

25 000 qaulifizierte Ausländer warten in Hessen auf Anerkennung ihrer Berufs- und Bildungsabschlüsse. Dem stehen 147 000 fehlende Fachkräfte in den nächsten fünf Jahren gegenüber. Maria Böhmer verspricht Anerkennungsverfahren für 2011.

Montag, 27.09.2010, 8:26 Uhr|zuletzt aktualisiert: Mittwoch, 03.11.2010, 2:52 Uhr Lesedauer: 2 Minuten  |   Drucken

Eine Offensive gegen den Fachkräftemangel in Hessen fordert die Grünen-Landtagsfraktion von der Landesregierung. Nach Berechnungen der Industrie- und Handelskammer Frankfurt (IHK) fehlen in den nächsten fünf Jahren durchschnittlich 147 000 Fachkräfte in Hessen. Demgegenüber stehen Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen keine Arbeit finden oder nicht arbeiten dürfen.

„Wir fordern deshalb die Landesregierung auf, […] umgehend Maßnahmen zu ergreifen und gezielte Konzepte zu erarbeiten, um dem drohenden Fachkräftemangel zu begegnen“, so der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Grünen, Marcus Bocklet. In Hessen gebe es ein großes Potenzial, das aus unterschiedlichen Gründen bisher nicht genutzt werde. So sei ein schnelles Handeln für die weit über 25 000 Ausländer erforderlich, die ihre Abschlüsse nicht anerkannt bekommen. Diese Potenziale stünden dem dem Fachkräftearbeitsmarkt nicht zur Verfügung.

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„Putzen mit Diplom ist reine Verschwendung. Wir fordern die Landesregierung auf, eine zentrale Stelle einzurichten, um Antragstellern beim Anerkennungsverfahren zu helfen. Zudem soll in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit und den Wirtschaftsverbänden ein Programm aufgelegt werden, das bei Bedarf gezielt eine Nachqualifikation für bestehende Lücken ermöglicht“, so Bocklet. Einen entsprechenden Antrag haben die Grünen für das Plenum in der kommenden Woche vorgelegt.

Anerkennungsverfahren ab 2011
Unterdessen kündigte die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, in einem Interview mit dem Handelsblatt einen Gesetzesentwurf für Ende 2010 an, mit der Ausländer einen Rechtsanspruch auf ein Anerkennungsverfahren bekommen sollen. Es soll 2011 in Kraft treten und je nach Qualifikationsnachweis und beruflicher Erfahrung eine Teilanerkennung ermöglichen. Der Ausländer habe dann die Möglichkeit, etwa als Techniker anzufangen oder sich weiterzuqualifizieren.

Geplant sei die Einrichtung einer Erstanlaufstelle, die dem Ausländern den Weg zu den zuständigen Behörden weisen und sie hinsichtlich ihrer Arbeitsmarktintegration beraten solle.

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